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Hier soll der Kreisverkehr entstehen: Erste Oberbodenarbeiten fanden bereits statt.

Olching

Südwest-Umgehung: Klage gegen Kreisel als Umfahrungs-Auftakt

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Der Bau eines Kreisverkehrs in Olching sorgt für Wirbel: Er gilt als Auftakt für die umstrittene Südwestumfahrung. Diese wird noch hinsichtlich der neuen Hochwassersituation geprüft. Die Gegner betrachten das vorgezogene Projekt als illegal – und haben Klage eingereicht.

Olching – Wenn man so will, kann man sagen: Nach etwa 30 Jahren tut sich etwas für alle Sichtbares in Sachen Südwestumfahrung – von diversen Rodungen mal abgesehen. Die Bauarbeiten am Kreisverkehr an der Römerstraße südlich von Esting haben begonnen. Dieser gilt als Auftakt für die 1,7 Kilometer lange geplante Trasse, die die beiden Staatsstraßen 2345 und 2069 verbinden soll.

Es ist ein kleiner Anfang: Erst einmal wurden Oberbodenarbeiten durchgeführt. Die Erde ist freigelegt. Bei den Gegnern sorgt das allerdings schon für einen lauten Aufschrei. Und noch mehr: Nach eigener Aussage haben sie bereits Klage eingereicht.

Gert Schlenker, Vorsitzender der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching (BIOO) und erklärter Umfahrungsgegner, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Oberbayern: „Der vorgezogene Kreiselbau ist illegal.“ Man hätte damit nur verhindern wollen, dass die Baugenehmigung für die Südwestumfahrung erlischt.

Der Stichtag hierfür lag in der vergangenen Woche. Sprich: Der Kreisverkehr wird nach Ansicht von Schlenker nur gebaut, um überhaupt schon einmal etwas zu bauen. Das ganze Projekt befinde sich aber immer noch im laufenden Verfahren, weil die Überschwemmungsgebiete rund um den Starzelbach neu ausgewiesen wurden. Für den Umfahrungsgegner ein Skandal: „Was wäre los, wenn ein Häuslebauer seinen Keller baut, bevor er eine Genehmigung hat?“ Außerdem hält er den Kreisverkehr (ohne Südwestumfahrung) für unnötig. „Da fährt alle zehn Minuten ein Auto aus der Römerstraße und alle 20 Minuten ein Bus.“

Eine ähnliche Debatte hatte sich im April auch schon unter den Stadtratsmitgliedern entsponnen – allerdings wurde mehrheitlich für den Kreisel votiert. Die Grünen hatten jedoch argumentiert, dass es völlig unüblich sei, zwei Straßen mit derartig unterschiedlicher Verkehrsstärke durch einen Kreisel zu verbinden.

Südwest-Umgehung: Was als Baubeginn gewertet wird

Beim Staatlichen Bauamt in Freising beruft man sich auf einen eigenen Planänderungsbeschluss vom 4. Juni dieses Jahres. Laut diesem ist der Bau des Kreisverkehrs losgelöst vom restlichen Projekt zu betrachten, die Hochwasserproblematik wurde eigens geprüft. „Aus unserer Sicht ist die Maßnahme legitim“, erklärt der zuständige Bereichsleiter Hans Jörg Oelschlegel auf Tagblatt-Anfrage. Was die Frist angeht, verweist er darauf, dass es schon Rodungsarbeiten und außerdem Grundstücksverhandlungen gegeben habe, was bereits als Baubeginn gewertet werden könne.

Das sieht auch Maximilian Gigl (CSU) so, der als Olchings Vize-Bürgermeister die Urlaubsvertretung von Andreas Magg übernommen hat. „Der Kreisverkehr kann so, wie er ist, gebaut werden“, sagt Gigl. Dass er aus dem anderen Verfahren herausgenommen wurde, passe ebenfalls.

Was den Zeitplan angeht: Laut Staatlichem Bauamt werden erst im Spätsommer weitere Arbeiten ausgeführt. „Weitere Bauleistungen wurden noch nicht ausgeschrieben“, erklärt Hans Jörg Oelschlegel. Im Frühjahr nächsten Jahres soll der Kreisverkehr fertiggestellt werden.

Für die restliche Südwestumfahrung (samt Brücken) soll noch in diesem Jahr ein Planänderungsantrag gestellt werden. „Dann muss man sehen, wie viele Einwendungen und Klagen folgen“, so Oelschlegel. „Wir gehen aber fest davon aus, dass man die Trasse trotz Hochwasserproblematik realisieren kann.“ Wenn es dann einmal grünes Licht gibt, ist die Bauzeit auf zwei Jahre angesetzt.

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