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Hier macht die Lasershow dem Feuerwerk Konkurrenz: Am Nöscherplatz genossen um die 1500 Besucher die bunten Malereien aus Lichtstrahlen. Wer richtig stand, konnte quasi in die faszinierenden Bilder eintauchen.   

Olching

Lasershow: Jetzt ist die Stadt am Zug

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Die erste Lasershow am Nöscherplatz in Olching war ein voller Erfolg. Um die 1500 Besucher kamen an Silvester zu der Veranstaltung, die ein Zeichen für den Umweltschutz setzen sollte. Nun ziehen die Veranstalter Bilanz. Klar ist: Eine Wiederholung wäre schön – aber die Bürger allein können das dann nicht mehr stemmen.

Olching – Manchmal ist es der Erfolg einer Sache, der zu Schwierigkeiten führt. „Die Dimension war für uns gar nicht vorher absehbar“, erklärt Irmgard Gaul, die mit den Mitgliedern der Bürgerinitiave UfO (Umwelt- und Klimaschutz für Olching) die Lasershow an Silvester auf die Beine gestellt hat. Zwischen 1000 und 1500 Menschen strömten gegen Mitternacht auf den Nöscherplatz, so die Schätzung des Sicherheitsdienstes. „Die Lautsprecheranlage war dafür viel zu klein“, berichtet Gaul. Nicht alle hätten die Musik und den Countdown hören können.

Außerdem standen einige Leute auf der Straße, von wo aus man nicht so gut sehen konnte. So kam es, dass im sozialen Netzwerk Facebook die Reaktionen durchwachsen ausfielen. Manch einer dachte auch, die Show startete verspätet. An einigen Dingen müsste bei einer Wiederholung also gefeilt werden, auch die verbliebenen Buden vom Christkindlmarkt seien störend gewesen. Nichtsdestotrotz: Das Resümee fällt absolut positiv aus.

„Es war eine unglaublich tolle Atmosphäre“, schwärmt Initiatorin Gaul. Die Menschen hätten das Motto „sauber nei’feiern“ voll verstanden. Nicht nur, weil eine Lichtershow besser für die Umwelt sei als feinstaubbelastete Raketen. Auch am Boden blieb fast kein Müll zurück, wie gewünscht. „Der Platz war blitzsauber.“

Pfarrer zeigt sich begeistert

Auch der katholische Pfarrer war begeistert, dass rund um St. Peter und Paul um Mitternacht das Leben tobte. Schon bei der vorausgehenden ökumenischen Andacht mit Orgelmusik herrschte ungewöhnlich großer Andrang. Als dann die Alphornbläsergruppe der Musikschule „3klang“ auf dem Nöscherplatz festliche Stimmung verbreitete, wurde es rund um den Platz immer voller. In ihrer Begrüßungsrede hob die UfO-Initiatorin Irmgard Gaul außerdem die intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche hervor. Sie bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Unterstützern.

„Am Ende sind die Leute Schlange gestanden, um zu spenden“, erzählt Gaul. Offenbar hatte es sich herumgesprochen, dass das finanzielle Risiko auf den Schultern der Bürger lastete – kein Pappenstiel bei Kosten von etwa 8500 Euro.

Die Beteiligten wünschen sich eine Wiederholung. Auch bei anderen Kommunen im Landkreis sei die Neugier geweckt worden. Nun hoffen die Veranstalter allerdings auf eine Beteiligung der eigenen Stadt – und zwar federführend. „Wir allein können das nicht noch einmal stemmen“, erklärt Gaul. Von Bürgermeister Andreas Magg und Mitarbeitern der Stadtverwaltung habe es zwar Hilfe gegeben – damit sei es aber nicht getan.

Zum Hintergrund: Der Stadtrat hatte sich im vergangenen Jahr dagegen ausgesprochen, eine zentrale Silvesterfeier zu finanzieren – zunächst gab es ein „Nein“ für ein großes Feuerwerk wie in Puchheim, dann auch noch für die feinstaubfreie Alternative. Vor allem CSU und Freie Wähler vertraten die Auffassung, dass das nicht Aufgabe der Kommune sei. Manch einer zweifelte auch den Effekt an. So übernahmen die Bürger die Sache.

Die UfO-Mitglieder wie auch Irmgard Gaul sind davon überzeugt, dass die Lasershow maßgeblich zum Umweltschutz beigetragen habe. Es sei nicht nur weniger geböllert worden, auch die Straßen seien sauberer gewesen am nächsten Tag – so zumindest die Beobachtung einzelner Mitglieder.

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