Menschen warten an einer Bushaltestelle.
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Gleich kommt der Bus: In Bad Tölz beispielsweise gibt es seit 2019 ein dynamisches Fahrgastinformationssystem. Rund 180 000 Euro hat die Kommune dafür ausgegeben, der Landkreis beteiligte sich mit 5000 Euro an der Investition.

Kritik am Verhältnis von Kosten und Nutzen des geplanten Informationssystems an Olchinger Haltestellen

Lieber mehr Busse als digitale Fahrplan-Anzeige

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Man kennt sie aus großen Städten wie München: digitale Echtzeit-Anzeigen an Bushaltestellen. Eigentlich hätte es diese in Olching auch geben sollen – verbunden mit den Mobilitätsstationen

Olching – Doch das Kosten-Nutzen-Verhältnis führte im Hauptausschuss zu heftiger Kritik. Am Ende sprachen sich alle Mitglieder dagegen aus. Ans Landratsamt und den MVV sollte das Signal gehen: Hier wird viel Geld in eine auslaufende Technik gesteckt.

Es war Andreas Hörl von der CSU, der die Rechnung aufstellte. Es würde die Stadt etwa 50 000 Euro pro Jahr kosten, das so genannte dynamische Fahrgastinformationssystem zu warten. Da die Vertragsbindung über zehn Jahre laufe, würden sich die Kosten auf eine halbe Million Euro belaufen. Hinzu kommen noch 63 000 Euro Eigenanteil für Installation und Kauf. „Und das für absoluten Luxus.“

Vorher Blick aufs Handy?

Für ihn erschließe sich nicht, welchen Sinn die Anzeigen hätten. „Wenn ich mit dem Bus fahren will, schaue ich doch vorher zuhause oder im Büro auf meine App. Wenn ich schon an der Bushaltestelle stehe, bringt mir das nichts mehr zu wissen, dass er sich verspätet.“ In Zeiten, in denen zumindest die meisten Fahrgäste ein Smartphone besitzen, sah der CSU-Stadtrat die Sinnhaftigkeit nicht gegeben.

Mit seiner Kritik stand Hörl nicht alleine da. „Ich bin dankbar für diesen Beitrag. Ich sehe es genauso“, erklärte Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Er hätte es bevorzugt, wenn man stattdessen zum Beispiel einen WLAN-Zugang an der Bushaltestelle einrichten würde. Allerdings sei man damit laut Magg recht allein auf weiter Flur – andere Teilnehmer des Förderwettbewerbs für die Mobilitätstationen im Landkreis würden sich dafür aussprechen. Diese digitalen Tafeln würden positiv von den Fahrgästen angenommen, so das Argument. Magg stellte infrage, ob diese Technik in zwei bis fünf Jahren noch zeitgemäß ist.

Vize-Bürgermeister Maximilian Gigl brachte an, dass man die Attraktivität der Bushaltestellen mit diesem Geld auf andere Weise deutlich steigern könne. Andreas Teichmann (FDP) griff dies auf: „Wir könnten damit sogar die Taktung der Busse erhöhen.“

Info-System

Das Dynamische Fahrgastinformationssystem zählt zu der Ausstattung der neun Mobilitätsstationen, die die Nutzung öffentlicher beziehungsweise klimafreundlicherer Verkehrsmittel attraktiver machen sollen. Im Prinzip sind es Knotenpunkte von Bus, Bahn, Auto und Rad. Es handelt sich um ein landkreisweites, gefördertes Projekt, an dem sich die Stadt Olching beteiligt. Anders als geplant wird das Radverleihsystem „MVG Rad“ allerdings nicht über diesen Förderwettbewerb laufen können, wie Bürgermeister Magg mitteilte. gar

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