Smolinski mit den Straßenarbeitern, die die Maschine gefunden haben.

Olching/Göteborg

Den Dieben wurde es wohl zu heiß: Smolis Maschine ist wieder da

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Martin Smolinski war fassungslos. Dem Speedway-Weltmeister wurde vor einem Hotel im schwedischen Göteborg eine seiner Rennmaschinen gestohlen – aus einem verschlossenen Transporter. Jetzt aber ist sie wieder aufgetaucht.

Olching/Göteborg – 

Update vom Donnerstag: 

Den Dieben ist die Sache wohl zu heiß geworden. Das vermutet Olchings Speedway-Profi Martin Smolinski (35), nachdem sein tags zuvor in der schwedischen Großstadt Göteborg geklautes Weltmeister-Bike am Donnerstag wieder aufgetaucht ist. Das 12 000-Euro-Motorrad hatten die weiter unbekannten Täter aus dem auf einem Hotelparkplatz abgestellten Opel-Transporter entwendet. Nun haben es Straßenarbeiter nur 500 Meter vom Tatort entfernt gefunden. Und zwar an einer Stelle, die Smolinski wenige Stunden zuvor noch bei einer Kontrollfahrt durchs Viertel erfolglos abgesucht hatte. In der Zwischenzeit mussten die Diebe zurückgekommen sein, um die auf dem freien Markt schier unverkäufliche Beute ungesehen loszuwerden. Göteborg ist als Schwedens Autoknacker-Hochburg berüchtigt. Smolinski hatte auf sozialen Medien den Diebstahl publik gemacht. Der Aufruf verbreitete sich in Schweden, wo Speedway weitaus populärer ist als in Deutschland, rasend schnell. Heute wird „Smoli“ in Olching zurück erwartet.

Das war die Erstmeldung vom Mittwoch 

Der 35-jährige Motorsport-Profi aus Olching ist derzeit in Skandinavien unterwegs. Sponsortermine, Fanbesuche und geschäftliche Dinge stehen auf dem Programm. Denn Smolinski startet nicht nur für seinem deutschen Bundesliga-Verein AC Landshut, sondern auch in den Top-Ligen von Schweden und Polen. 

Diese Maschine im Wert von 12 000 Euro wurde gestohlen. Sie ist nur für den Rennbetrieb konstruiert und hat keine Bremsen.

Der Speedway-Star ist in seinem Opel-Transporter mit Sonderlackierung auf Tour. Darauf zu lesen ist die Startnummer #84, die ihm weltweit zusteht. Im Laderaum hatte der Speedway-Star zur Präsentation eine seiner sieben Rennmaschinen mitgenommen. 

Auf diesem Parkplatz stand Smolinskis Transporter, als die Diebe kamen.

Am Montagabend stieg der Olchinger im Kveberg-Parkhotel in Göteborg ab. Vom Personal wurde er noch auf den extra gesicherten Hotelparkplatz gewiesen. Doch als er am Morgen zum Auto kam, war die Hecktür aufgebrochen und das Motorrad weg. Sofort wurde die schwedische Polizei eingeschaltet. Bislang verlief die Fahndung jedoch erfolglos. 

Ein Speedway-Motorrad ist auf dem freiem Markt eigentlich unverkäuflich und kann auf regulären Straßen nicht benutzt werden. Schon allein deshalb, weil die Maschinen keine Bremsen haben. Smolinskis Vermutung: „Die Diebe wussten genau, was sie tun.“ Die Täter müssten aus der Motorsport-Szene stammen und planen wohl, das Renn-Bike an Liebhaber zu verkaufen – nach dem Modell von Kunstdieben, die berühmte Gemälde stehlen. Seine weltweit fast 17 000 Facebook-Freunde hat der Olchinger mittlerweile darum gebeten, nach dem verschwundenen Bike Ausschau zu halten. Erbeutet haben die Täter auch einen im Transporter deponierten Bierträger von Smolinskis Partnerbrauerei aus Maxlrain bei Rosenheim. 

Auf seinem Mehr-Tages-Trip durch Schweden hatte Smolinski das Bike bei Showterminen ausgestellt. Der 35-Jährige ist aber auch deshalb in Skandinavien unterwegs, um eine Motorentuner-Werkstatt zu kaufen. Damit möchte er sich nach seiner sportlichen Karriere in der Branche etablieren. „Ich habe mir gerade meine Zukunft gekauft.“ „Smoli“ und Lebensgefährtin Vroni sind erst im Sommer stolze Eltern geworden. 

Am Donnerstag wäre der Champion bei der Sportlerehrung in Landshut erwartet worden. „Doch das schaffe ich jetzt wohl nicht mehr. Der Diebstahl hat meinen ganzen Terminplan durcheinander geworfen.“ Dabei wäre er in der niederbayerischen Metropole erstmals von einem Olchinger Landsmann gewürdigt worden: Der in Esting lebende Rundfunk-Reporter Gerhard „Willi“ Willmann, der am Königssee die Weltcup-Rodel- und Bobrennen als Bahnsprecher kommentiert, moderiert die Sportlerehrung. 

Smolinski hat als deutscher Rekordmeister für die kommende Grand-Prix-Saison eine Wildcard bekommen. Vor drei Jahren hatte er sensationell als erster Deutscher überhaupt beim Saisonauftakt in Neuseeland ein Rennen gewonnen. In der Bundesliga hat es mit Rekordmeister Landshut heuer nur zu Platz zwei gereicht. Allerdings wurde der Langbahn-Weltmeister von 2018 von einem schweren Sturz ausgebremst, der ihn wochenlang außer Gefecht setzte.

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