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Jakob Unterholzner starb mit 91 Jahren.

Nachruf

Die Musik und die Familie erfüllten ihn ein Leben lang

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Ohne Musik wäre für Jakob Unterholzner das Leben unvorstellbar gewesen. Sie begleitete ihn seit frühester Jugend.

Olching –  Mit fünf Jahren lernte er Mundharmonika spielen, später kamen noch Ziehharmonika und Harmonium hinzu. Er wurde Organist, Chorsänger und Chorleiter. Mit dem Männerchor Olchinger Sänger schuf Unterholzner ein Ensemble, das weit über die Ortsgrenzen hinaus einen glänzenden Ruf genoss.

Geboren wurde der Bauernsohn im Februar 1928 im niederbayerischen Geigenkofen im Landkreis Dingolfing-Landau. Seine Mutter starb an einer Embolie, als er vier Jahre alt war. Jakob und seine beiden Brüder Simon und Lorenz wurden von der Großmutter und später von einer Stiefmutter großgezogen. Kurz vor Kriegsende wurde der 16-Jährige noch eingezogen und, wie er in seinen Lebenserinnerungen schreibt, „mit vorgehaltener Pistole und Drohung der Erschießung bei Weigerung zu einer verbrecherischen Einheit gezwungen“. Viele seiner Kameraden sollten das Kriegsende nicht mehr erleben.

1947 wurde Unterholzner in seiner Heimatpfarrei Mitglied im Kirchenchor und bald auch Organist. Am Dirigentenpult stand er, seitdem er in Regensburg eine dreijährige Musikausbildung mit Chorleiterlehrgang absolviert hatte.

Beruflich landete er bei der Bundesbahn, wo er zunächst im Ausbesserungswerk in München-Freimann arbeitete und dann Schaffner und Zugführer wurde. Unzählige Beförderungen für den inzwischen verbeamteten Unterholzner sollten folgen. Er wurde Ober- und Hauptschaffner, Zugführer, Oberzugführer und schließlich Bundesbahn-Obersekretär.

Die Olchinger Sänger

Die Liebe seines Lebens lernte der musikalische Eisenbahner – wie soll es anders sein – auf einer Zugfahrt kennen. Beziehungsweise an seinem Heimatbahnhof, wo er mit einem Herrn ins Gespräch kam, der seine Tochter in den Zug nach München setzen wollte.

Dorthin fuhr auch Unterholzner, und so schlug der Herr vor, dass die beiden doch zusammen fahren sollten. Aus der kurzen Zugfahrt wurde eine lebenslange Reise. 1960 heirateten Jakob und Maria Unterholzner.

Die ersten vier Jahre lebte das junge Paar in der Nachbargemeinde Maisach, bevor es sich ein Reihenhaus in Olching kaufte. Im Juli 1961 kam Tochter Monika zur Welt, fünf Jahre später Sohn Maximilian. Neben der Familie spielte die Musik weiterhin eine Hauptrolle in Jakob Unterholzners Leben.

Er sang im Eisenbahner-Chor München-Freimann sowie in den Kirchenchören von Maisach und Olching. 1968 gründete er die „Olchinger Sänger“ und den „Olchinger Viergesang“. Mit beiden Formationen feierte er Erfolge in Kirchen in ganz Bayern.

Als der für seine beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen vielfach Ausgezeichnete kurz vor seinem Tod Bilanz zog, blickte er auf ein glückliches Leben zurück – insbesondere auf fast 60 glückliche Ehejahre.

Zusammen mit seiner Maria überstand er auch Schicksalsschläge wie den frühen Tod seines Bruders Simon mit nur 40 Jahren und den lebensgefährlichen Unfall seiner Tochter. Sie wurde als 16-Jährige auf dem Radl von einem Betrunkenen angefahren und konnte erst nach langem Krankenhausaufenthalt nach Hause zurückkehren. Jakob Unterholzner wurde 91 Jahre alt. 

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