Verkehrsplanerin stellt klar

Olching muss Ordnung ins Park-Chaos bringen

Olching – Schnell einkaufen in Olchings Hauptstraße – mit dem Auto ist das oft ein Problem. Weniger, weil es an Parkplätzen mangelt. Aber eine Studie hat eine gewisse Unübersichtlichkeit aufgezeigt.

Iris Pollesch sprach in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses immer wieder von einer unübersichtlichen Vermengung von Parkplätzen, die frei zugänglich sind, und von solchen, die für Firmenkunden reserviert sind. Für die Mitarbeiterin eines Münchner Verkehrsplanungsbüros ein Minuspunkt in Sachen Anziehungskraft. „Das ruft bei den Autofahrern Unsicherheit hervor, wo sie ihr Auto abstellen können.“

Außerdem müssten die Geschäfte und Betriebe an der Hauptstraße eine innerörtliche Konkurrenz beachten. Wer dort keinen Parkplatz finde, werde dann wahrscheinlich andere Ziele ansteuern, so die Diplom-Ingenieurin. „Sie haben in der Stadt auch nördlich der Bahnlinie attraktive Einkaufsziele.“ Supermärkte im Schwaigfeld und das Einkaufszentrum in Geiselbullach dürften nicht außer acht gelassen werden.

Pollesch empfahl daher, zumindest einen Teil der Kunden-Parkplätze öffentlich zugänglich zu machen. Man könne nicht unendlich viele solcher Stellplätze freihalten.

Zudem riet sie zu Flächen, auf denen Be- und Entladen möglich sind. Nach Beobachtungen des Planungsbüros würden Kurier- und Lieferdienst oft die Straße blockieren.

Verbesserungsbedarf sieht Pollesch zudem beim Gehweg an der Sparkasse. Dies erkannten auch die Ausschussmitglieder. Von deren Seite wurde dort sogar ein gewisses Gefahrenpotenzial angesprochen. Fußgänger nutzen dort sowohl den Gehweg am Geldinstitut als auch an der Straße. Dort kreuzen jedoch die Autos beim Ausparken. Dies sah zwar auch Maria Hartl (CSU) so, doch die Studie an sich sah sie kritisch. Die kurzfristige Aufhebung von Stellplätzen sei nicht vertretbar. Zudem sei der Park&Ride-Platz im Norden des Bahnhofs gar nicht einbezogen. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erwiderte, dies sei ein Gelände, das einzig für S-Bahnfahrer nutzbar sein sollte.

Für Stadtentwicklungsreferent Alfred Münch (SPD) hat das Gutachten einen positiven Effekt. „Wenn so etwas von außen kommt, hört man eher zu.“ Die Studie schaffe Klarheit, auch wenn manches bereits bekannt sei. Ähnlich äußerte sich Verkehrsreferent Hans Bieniek (CSU): „Endlich ein Konzept, mit dem man arbeiten kann.“

So nahmen die Gremiumsmitglieder auch zur Kenntnis, dass etwa der Volksfestplatz wenig genutzt werde, weil Kunden ihn als zu weit weg von der Hauptstraße empfinden. Behindertenparkplätze sind ausreichend vorhanden, aber nicht immer in vorgeschriebener Breite. Die Anzahl der Fahrradstellplätze ist nach Ansicht von Pollesch noch ausbaufähig.

 

Von Hans Kürzl

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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