Stolz auf das neue Kunstwerk in seinem Biergarten: Daxerhof-Wirt Peter Helfer präsentiert die frisch aufgesprühte vollbusige Graffiti-Maid. Foto: Loder

Olching

Neben diesem Dekolleté darf das Stadtwappen nicht stehen

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Ein bisserl zu viel „Holz vor der Hüttn“ hat die Graffiti-Maid, die seit ein paar Tagen die Fassade des Olchinger Daxerhof ziert, wohl für die örtlichen Rathausbeamten. Jedenfalls darf Gastwirt Peter Helfer neben der drallen Dame das Stadtwappen nicht aufsprühen lassen.

Olching –  Das Kunstwerk zauberten die Graffiti-Künstler Leander „Lando“ Holzapfel aus Eichenau und der jetzt in Puchheim lebende Christian „CisCis“ Böck in nur zwei Nächten völlig legal auf die Wände entlang des Traditions-Biergartens an der Feursstraße. Zuletzt hatten das Duo die Tribüne im Fußballstadion Mammendorf aufgehübscht.

Daxerhof-Chef enttäuscht

Der Hobby-Gastronom und hauptberufliche Bauunternehmer Helfer (52) bewirtschaftet seit sechs Jahren den Daxerhof. Sein Auftrag an das Duo: „Boarisch soll’s sei, so wia sich’s g’hört.“ Und: „Das Stadtwappen muss drauf“ –für den gebürtigen Olchinger ein Muss. Doch das Wappen ist urheberrechtlich geschützt und genehmigungspflichtig. Nur Formsache, dachte Helfer. Doch seine Anfrage sei schnell abgelehnt worden. Gegenüber dem Tagblatt erklärte Bürgermeister Andreas Magg, das Wappen sei ein Hoheitszeichen, nur durch die Stadt zu nutzen und nirgendwo anders anzubringen. Wirt Helfers Übersetzung: „Den Herrschaften im Rathaus ist der Busen zu drall. Sie wollen das Gemeindewappen nicht neben einer in ihren Augen pornografischen Malerei sehen.“

Die Spray-Künstler: CisCis Böck und Leandro. foto: archiv

Helfer ist sauer. Denn noch vor Kurzem habe er der Stadtverwaltung rasch und unbürokratisch aus der Patsche geholfen. Bei der Kommunalwahl hatte er sein Gasthaus als Wahllokal zur Verfügung gestellt – als coronabedingten Ersatz für das Seniorenheim gegenüber. Jetzt, so Helfer, seien die älteren Herren im Heim total begeistert vom Anblick der Vollbusigen. Die Senioren hätten auch Tag und Nacht ein Auge auf das Graffiti, damit nicht andere Sprayer die tiefdekolletierte Maid verschandelten.

Statt des Olchinger Wappens prangt nun das Löwen-Logo an der Wand. Helfer war früher Vizepräsidenten des TSV 1860 München. Der Daxerhof ist Stammkneipe vieler Löwenfans. Und da CisCis Böck nicht nur Sprayer ist, sondern auch Discjockey, sorgt er am Vatertag im farbenfroh verzierten Biergarten des Daxerhofs für fetzige Musik – auch ohne Wappen. 

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