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So würde die Süd-West-Umfahrung verlaufen.

Olching

Neues Bündnis gegen Südwest-Umfahrung

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Die Fakten zur umstrittenen Olchinger Südwest-Umfahrung haben sich zuletzt nicht verändert, aber die politische Gemengelage: Darauf setzt zumindest der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge. Mit einem Antrag an den Landtag will er das Projekt endgültig stoppen – mit Hilfe der Freien Wähler.

Olching – Vor der Kommunalwahl im März kocht das Thema Olchinger Südwest-Umfahrung wieder hoch – das an sich ist nicht so überraschend. Erwähnenswert ist allerdings: Die politischen Kräfte im Landtag, die sich gegen das Straßenbauprojekt aussprechen, scheinen sich zu bündeln.

Der Gröbenzeller Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Runge, das Gesicht des Protestes gegen die Trasse, hat einen Antrag an den Landtag formuliert, der die Umfahrung und alle derzeit schon stattfindenden Arbeiten, zum Beispiel Vorbereitungen zur weiteren Rodung von Bäumen, stoppen soll. Dieser soll noch im Januar dem Verkehrsausschuss vorgelegt werden. Runge hegt die Hoffnung, dass er Unterstützung von einem Partner aus der jetzigen Regierungskoalition erhält: den Freien Wählern (FW). Außerdem ist er sicher: „Bei den Mehrheitsfraktionen hat ein Umdenken stattgefunden.“

Zuvor waren etwa Petitionen aus den umliegenden Gemeinden, die eine höhere Verkehrsbelastung fürchteten, abgeschmettert worden. Der Streit um die Trasse, deren Kosten zuletzt auf insgesamt 4,7 Millionen Euro beziffert wurden, brodelt bereits seit Jahrzehnten. Die Befürworter hoffen auf eine Entlastung der innerörtlichen Straßen Olchings. Die Gegner schimpfen über Steuergeldverschwendung und Umweltzerstörung – und sprechen teilweise sogar von zusätzlichem Verkehr.

Freie Wähler: Dafür oder dagegen?

Mittlerweile sitzt in der Regierungskoalition ein prominenter Umfahrungsgegner: Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger. Dieser habe Runge kürzlich bestätigt, dass er weiter „massiv“ gegen das Projekt sei. Aiwanger hatte bereits 2017 vor etwa 50 Demonstranten auf einer Wiese an der Roggensteiner Straße, wo die Trasse entlang führen soll, seine Unterstützung bekundet. Er werde in München Druck machen, so der Niederbayer damals.

Laut Runge und auch dem Allinger FW-Landtagsabgeordneten Hans Friedl soll es demnächst ein Gespräch zwischen Aiwanger und Bayerns scheidendem Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) geben. Auch Friedl hat Runge grundsätzlich seine Unterstützung für dessen Antrag zugesagt – allerdings spreche er da nicht für seine ganze Fraktion. Der Allinger lässt gegenüber dem Tagblatt durchklingen, dass er eher auf ein klärendes Gespräch setzt: „Ich würde mir mehr Diplomatie und weniger Brechstange wünschen.“

Der Artenschutz

Runge zitiert in seinem Antrag die bekannten Argumente. Das aktuellste liefert ihm das Gesetzespaket zum Arten- und Naturschutz in Bayern, das am 1. August 2019 in Kraft trat. Ein Auszug lautet: „Der Naturhaushalt und das Landschaftsbild sind in größtmöglichem Umfang zu schonen.“ Runge hält dies auch für einen geeigneten Hebel: „So könnten die Befürworter von der Sache Abstand nehmen, ohne ihr Gesicht zu verlieren.“

Und dann noch diese Problematik: Die gesamte Trasse verläuft über 1,7 Kilometer Länge im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet des Starzelbaches. Die Kartierung wurde 2019 korrigiert – das von Hochwasser gefährdete Areal hat sich noch erweitert. Runge erörtert, dass eine neue wasserrechtliche Genehmigung nötig sei. Die Straße muss zudem auf einem Damm errichtet werden. Tausende Olchinger würden laut Runge in den Genuss eines neuen Lärmteppichs kommen.

Und für den Fall, dass die Genehmigung doch wieder erteilt werde, wovon Befürworter wie Olchings Vize-Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU) überzeugt sind, fügt Runge an: „Baurecht heißt noch lange nicht, dass auch gebaut werden muss.“ Hierüber hätten Staatsregierung und Landtag zu befinden. Im Olchinger Stadtrat gehört die Mehrheit mit CSU und SPD, deren Landtagsfraktion 2018 die gegnerische Petition unterstützte, zu den Befürwortern der Umgehungsstraße.

Infoveranstaltung

Am 3. Februar, 20 Uhr, laden die Freien Wähler zur Veranstaltung „Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen“ in die Eichenauer Friesenhalle, Hauptstraße 60, ein. Es spricht Umweltminister Thorsten Glauber. Dort wird es laut Hans Friedl auch um die Umfahrung gehen.

Auch interessant: Die Kommunalwahl in der Region Fürstenfeldbruck

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