Denise Schindler setzt sich für einen Olympia-Verzicht ein.

Sport in Coronazeiten

Radsport-Queen für Olympia-Verzicht

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Für Athleten ist die Teilnahme an Olympischen und Paralympischen Spielen der Höhepunkt ihrer Karriere. Sie trainieren hart, ringen um ihre Qualifikation und freuen sich auf diese ganz besonderen Wettkämpfe. Nun droht die Absage für Tokio. Betroffen davon ist auch Olchings Radsport-Queen Denise Schindler (34).

Olching Im Olympiajahr 2020 ist die Weltbevölkerung von einer so noch nie dagewesenen Pandemie betroffen, die für zahlreiche Absagen von Groß- und Kleinveranstaltungen sorgt. Noch gibt es keine offizielle Entscheidung des IOC, ob die Spiele abgesagt, verschoben oder stattfinden werden. Denise Schindler, dreifache Medaillengewinnerin bei den Paralympics in London und Rio, hat sich als erste prominente deutsche Behindertensportlerin für eine Verlegung der Olympischen und Paralympischen Spiele ausgesprochen. „Es ist unverantwortlich und widerspricht dem olympischen Geist, die Spiele während einer weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus stattfinden zu lassen. Wir Athleten lieben die Olympischen Spiele, aber genau deswegen ist es jetzt richtig, sie auf 2021 zu verschieben.“

Der Hauptgrund, warum Schindler sich eine Verschiebung auf 2021 wünscht, ist, Athleten und Bevölkerung zu schützen. „Das IOC hat eine Schutzpflicht gegenüber den Athleten. Wenn die Spiele stattfinden, wird ein Großteil der Sportler daran teilnehmen, weil wir nur alle vier Jahre die Chance dazu haben. Aber es wäre fahrlässig, 25 000 Athleten mit Betreuern und Funktionären durch die Welt reisen zu lassen. Wollen wir wirklich, dass der Sport für einen erneuten Anstieg der Infektionen weltweit verantwortlich ist?“

Laut Schindler, die seit ihrem sechsten Lebensjahr nach einem Straßenbahnunfall unterschenkelamputiert ist, sind zum jetzigen Zeitpunkt keine fairen Spiele mehr möglich. Viele Qualifikationswettkämpfe und Trainingslager wurden abgesagt, Stützpunkte und Fitnessstudios sind geschlossen. Die Radprofis aus Spanien und Italien haben Ausgangssperre oder sind in Quarantäne.

„Tokio stattfinden zu lassen, gefährdet die Weltgesundheit. Deshalb bin ich für eine Terminverschiebung auf das nächste Jahr“, sagt die mit einer Spezialprothese startende Radfahrerin. Für sie ist die Verlegung auf 2021 die sportlich fairste Lösung. „Dieser Zeitgewinn ist wichtig. Ein Jahr später gibt es wahrscheinlich einen Impfstoff und mehr Menschen sind immun gegen das Virus. Auch eine Verlegung trifft uns Sportler hart, weil niemand von uns weiß, ob wir nächstes Jahr gut genug sind, um uns nochmals zu qualifizieren. Aber persönliche Ambitionen auf Gold, Silber und Bronze müssen jetzt zurückstehen.“

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