Es wird eng: Im Olchinger Rathaus finden nicht mehr alle Mitarbeiter einen eigenen Platz.  Foto: weber
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Es wird eng: Im Olchinger Rathaus finden nicht mehr alle Mitarbeiter einen eigenen Platz.

Olching

Das Rathaus platzt aus allen Nähten: Umzugspläne für das Bürgerbüro

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Das Olchinger Rathaus platzt aus allen Nähten. Die Verwaltung prüft gerade zusätzliche Räumlichkeiten, die man anmieten könnte. Einzelne Bereiche könnten so ausgelagert werden. Möglicherweise bedeutet das, dass die Servicestelle für die Bürger schon bald umziehen wird.

Olching – Einen bereits konkret feststehenden Umzug des Bürgerbüros will Rathauschef Andreas Magg (SPD) ausdrücklich zwar so nicht bestätigen. Aber es gibt durchaus eindeutige Pläne, die in die Richtung gehen. „Wir halten seit geraumer Zeit Augen und Ohren auf, wo es Räumlichkeiten gibt, um Einheiten auszulagern“, erklärt Magg. „Wir sind mehr als auf der letzten Rille, was die Platzkapazität angeht.“ Es gibt kein frei verfügbares Büro mehr im Rathaus.

Ein Beispiel: Die Stadt hat eine neue Stelle für einen IT-Beauftragten geschaffen, der sich um die digitale Technik in den Schulen kümmern soll. Für diesen gibt es derzeit einen Schreibtisch zu wenig, er muss ihn sich mit jemand anderem teilen.

Auch wenn der „IT-Hausmeister“ viel vor Ort in den Schulen unterwegs sei, sei dies kein Zustand. Und Magg ist diese Personalie sehr wichtig: „Wir müssen die Digitalisierung der Schulen vor Ort bestreiten.“ Die Stelle ist derzeit allerdings wieder offen. Der erste Kandidat hat gekündigt. Es gibt aber wohl schon neue Bewerbungen.

Ganz generell wurde das Personal im Laufe der Jahre deutlich aufgestockt. Die Gemeinde wurde zur Stadt und verzeichnete einen enormen Zuwachs. Allein in den vergangenen zehn Jahren kam mit 4000 Einwohnern quasi ein mittelgroßes Dorf hinzu. Insgesamt leben 28 000 Menschen in Olching.

Aufgaben werden immer mehr

Somit wurden auch die Aufgaben für die Verwaltung immer mehr, wie der Bürgermeister betont. 2010 zählte das Rathaus noch 73 Mitarbeiter, zehn Jahre später 96. Das sind zwar nicht alles Vollzeitkräfte. „Es ist davon auszugehen, dass wir aktuell eine höhere Teilzeitquote haben“, erklärt Magg. Aber jeder Kopf benötige seinen Platz. Sich den Schreibtisch zu teilen, sei kaum möglich, da man ja zu den Öffnungszeiten da sein müsste.

In der Coronazeit werde einiges noch durch Homeoffice abgefedert, was aber nicht die generelle Lösung für das Kapazitätsproblem sein könne. Ein Rathaus-Neubau ist ebenso erst einmal nicht in Sicht. Also müssen Alternativen her. „Wir haben sogar schon über Container auf dem Parkplatz nachgedacht“, so Magg.

Feste Räume zu finden sei nämlich auch nicht so leicht. „Wir haben ja in Olching glücklicherweise nicht reihenweise Leerstände.“ Doch möglicherweise hat sich mittlerweile etwas aufgetan. Gerade werden laut Magg Räumlichkeiten geprüft – konkreter wird er nicht. Am ehesten käme aber wohl ein Umzug des Bürgerbüros infrage. Es sei ein eigenständiger Bereich, man könnte sogar andere Öffnungszeiten und eventuell einen zentraleren Standort anbieten als den an der Rebhuhnstraße.

Die Idee ist nicht neu: Das Bürgerbüro auszulagern kam in der Diskussion um die Paulusgrube ebenfalls zur Sprache. Bis die neue Bahnhofsmitte gebaut wird, dauert es aber noch. Die schnellere Lösung wären die angemieteten Zusatzräume. Wenn die coronageplagten städtischen Finanzen das hergeben und der Stadtrat zustimmt, könnte es dann recht zügig gehen mit dem Umzug.

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