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Auf einer Parkbank soll in Olching keiner nächtigen müssen. Deshalb will die Stadt etwas für die immer mehr werdenden Obdachlosen tun – etwa Wohnraum a nmieten oder Container aufstellen.

Zahl der Betroffenen steigt

Olching schafft Wohnraum für Obdachlose

Obdachlosigkeit hat in Olching rapide zugenommen. 2014 waren es noch 14 Fälle, mit denen die Stadt befasst war. Heuer waren es bis Ende August schon 39. Auch Kinder sind mittlerweile betroffen. Deshalb soll die Stadt nun Wohnraum für Obdachlose schaffen.

Gröbenzell – Auch der Hauptausschuss hat sich nun – nach dem Sozialausschuss – dafür ausgesprochen, den Kampf gegen die steigende Obdachlosigkeit aufzunehmen. Es ist angedacht, dass die Stadt selber Wohnraum anmietet und diesen dann an Obdachlose weitergibt. Die Wohnungen und Häuser könnten auch außerhalb Olchings liegen, denn Wohnraum in der Stadt ist knapp. Eine weitere Möglichkeit: Container, die auf städtischen Grund aufgestellt werden.

Zudem soll für Menschen, die bereits auf der Straße leben, eine Notschlafstelle in den Wintermonaten eingerichtet werden. Allerdings ist das erst für das kommende Jahr geplant. Denn im Rathaus geht man davon aus, dass in diesem Winter noch ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.

Doch wie geraten Menschen überhaupt in die Obdachlosigkeit? Das erläuterte Peter Söllinger, Leiter des städtischen Amtes für soziale Angelegenheiten, den Stadträten. Zum einen werde Olchingern wegen Eigenbedarfs die Wohnung gekündigt und sie fänden keinen Ersatz. Zum anderen seien aber auch Menschen aus dem osteuropäischen Raum betroffen, die beim Verlust ihres Jobs auch ihre Wohnung verlieren. Die dritte Gruppe seien anerkannte Flüchtlinge, die ein Dach über den Kopf suchen. Dabei spiele auch der Familiennachzug eine Rolle.

Und Söllinger schilderte noch ein weiteres Problem, das die Betroffenen haben. „Für mehr und mehr Personen reicht ein Obdach gar nicht aus. Sie benötigen wegen seelischer Auffälligkeiten auch dafür Unterstützung.“

Marina Freudenstein (SPD) begrüßte es, dass die Stadt tätig wird: „Das ist unsere Aufgabe.“ Sie wünschte sich, dass Olching im Wohnungsbau aktiv wird. Das unterstützten auch Ewald Zachmann (FW) und Ingrid Jaschke (Grüne). Jaschke forderte, dass schnell gebaut wird, beispielsweise in Holzständerbauweise mit Fertigteilen. „Wir können es nicht länger auf die lange Bank schieben.“

Dass die Stadt nichts tut, wollte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) nicht auf sich sitzen lassen. Er betonte, er kenne keine Kommune in der Umgebung, die so viele Wohnungen wie Olching anbiete, nämlich 250. Zudem würden weitere Wohnungen gebaut werden, etwa im Schwaigfeld und am so genannten Großen Berg.

Tomas Bauer (CSU) hatte Bedenken. „Wenn wir Unterkünfte schaffen, schaffen wir Anreize, nach Olching zu kommen“, sagte er. Für ihn stand fest: Aus finanziellen Gründen müsse niemand seine Wohnung verlieren. Soziale Unterstützungen verhinderten dies. Das sah Jaschke anders. Die Unterstützung sei gedeckelt. Den Rest müssten die Menschen selbst aufbringen.

Andreas Hörl (CSU) hatte vor allem die Unterbringung anerkannter Flüchtlinge im Blick. Diese Situation habe die Bundesregierung geschaffen. „Uns jetzt damit alleine zu lassen, da machen sie es sich zu einfach“, sagte er. Doch Zachmann entgegnete, der Ruf nach dem Staat sei immer gut, aber was solle er machen. Allerdings hatte er dann selbst eine Antwort auf diese Frage: Der Bund könne nämlich finanzielle Anreize schaffen, damit Kommunen Wohnungen bauen. (sus)

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