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Wie kann man mehr Klimaschutz erreichen. Darüber diskutierten Olchinger Schüler.

Olching

Schüler stellen dem Stadtrat ihr Klima-Konzept vor

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Wenn es nach 30 Schülern des Olchinger Gymnasiums geht, dann hätte die Stadt längst den Klimanotstand ausrufen sollen. Die Jugendlichen haben in einem Workshop Maßnahmen erarbeitet – und diese den Entscheidungsträgern vorgestellt. Wichtiger Punkt: die Verbesserung bei Bus und S-Bahn.

Olching – Fridays for Future war nur der Anfang. Zumindest im Olchinger Gymnasium arbeitet man längst am nächsten Schritt: ein Konzept für den Klimaschutz. 30 Schüler aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen haben sich in einem Workshop intensiv damit beschäftigt, welche Verbesserungsmöglichkeiten es vor der eigenen Haustür gibt. Unter Anleitung von Lehrer Oliver Schuppach präsentierten sie die Ergebnisse den Vertretern der Stadt – erst dem Stadtentwicklungsausschuss, dann dem Stadtrat.

„Wir wollen sicher und stressfrei in die Schule kommen“, ließen die Schüler verlauten. Dazu müsse aber der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) zuverlässiger funktionieren. Eine Anmerkung, die bei Bürgermeister Andreas Magg (SPD) auf Widerstand stieß. Das System des ÖPNV sei in Ordnung. Die Schüler forderten außerdem den Ausbau von Fahrradstraßen und Radwegen. Allerdings: Von E-Scootern (elektrischen Rollern) wollen sie nichts wissen. Besser wäre es, das sogenannte Bikesharing (flexibler Fahrradverleih) voranzutreiben. Mehr Fahrradständer bräuchte es ohnehin. Problematisch werde es jedoch bei Stellplätzen für Gefährte samt Anhänger für Kinder, so Magg.

Stellten dem Stadtrat die Ergebnisse ihres Workshops vor: Eine Delegation von Schülern des Olchinger Gymnasiums. Am Mikro ist gerade Mira Sökefeld. 

Als interessanten Aspekt bewertete der Bürgermeister den Wunsch der Jugendlichen nach der Umsetzung einer „Essbaren Stadt“, in der Flächen für den Anbau von Obst oder Gemüse zur Verfügung stehen sollten. „Es gibt aber bereits viele Obstbäume, bei denen die Bürger nicht wissen, dass sie dort etwas nehmen können,“ wandte der Bürgermeister ein. Doch die Schüler wollen noch weiter gehen. So sollte es ihrer Ansicht nach in öffentlichen Einrichtungen mehr vegetarisches Essen angeboten werden.

Steigerungsfähig ist ihrer Ansicht nach das Erscheinungsbild der Hauptstraße. „Es ist nicht die schönste Straße, um sich dort zu bewegen oder zu entwickeln“, hieß es. Straßencafés oder mehr Grünflächen könnten dies aus Sicht der Schüler ändern. Zudem sollte man die Straßenführung für Kraftfahrzeuge unattraktiver machen.

Als ebenfalls wünschenswert erachteten die Schüler, Geschäftsideen wie Unverpackt-Läden zu fördern. Das verbanden sie mit einer Mahnung an die Wegwerf-Gesellschaft. Einwegmüll wie bei Coffee-to-go-Bechern sollte vermieden werden. Die Jugendlichen würden zudem wieder Sperrmüll-Abholtage einführen oder Tauschbörsen anbieten.

Das sind die Reaktionen: „Noch keine Revolution ging von alten Männern aus“

Die Schüler hatten zweimal die Gelegenheit, die Ergebnisse des Klimaworkshops zu präsentieren: Einmal im Stadtentwicklungsausschuss (SEA), an dem weniger Stadtratsmitglieder mitwirken, und einmal im Stadtrat, wo in der Regel alle vertreten sind. „Beim ersten Mal haben sich einige von uns nicht richtig ernst genommen gefühlt“, erklärte eine Schülerin zu Beginn des Vortrags. Grünen-Sprecherin Ingrid Jaschke mutmaßte, dass die Schüler sich möglicherweise nicht ernst genommen gefühlt hätten, weil es im Stadtentwicklungsausschuss keine Reaktionen der Fraktionen gegeben habe. „Das war vielleicht falsch“, erklärte Jaschke.

 Sie lobte ausdrücklich, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Der SPD-Referent für Umwelt- und Klimaschutz, Alfred Münch, empfahl den jungen Klimaschützern: „Seid ruhig mutiger.“ Sie sollten nicht nur den Ausbau von erneuerbaren Energien auf öffentlichen Gebäuden fordern, sondern ganz generell. Er erinnerte aber auch daran, dass es schon seit 2015 einen Grundsatzbeschluss zum Klimaschutz in der Kommune gibt. Das Ziel ist die CO2-Neutralität bis etwa 2036. Das könne man im Internet nachlesen. CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer richtete auch kritische Worte an die Schüler. „Umweltschutz ist nicht das einzige Ziel“, sagte er. Er fragte: „Was hätte es für wirtschaftliche Konsequenzen, wenn man Autos verbietet, wenn weniger BMWs gekauft werden?“ Dann würde das Land in eine Massenarbeitslosigkeit rutschen. „Ich wäre außerdem vorsichtig mit dem Begriff Notstand“, erklärte Bauer. Er kenne diesen noch aus einem anderen Kontext. Für ihn bedeute dies klar: Alle anderen Dinge stehen hinten an. 

Schülerin Mira Sökefeld entgegnete Bauer: „Wir fordern erst einmal mehr Zebrastreifen, nicht das Verbot von allen Autos.“ Es sollten erst einmal mehr Maßnahmen für den Klimaschutz ergriffen werden, nur darum ginge es. FDP-Stadtrat Andreas Teichmann ermutigte die Kinder, weiterzumachen. „Noch keine Revolution ist von alten Männern ausgegangen.“ Für die Freien Wähler sprach Ewald Zachmann. Es sei schon ein Zeichen, dass die Schüler ernst genommen werden, dass sie die Möglichkeit bekommen haben, ihr Anliegen vorzutragen. Bürgermeister Andreas Magg versicherte: „Wir bleiben im Dialog.“ Die Vorschläge der jungen Klimaschützer sollen dokumentiert werden. Er animierte die Jugendlichen, sich politisch in Parteien zu engagieren. Da könnten sich die meisten nämlich nicht gerade über einen Ansturm neuer junger Mitglieder freuen.

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