Fleißige Spendensammlerinnen (v.l.): Sylvia Lindner, Brigitte Schwaninger, Ulrike Ellenrieder, Claudia Nebauer-Hruska.

Olching

Seit 90 Jahren engagieren sich Frauen für ihre Pfarrei

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Angefangen hat alles mit einem Mann: Pfarrer Friedrich Pfanzelt lud für den 2. Februar 1930 zu einem Treffen ein, das zum Ziel hatte, einen katholischen Frauenbund in Olching ins Leben zu rufen.

Olching –  Mit Erfolg: Am kommenden Sonntag feiert der KDFB Olching sein 90-jähriges Bestehen unter dem Motto „Starke Frauen – damals und heute“. Schirmherrin ist CSU-Bundestagsmitglied Katrin Staffler.

Wie Vorsitzende Brigitte Schwaninger mitteilt, hatte die damalige Sekretärin des Münchner Frauenbundes offenbar überzeugende Argumente. Denn noch am Nachmittag der Gründungsveranstaltung traten 120 Frauen bei und es wurde ein Vorstand gewählt. Es waren Frauen, die den Ersten Weltkrieg durchleben mussten. „Da hieß es: Anpacken und nicht lange überlegen.“ Das galt auch für den Zweiten Weltkrieg. Zur Kernarbeit gehörten: Lebensmittel und Wäsche sammeln und verteilen, Weihnachtspäckchen packen (finanziert durch die alljährliche Aktion „Glückshafen“), Kommunionkinder unterstützen, Mütter nach der Entbindung versorgen durch die Aktion „Babykorb“ und kranke Mitglieder besuchen.

Man traf sich in der Kirche, diese Zusammenkünfte hatten die Nationalsozialisten nicht verboten. Als der Krieg zu Ende war, brauchten Heimatvertriebene Hilfe. Der Frauenbund sorgte dafür, dass sich die Betroffenen zuhause fühlen konnten. „Das ist eben Integration gewesen“, sagt Schwaninger.

Die Gruppe wurde mit 700 Mitgliedern zum größten Verein Olchings. Den Festgottesdienst zum 25-jährigen Bestehen hielt der mittlerweile zum Prälat ernannte Pfanzelt. Sein Nachfolger Pfarrer Georg Handwerker leistete in den Fünfziger und Sechziger Jahren Schützenhilfe für den Verein: Bräuten wurde im Gespräch mit dem Geistlichen nahegelegt, dem KDFB beizutreten.

Ende der 1960er-Jahre entstand der Frauenkreis. Dieser richtete sich an jüngere Frauen, um den Nachwuchs zu fördern. Es standen Ausflüge, Theaterbesuche, Kochkurse und Faschingsveranstaltungen auf dem Programm – aber auch die Wahrung der Tradition etwa bei Wallfahrten und Gebetskreisen. Dabei ging es aber nicht nur um die Gaudi, es wurden auch fleißig Gelder gesammelt. So kamen beim Handarbeiten und Weihnachtsbasar 20 000 DM zusammen für die Renovierung der Pfarrkirche Ende der 1970er-Jahre. Seit 1993 wird ein Franziskanerinnenorden unterstützt, der sich um Straßenkinder in Brasilien kümmert, alles finanziert durch wohltätige Veranstaltungen. Im Schnitt kommen jährlich etwa 5000 Euro Spendengelder zusammen.

Ein Meilenstein war die Gründung des Familienpflegewerks 1972, deren Träger der katholische Frauenbund ist. 1983 wurde die Mutter-Kind-Gruppe ins Leben gerufen. Aus den damaligen jungen Müttern sind längst Großmütter geworden, so etwa Brigitte Schwaninger. 1988 folgten die Mittwochs-Sportgruppe „Fit um 9“, später dann Walkinggruppen und Englischkurse. Stillstand gab es nicht: 1994 fand sich eine neue Untergruppe, genannt Miteinander, eine Nachfolgegruppe des mittlerweile aufgelösten Frauenkreises. Seit den 2000er-Jahren ist der Wirkungskreis der ehrenamtlichen Tätigkeit noch erweitert worden: zum Beispiel durch den Pflanzenflohmarkt im Pfarrgarten und das Binden und der Verkauf von Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt. Nicht zu vergessen der jährliche Weiberfasching. Jetzt steht aber erst die Jubiläumsfeier an.  gar

Die Feier am 2. Februar

beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Peter und Paul mit Monsignore Rainer Boeck, Geistlicher Beirat des KDFB Landesverband München, dem Kirchenchor und dem Bläserquartett unter der Leitung von Herrn Wolfgang Mann. Der Festakt im Anschluss ist für geladene Gäste und Mitglieder.

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