Bietet ihr Schaufenster für eine Plakataktion an: Helga Reffle vor ihrem Shop in Olching.  Foto: weber
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Bietet ihr Schaufenster für eine Plakataktion an: Helga Reffle vor ihrem Shop in Olching.

Olching

Werbung für andere Geschäfte: Solidarität im Schaufenster

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Auch wenn es kein kompletter Lockdown wie im Frühjahr ist: Einige Geschäfte und die Gastro werden hart dadurch getroffen. Eine Olchinger Geschäftsfrau hat nun eine Idee, wie sie helfen kann: Sie bietet ihr Schaufenster für eine Plakataktion an.

Olching – Statt Hosen, Kleider und Blusen sollen Passanten in den Schaufenstern der Modeboutique „Trend Shop“ an der Hauptstraße 8 in Olching künftig Speisekarten oder Werbung für Hautcremes sehen. Inhaberin Helga Reffle will Restaurants, Cafés und anderen Betrieben helfen, die ab 2. November aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen schließen müssen. Deshalb bietet sie ihre Schaufenster für eine Plakataktion an.

„Viele stellen jetzt wieder auf Essen zum Mitnehmen oder Lieferdienste um. Um das bekannt zu machen, können sie ihre Angebote und Speisekarten bei mir aufhängen“, sagt Reffle. Die Idee dafür kam ihr, als sie nach der Verkündung des zweiten Lockdowns mit einer befreundeten Kosmetikerin über WhatsApp schrieb. „Sie war fix und fertig, weil sie schließen muss. Ich habe sie getröstet und ihr angeboten, dass sie ihre Kosmetikprodukte, die sie weiterhin verkaufen darf, bei mir im Schaufenster bewerben kann. Außerdem kann sie meinen Laden als Abholstation nutzen.“

Andere unterstützen

Kunden könnten so die bestellten Gesichtscremes oder Lippenstifte in der Boutique abholen. Außerdem entdeckte Reffle auf Facebook die Ankündigung eines Restaurants, auf Essen zum Mitnehmen umzustellen. „Ich habe das beim ersten Lockdown häufig genutzt, musste aber immer im Internet suchen, wer so etwas anbietet. Aber nicht alle Leute nutzen Facebook oder Instagram.“ Also entstand die Idee, die Schaufenster nicht nur ihrer Freundin als Werbefläche zur Verfügung zu stellen. „Die Menschen, die hier vorbeischlendern, sollen hier lesen, welche Angebote es alles gibt“, lautet Reffles Idee.

Ihre Hoffnung ist, dass sie so einen kleinen Beitrag leisten kann, die „ausgeknockten“ Betriebe zu unterstützen. „Ich war während des ersten Lockdowns in derselben Situation und habe fünfeinhalb Wochen schließen müssen. Das war wirklich hart.“ Auf Facebook und Instagram fordert sie alle Geschäfte, die vom Lockdown betroffen sind, auf: „Während der Öffnungszeiten könnt ihr mir echt alles bringen, das Gehör finden soll. Ich werde alles aufhängen.“

Die Plakate will sie einheitlich gestalten. Dafür hat sich Reffle ein rotes Herz als Logo und den Slogan „Solidarisch mit euch“ überlegt. Bezahlen müssen die Betriebe dafür nichts. „Es kostet mich selbst schließlich auch nichts – weder Zeit noch Geld“, sagt sie.

Sechs Interessenten hätten sich bereits gemeldet, darunter ein Restaurant, ein Café, aber auch mehrere Künstler. Bilder will Reffle zwar nicht ausstellen, aber Hinweise auf Online-Shops seien willkommen.

Die Olchingerin hofft, dass andere Einzelhändler ihrem Beispiel folgen. Das Logo gibt sie gerne weiter. „Es wäre schön, es bald in allen Schaufenstern im Landkreis zu finden.“

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