Stadtmarketing-Konzept

Olching soll sich besser vermarkten

Nicht nur für Unternehmen ist Marketing von großer Bedeutung. Auch Kommunen müssen sich heute vermarkten. Deshalb hat der Gewerbeverband jetzt ein Stadtmarketing-Konzept auf den Weg gebracht.

Olching – Das Interesse an einem Stadtmarketing-Verein für Olching ist groß. Über 200 Menschen waren im Sportheim des SC Olching erschienen, um sich das Konzept vorstellen zu lassen. Und auch die Stadt steht hinter dem vom Gewerbeverband angestoßenen Projekt.

Leer stehende Geschäfte, eine tote Innenstadt, Wegzüge von Bürgern – von diesem Horroszenario ist Oching laut der Gewerbeverbandsvorsitzenden Sandra Pfend-Strobel noch weit weg. Dennoch soll ein Verein für Stadtmarketing dafür Sorge tragen, dass die Attraktivität Olchings weiter gesteigert wird. „Wir wollen möglichen Entwicklungen frühzeitig entgegenwirken, und nicht erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, sagt Pfend-Strobel.

Als Vorbild dient das Stadtmarketing in Neuburg an der Donau, das es bereits seit knapp 15 Jahren gibt. Vier Festangestellte kümmern sich dort um Eventmanagement, Standortmarketing, diverse Projekte des Gewerbes und um die Netzwerkarbeit. Auf Basis des Neuburger Modells, das die dortige Geschäftsführerin Vanessa Korn in Olching vorstellte, soll künftig auch der Olchinger Verein arbeiten. Mit der Werbegeminschaft Olching-Plus ist man laut Pfend-Strobel bereits gut aufgestellt. „Bisher haben wir jährlich acht bis zehn Veranstaltungen mit einem Budget von 60 000 Euro“, sagte sie. Doch die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Arbeiter ist ausgereizt. „Dabei wäre doch noch so viel mehr möglich“, sagte die Gewerbeverbandschefin.

Aus diesem Grund soll die Arbeit durch den neuen Verein professionalisiert werden. Um einen finanziellen und organisatorischen Grundstock zu haben, werde die Werbegemeinschaft Olching-Plus komplett in den neuen Verein überführt, erläuterte Pfend-Strobel.

Verein und Stadt sollen sich Kosten teilen

Außerdem will die Gewerbeverbandsspitze interimsweise den neuen Verein führen, bis ein hauptamtlicher Geschäftsführer gefunden ist. Doch damit ist es nicht getan. Ein Löwenanteil der Finanzen soll durch Mitgliedsbeiträge in die Kassen fließen (siehe Kasten). Aber auch die Stadt soll in die Pflicht genommen werden.

Zu Beginn rechnen Pfend-Strobel und ihre Mitstreiter mit Personalkosten für eineinhalb Stellen in Höhe von 95 000 Euro. Weitere 55 000 Euro sollen in Events und das Marketing fließen. Neben den bestehenden Veranstaltungen wie dem Tag des Kunden oder der Nacht der Kunst sollen neue Events erarbeitet werden, die die Identifikation der Bürger mit Olching steigern. Auch bestehende Projekte wie die Olching-Plus-Card sollen fortgeführt werden.

Die Gesamtkosten von 150 000 Euro sollen, so das Konzept, je zur Hälfte durch den Verein (Mitgliedsbeiträge und Sponsoring) und die Stadt in Form eines Zuschusses gestemmt werden. Wie Bürgermeister Andreas Magg erläuterte, steht der Stadtrat dem Ansinnen, das Image Olchings weiter zu steigern, sehr offen gegenüber: „Denn entscheidend ist, dass sich die Menschen mit Olching verbunden fühlen. Dann hat die Stadt viele Zukunftschancen.“

Das sahen offenbar auch die Besucher im SCO-Heim so. Auf die Frage, wer das Stadtmarketing für eine gute Idee halte, gingen jedenfalls reihenweise die Hände nach oben. Finden sich nun genügend Mitglieder und stimmt der Stadtrat in seiner November-Sitzung dem Zuschuss zu, dann soll im Januar kommenden Jahres die Gründungsversammlung des Vereins stattfinden.

Breite Basis ist nötig

Damit das Stadtmarketing funktioniert, ist der zu gründende Verein auf eine hohe Zahl von Mitgliedern angewiesen. Die Initiatoren um Gewerbeverbandschefin Sandra Pfend-Strobel wollen deshalb eine möglichst breite Basis. Unternehmen und Gewerbetreibende sollen ebenso ins Boot geholt werden wie Freiberufler, Vereine, Kirchen, die Stadt und Grundstückseigentümer. Der Mitgliedsbeitrag soll gestaffelt werden – je nach dem Nutzen, den der Betroffene aus seiner Mitgliedschaft zieht. „Ein Freiberufler ohne Mitarbeiter soll circa 150 Euro im Jahr bezahlen, ein Einzelhandel in der Innenstadt ungefähr 500 Euro“, erläuterte die Gewerbeverbandschefin. Dafür können die Mitglieder dann spezielle Leistungen in Anspruch nehmen. Zum Beispiel können sie an den Verkaufs- und Präsentationsveranstaltungen ohne weiteres Entgelt teilnehmen, Vereine sollen Unterstützung bei Veranstaltungen erhalten, für Eigentümer gewerblicher Wohnobjekte könnte eine Vermieterbörse geschaffen werden. „Wir haben aber noch viele andere Ideen“, sagte Pfend-Strobel. Man dürfe sich überraschen lassen. (ad)

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