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Die Sozialtickets gibt es nicht am Fahrkartenautomaten, sondern in der Kanzlei von Manfred Fratton am Olchinger S-Bahnhof. 

Geschenk vom Ex-Grünen-Stadtrat

Gespendete Sozialtickets für bedürftige Olchinger liegen jetzt bereit

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In anderen Kommunen besteht es schon lange, nun gibt es das Angebot auch in Olching: Bedürftige können mit einem Sozialticket die S-Bahn nutzen. Für die Grünen ein Erfolg – dennoch äußern sie Kritik.

Olching – Knapp ein halbes Jahr nachdem der Ex-Grünen-Stadtrat Manfred Fratton seinen Rücktritt verkündet hat, können bedürftige Olchinger nun sein Abschiedsgeschenk nutzen. Der Jurist hatte im Februar eine zweckgebundene Spende an die Stadt gerichtet, mit der zwei Jahresabos der übertragbaren „IsarCard 9 Uhr“ für Bedürftige angeschafft werden sollten. Er startete damit quasi eine private Initiative, nachdem mehrere Vorstöße seiner Fraktion im Stadtrat erfolglos verlaufen sind. Bereits im Herbst 2016 hatten die Grünen eine Einführung von Sozialtickets beantragt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Im Haushalt 2017 wurden entsprechende Mittel eingestellt, aber nicht umgesetzt. Ein erneuter Antrag für 2018 wurde schließlich abgelehnt.

Manfred Fratton spendete die Tickets zumAbschied.

Nach Frattons Spende gab es dann wiederum offenbar einige bürokratische Hindernisse. Die Frage war: Wo sollten die Tickets ausgelegt werden, wie gelangen sie tatsächlich an Bedürftige? Immer wieder hakten die Grünen in Ausschüssen und im Stadtrat nach. Frattons Geld wurde lange nicht abgerufen, der ehemaligen Grünen-Stadtrat zweifelte schon daran, dass es überhaupt noch irgendwann bedürftigen Olchingern zugutekommen wird. Er hatte auch vorgeschlagen, dass er – sollte sich keine andere Möglichkeit wie etwa Bücherei oder Rathaus finden – die Tickets in seiner Kanzlei zur Abholung auslegt. Die befindet sich ganz in der Nähe des Olchinger S-Bahnhofes. Genauso kam es jetzt auch. Wer ein Sozialticket nutzen will, kann dieses bei Fratton abholen.

Grüne kritisieren „unwürdiges Herumlavieren“ des Bürgermeisters

Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Jaschke freut sich: „Endlich gibt es in Olching dieses Angebot für bedürftige Bürger“, sagt sie. Sie dankt ausdrücklich ihrem ehemaligen Stadtratskollegen. Manfred Fratton habe mit seiner großzügigen Spende der Stadt „auf die Sprünge geholfen“. Jaschke verhehlt dabei auch nicht, dass sie den Ablauf des Ganzen äußerst kritisch betrachtet. Fratton habe dem „unwürdigen Herumlavieren“ von Bürgermeister Andreas Magg (SPD) ein Ende gesetzt, so Jaschke.

Magg hatte bereits in der jüngsten Stadtratssitzung Ende Juli verkündet, dass die Tickets für Bedürftige nun vorliegen. Seinen Worten war zu entnehmen, dass er sich nicht unbedingt noch einmal ein derartiges Abschiedsgeschenk wünscht. Damals waren aber noch keine näheren Details zur Ausgabe genannt worden.

Fratton ist jedenfalls zufrieden. Die ersten Anmeldungen für das neue Angebot sind schon eingegangen, lässt er über die Grünen mitteilen. „Wir hoffen, dass sich das Angebot schnell herumspricht und von vielen Berechtigten genutzt wird“.

So funktioniert die Ausgabe

Wer die Sozialtickets nutzen will, kann sie sich in der Kanzlei von Manfred Fratton, Ilzweg 7 (in der Nähe des S-Bahnhofs), abholen. Sie werden gegen Vorlage eines Bedürftigkeitsausweises tageweise kostenlos ausgegeben. Voraussetzung ist eine telefonische Anmeldung unter (0 81 42) 42 22 60 während der Geschäftszeiten. 

Diese sind von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 17 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 15 Uhr. Eine Anmeldung ist bis zu fünf Tage vorher möglich. Die Rückgabe muss bis spätestens 10 Uhr des Folgetages erfolgen. Die Tickets gelten ganztägig – ausgenommen montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr – im Gesamtnetz des MVV. 

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