Nach starkem Regen bilden sich große Pfützen: Der Fritz-Endres-Weg in Olching soll nach Jahrzehnten erstmalig erschlossen werden – was die Anwohner bezahlen müssten.
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Nach starkem Regen bilden sich große Pfützen: Der Fritz-Endres-Weg in Olching soll nach Jahrzehnten erstmalig erschlossen werden – was die Anwohner bezahlen müssten.

Olching

Weg ist voller Schlaglöcher: Anwohner sollen Straßenbau bezahlen

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Bei Neubaugebieten ist das ein völlig normaler Vorgang: Die Erschließung der Straße wird auf die Grundstückseigentümer umgelegt. In Olching gibt es nun einen speziellen Fall: Der teils ziemlich holprige Fritz-Endres-Weg soll nach Jahrzehnten erstmalig erschlossen werden. Auf die Anwohner würden somit erhebliche Kosten zukommen.

Olching – Der Fritz-Endres-Weg ist eher klein, er hat gerade einmal eine Länge von 180 Metern, manch ein Stadtrat kennt ihn gar nicht. Dennoch führt er zu 16 Häusern. Gerade nach starkem Regen bilden sich in den Schlaglöchern große Pfützen. Das Wasser läuft auf die Grundstücke, teils entwässern diese über die Straße. Insgesamt eine eher chaotische Situation, wie das Bauamt festgestellt hat.

Der Bauausschuss hat deshalb nun in seiner jüngsten Sitzung darüber beraten, ob der Fritz-Endres-Weg zu einer richtigen Straße wird. Da es sich – im Gegensatz zum Straßenausbau – um eine erstmalige Erschließung handle, können die erwarteten Kosten zu 90 Prozent auf die Anwohner umgelegt werden. Es geht um einen Betrag von rund 247 500 Euro (von insgesamt 275 000 Euro), der Anteil richtet sich nach der Grundstücksgröße. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) betonte: „Rechtlich ist die Sache relativ klar.“ Und: „Je länger man wartet desto teurer wird es.“

Funktionierende Entwässerung

Eigentlich wird eine Straße gebaut, bevor die ersten Häuser entstehen. Insofern stellt der Fritz-Endres-Weg eine Besonderheit dar. Bauamtsleiter Markus Brunnhuber umriss kurz, was erstmalige Herstellung bedeutet: zeitgemäßer Belag, Leitungen etwa für Kanal und Telekommunikation und vor allem eine funktionierende Entwässerung.

Es ist nicht so, dass bislang gar nichts gemacht wurde. Die Fahrbahn wurde im Jahr 1977 zum Teil durch eine so genannte Makadamdecke befestigt. Im ersten Viertel des Straßenabschnitts gibt es Sickerschächte, der letzte Abschnitt inklusive Wendefläche besteht aus Kies. Gerade der unbefestigte Bereich bereitet bei Regen Probleme, die nur durch eine dauerhafte Lösung behoben werden könnten. Das sei laut Bauamt auch wirtschaftlicher.

Die Anwohner begrüßen ausdrücklich, dass sich die Situation verbessert. Das zumindest hat das Rathaus bei einer Umfrage im Herbst 2020 festgestellt, auf die es eine große Resonanz gegeben habe. Der Haken: Viele dachten, dass sie die Kosten nach Abschaffung der Straßenausbaubeiträge nicht mittragen müssen. Ein Irrtum.

Bedenken im Fachausschuss

Im Bauausschuss wurden einige Bedenken laut. So sprach Andreas Teichmann (FDP) an, dass es sich bei der Ersterschließung nach knapp 45 Jahren um eine ganz schön lange Zeitspanne handle. „Das mag rechtlich okay sein, aber politisch fragwürdig.“ Wo sei da das Ende? Nach 100 Jahren? „Das ist nicht nachvollziehbar.“ Bürgermeister Magg entgegnete: „Die Anwohner haben im Gegensatz zu anderen nie bezahlt für die Erschließung.“ Als Steuerzahler würde er diesen Umstand genauso kritisch sehen.

Auch SPD-Finanzreferent Fritz Botzenhardt zeigte klar Kante. „Ich habe als Finanzreferent überhaupt keine Lust, die Kosten für die Anwohner zu übernehmen.“ Vertretern der CSU-Fraktion bereitete dies jedoch einiges Kopfzerbrechen. „Es ist eine relativ kleine Straße, die Kosten treffen die Anwohner relativ hart“, stellte Josef Neumaier (CSU) fest. Sein Parteikollege Helmut Dellinger führte an, dass es dort ziemlich große Grundstücke gibt. „Bis zur Amper runter“, so Dellinger. Was für horrende Beträge kommen da auf die Menschen zu? Bauamtsleiter Markus Brunnhuber konnte ihn zumindest insofern beruhigen, dass es eine Tiefenbegrenzung gibt – und für Eckgrundstücke eine Ermäßigung.

Trotz kritischer Stimmen hat der Ausschuss empfohlen, das Vorhaben anzugehen und entsprechende Schritte einzuleiten. Der Ball liegt nun beim Hauptausschuss, der am 17. Juni tagt.

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