Berufsverkehr
+
Autos stauen sich im Berufsverkehr (Symbolbild)

Kritische Stimmen

Südwestumfahrung: Gegner formieren sich zu neuem Protest

Die geplante Südwestumfahrung für Olching bleibt weiter ein Streitthema. Die Gegner des Projekts starten mit neuen Protesten.

Olching – Geht es nach staatlichem Bauamt und den Befürwortern ist die Lage klar: Die Südwestumfahrung nahe des Starzelbaches soll gebaut werden, die Grundlagen sind von höchstrichterlicher Instanz geschaffen worden, allerdings muss noch geprüft werden, wie man auf die jüngste veränderte Kartierung der Überschwemmungsgebiete reagiert. Seit Jahrzehnten läuft die Planung, der Baubeginn ist demnach nur durch eine Formalie verzögert – heißt es.

Aus den Reihen der Gegner, die ebenso beharrlich agieren, insbesondere zu Wahlkampfzeiten, klingt das anders. Einer von ihnen ist das Allinger Landtagsmitglied Hans Friedl (Freie Wähler). Bei einem Pressegespräch soll er vor Kurzem sogar eine weitere Petition ins Spiel gebracht haben – so wie es auch schon die Nachbarkommunen Eichenau und Gröbenzell im vergangenen Jahr getan hatten, jedoch ohne Erfolg.

Die Freien Wähler beklagen eine Fehlplanung

Ewald Zachmann, Stadtratsmitglied der Freien Wähler, hat sich per Brief an Vize-Ministerpräsidenten und Parteikollegen Hubert Aiwanger gewendet. Wie auch der Gröbenzeller Grünen-Landtagsabgeordnete und erklärte Umfahrungsgegner Martin Runge bezeichnet er die Umfahrung als „Paradebeispiel für eine verfehlte Planung“.

Der Planfeststellungsbescheid hätte lediglich Gnade vor den Augen des Verwaltungsgerichtshofes gefunden, nachdem er vorher kassiert worden war, schreibt der Jurist. Mit den Rodungsarbeiten sei voreilig begonnen worden. Die Umsetzung liegt laut Zachmann derzeit auf Eis, weil durch den veränderten Hochwasserschutz tatsächlich rechtliche Hindernisse bestünden. Zachmann führt die bereits von Gegnern (wie der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching) genannten Argumente an – wie zum Beispiel das miserable Kosten-Nutzen-Verhältnis in der Rechnung und die somit unnötige Zerstörung des natürlichen Lebensraums.

Befürworter fürchten den Verkehrskollaps, falls die Umfahrung nicht kommt

Die Befürworter der Umfahrung wollen das nicht auf sich sitzen lassen. Olchings Vize-Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU) wirft den Freien Wählern und Grünen vor, Unfrieden in der Olchinger Bevölkerung stiften zu wollen. Sie betont erneut: Petitionen, die rechtskräftig abgeschlossene Gerichtsverfahren betreffen, seien nicht zulässig.

Christian Portenlänger von der Interessengemeinschaft Ortsumgehung Gröbenzell führt diverse Argumente an, die die Umfahrung notwendig machen. Er spricht von Verkehrskollaps, überfüllten Straßen, dicker Luft und keiner Lebensqualität. Nebenstraßen würden als Schleichwege genutzt und für Rettungsfahrzeuge sei dann kein Durchkommen möglich. Es sei die Aufgabe der Behörden, dafür zu sorgen, dass der Verkehr reibungslos fließt.

Emmering soll vom Durchgangsverkehr befreit werden

Es fehle eine Ausweichstrecke, insbesondere für den Schwerlastverkehr. Der Kreisel am Roßhaupter Platz hätte seine Aufnahmekapazitäten längst überschritten. Auf die neue Trasse würden rund 9000 Fahrzeuge täglich ausgeleitet. Auch die Emmeringer sollten dadurch vom Durchgangsverkehr befreit werden. Außerdem sei zu erwarten, dass die Verkehrsbelastung mit dem Bau des Gewerbegebietes an der Eichenauer S-Bahn noch steigt. Die Mehrbelastung könne durch die Umfahrung aufgefangen werden.

Seit 25 Jahren schon schwelt die Debatte um die Olchinger Südwestumfahrung. Eine Übersicht über die Gemengelage.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare