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Diese Bautafel steht schon lange am Nöscherplatz in Olching. 

Olching

Tiefgarage kommt Kirche zu nah

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Es dürfte eine der Fragen sein, die in Olching derzeit am häufigsten gestellt werden: Wann macht eigentlich das neue Café am Nöscherplatz auf? Immerhin hätten die Bauarbeiten für das Wohn- und Geschäftsgebäude längst beginnen sollen. Nun ist klar: Es muss erst noch einmal umgeplant werden.

Olching – Der Bauausschuss hat sich nun erneut mit dem Vorhaben am Nöscherplatz beschäftigt. Die Frage nach dem aktuellen Stand war immer wieder aufgetaucht. Immerhin steht auf der Bautafel: Realisierungszeitraum 2019/2020. Passiert ist aber noch nichts.

Jetzt schaffte Bauamtsleiter Markus Brunnhuber Klarheit: „Es gab ein Problem mit der Tiefgarage.“ Eigentlich sollten unterirdisch acht Stellplätze entstehen. Der ursprüngliche Standort musste allerdings geändert werden, weil er in dieser Form zu nahe an die denkmalgeschützte Kirche gerückt wäre – näher als das Hauptgebäude. Das brachte bautechnische Probleme mit sich und explodierende Kosten. Laut Bauamt hätte man für einen Stellplatz rund 138 000 Euro einkalkulieren müssen.

Das wiederum monierte die Regierung von Oberbayern, die das Projekt fördert, da in dem Neubau sieben kommunale Wohnungen entstehen. Die Planungen für die Parkplätze im Untergeschoss wurden als unwirtschaftlich erachtet. Die Finanzspritze vom Freistaat stand auf der Kippe.

Neue Variante

Das Bauamt hat nun eine neue Variante vorgestellt: keine Tiefgarage, dafür öffentliche Stellplätze an der Nöscherstraße. Durch den Wegfall der Zufahrt in die Tiefgarage würden mehr Stellplätze entstehen – insgesamt zwölf. „Der Vorteil gegenüber der Tiefgarage ist, dass sie nachts für die Bewohner frei wären und tagsüber für Gäste des Cafés.“ Außerdem könne man Fahrradstellplätze und einen Mülllagerraum schaffen.

Im Gremium stieß der neue Vorschlag auf Kritik. Josef Neumaier (CSU) sprach an, dass die Mieter keinen festen Parkplatz haben. „Das halte ich für eine ungute Geschichte.“ Sein Fraktionskollege Robert Meier fragte: „Hätte man das Problem mit der Tiefgarage nicht früher erkennen können?“ Die Projektgenehmigung habe man schließlich bereits vor zwei Jahren erteilt. In jüngster Vergangenheit hätte es immer geheißen: „Wir warten jeden Tag auf die Genehmigung.“

Meier äußerte außerdem Bedenken, dass die Planungsänderungen nun wieder Monate dauern. Bauamtsleiter Brunnhuber war da optimistischer: „Die Änderungen sind überschaubar.“ Das könne „flankierend“ mitlaufen.

Der Pachtvertrag

Wirtschaftreferent Marcel Gemmeke (CSU) erkundigte sich nach den Konsequenzen für den bereits bestehenden Pachtvertrag. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) hatte im vergangenen September verkündet, dass der Vertrag mit der Confiserie „Neßbach und Schwalber“ unterschrieben wurde. Damals ging man davon aus, dass die Arbeiten im Frühjahr beginnen. Bauamtsleiter Brunnhuber entgegnete: „Der Pächter weiß Bescheid, er braucht die Tiefgarage nicht.“ Josef Gigl (FWO) bohrte nach: „Entstehen Kosten, weil wir den Termin nicht halten?“ Die Antwort gab es nur nicht-öffentlich.

Gigl regte außerdem an, dass man noch Parkplätze zum Be- und Entladen reserviere. Das wurde aufgenommen. Das Gremium stimmte schließlich mehrheitlich für die neuen Pläne. Die Grünen sprachen sich aber gegen die Parkplätze an der Nöscherstraße aus. Heide Kuckelkorn, schon immer skeptisch gegenüber dem „überdimensionierten“ Vorhaben, äußerte sich drastisch: „Ich bin relativ entsetzt über das Ganze.“ Sie fürchtet außerdem um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern.

Dritte Bürgermeisterin Ingrid Jaschke (Grüne), die die Sitzung leitete, warb für die Variante. „Ich halte den Verzicht auf die Tiefgarage für sinnvoll.“ Sie sprach von über einer halben Million Euro Ersparnis. Allerdings wünschte sie sich, die Lösung mit den Parkplätzen noch einmal genauer zu überarbeiten.

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