Das Rathaus in Olching. (Archivfoto)
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Das Rathaus in Olching. (Archivfoto)

Am Olchinger Friedhof

Umstrittener Garage droht der Abriss

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Eine Privat-Garage, die auf einem von der Stadt verpachteten Grünstreifen am Olchinger Parkfriedhof gebaut wurde, ist im Wahlkampf 2020 zum Politikum geworden. Nun sieht es so aus, als gehöre sie bald der Vergangenheit an.

Olching – Zumindest wurden die ersten Weichen für einen Abriss der Garage und die Kündigung des Pachtvertrages mit einem stadtbekannten Bauunternehmer gestellt. Das lief im Vergleich zu den Ereignissen vor rund einem Jahr recht nüchtern ab. Der Olchinger Stadtentwicklungssausschuss votierte mehrheitlich (acht zu drei Stimmen) dafür, die ursprünglich geltenden Rahmenbedingungen im Zuge einer Umgestaltung des Eingangs zum Parkfriedhof an der Feldstraße wiederherzustellen. Bedeutet auch: Abriss der auf dem Areal errichteten Garage.

CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer, der die Sache ins Laufen gebracht hatte, betonte ausdrücklich: „Das Ziel ist eine Umgestaltung auf Basis des bestehenden Bebauungsplans – und zwar ohne die Befreiung.“ Nun hängt es von politischer Seite noch an der Entscheidung des Hauptausschusses, ob Olchings wohl bekannteste Garage am Friedhof die ewige Ruhe findet. Die Mehrheiten dürfen aber klar sein.

Der Fall schlug vor rund einem Jahr – kurz vor der Bürgermeisterwahl – Wellen: Der Bauunternehmer hatte schon vor Jahren einen Grünstreifen an der Feldstraße von der Stadt gepachtet, auf dem er maximal ein Gerätehaus hätte errichten dürfen. Selbst hierfür war eine Befreiung erforderlich. Aus dem Häuschen wurde eine Garage.

Die CSU und andere Fraktionen erhoben schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister Andreas Magg (SPD): Das Bauwerk sei regelwidrig, die Pacht viel zu niedrig. Der Bürgermeister wiederum berief sich darauf, dass die Verpachtung von Grünstreifen üblich sei, der Stadt Geld einbringe statt Kosten, und der Bauunternehmer die Fläche eigentlich hätte kaufen wollen.

Nach der Wahl wurde es öffentlich ruhig um die Sache, Konsequenzen gab es dennoch: Mittlerweile werden dem Bauausschuss auch die „kleineren“ Vorgänge, grob gesagt jedes Gartenhäuschen – zur Prüfung vorgelegt.

Tomas Bauer, Fraktionsvorsitzender der CSU

Die CSU hatte außerdem die Kündigung des Pachtvertrages beantragt. Die Verwaltung prüfte dies. Nun legte das Bauamt dem Stadtentwicklungsausschuss mehrere Varianten zur Umgestaltung des Parkfriedhof-Eingangs vor, die auch die verpachtete Fläche betreffen. Zwei Entwürfe hätten umgesetzt werden können, ohne die Garage zu beseitigen.

Für eine dieser Varianten sprach sich Bürgermeister Andreas Magg aus. „Ich hätte auch den derzeitigen Zustand mit der Pachtfläche und der Garage vertreten können. Ich sehe keinen Nachteil für die Bürger“, erklärte er.

Seine Fraktion argumentierte ähnlich. Fritz Botzenhardt beharrte jedoch ausdrücklich auf die Kündigung des Pachtvertrages. Er brachte allerdings einen Flächentausch statt Abriss ins Spiel. Karl Haschke sprach von einem „Zankapfel aus dem Wahlkampf“. Und mit dem Beschluss sei das Thema nicht erledigt, weil immer noch der Klageweg offen sei.

Alle anderen Fraktionen folgten dem Vorschlag der CSU. „Ich kann mich nur den Ausführungen von Kollege Bauer anschließen“, sagte etwa Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Jaschke. Sie plädierte bei der Umgestaltung des Friedhof-Eingangs noch auf den Erhalt der Bäume.

Dieser Punkt wurde mit aufgenommen. Zur Umgestaltung gehören außerdem barrierefreie Parkplätze, Fahrradständer und viel Grün. Finanzielle Mittel sind dafür im aktuellen Haushalt noch nicht vorgesehen. Sie werden grob auf 80 000 bis 100 000 Euro geschätzt. Die Kosten werden ihren Niederschlag in den künftigen Friedhofsgebühren finden, heißt es von Seiten der Verwaltung.

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