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Geiselbullach

Umwelt-Projekt: FC Bayern verbrennt Müll in Geiselbullach

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Die Strecke über A 9 und A 99 zur Allianz-Arena ist den Fans des FC Bayern im Landkreis wohl bekannt. Jetzt werden diesen Weg regelmäßig auch Lastwagen mit einer ganz bestimmten Fracht nehmen: Sie bringen Müll aus dem Stadion zum Verbrennen nach Geiselbullach. Das ist Teil eines ungewöhnlichen Umwelt-Projektes.

Geiselbullach – 200 bis 220 Tonnen Restmüll kommen jedes Jahr in der Allianz-Arena zusammen. Der erste Transport erfolgt demnächst, „wenn der Container voll ist“, so der Facility-Manager der Arena.

Die Menge ist für die Müllverbrennungsanlage (GfA) im Olchinger Stadtteil Geiselbullach eigentlich eine Kleinigkeit. 2019 wurden dort insgesamt 118 000 Tonnen Müll verbrannt. Für GfA-Vorstand Thomas König ist der FC-Bayern-Müll trotzdem sehr wichtig. Mit der Anlieferung schließt sich ein klimafreundlicher Kreislauf. Und das kleine aber feine Projekt könnte Signalwirkung haben.

Bei der Müllverbrennung entsteht Wärme fürs Gewerbegebiet

Bei der Müllverbrennung entsteht als Abfallprodukt Fernwärme. Diese wird zum Beispiel ins Gewerbegebiet Gada bei Bergkirchen im Landkreis Dachau geleitet. Einer der Nutzer der Fernwärme ist die dort ansässige Firma Profimiet. Sie verleiht Mehrweg-Geschirr und Mobiliar für Veranstaltungen – weltweit, etwa bei Formel-1-Rennen und auch an die Allianz Arena. Der FC Bayern hat dort beim Getränkeausschank im Sommer 2018 auf ein Mehrwegsystem umgestellt. Also werden seit einiger Zeit die bei den Spielen des Rekordmeisters eingesetzten Becher unter Einsatz der Fernwärme im Gada gespült. Und es sind Unmengen von Bechern

So entstand folgende Idee: Wenn der Müll der Allianz- Arena in der GfA verbrannt wird, wird das Geschirr aus dem Stadion quasi mit der daraus gewonnenen Energie gespült. Der perfekte umweltfreundliche Kreislauf, der auch noch Geld spart.

Thomas Mittermeier von der Abteilung Betrieb der Allianz, Bergkirchensverwaltungschef Siegfried Ketterl und die GfA zogen an einem Strang. Und so wurde das Vorzeigemodell mit dem Primärenergiefaktor von 0,00 in die Tat umgesetzt. „Das ist ein gewaltiger Fortschritt in Sachen Klimaschutz“, schwärmt GfA-Vorstand Thomas König.

Die GfA

Aus der Praxis weiß König, dass viele Unternehmen keinen Gedanken an den Umwelt-Aspekt verschwenden, sondern ihren Müll dort entsorgen, wo es am billigsten sei. „Sie gehen den Weg des geringsten monetären Widerstands.“ Firmen können seit 1996 ihr Entsorgungsunternehmen frei wählen. Wenn das Beispiel der Allianz-Arena Schule macht, so hofft König, würden sich vielleicht künftig mehr Geschäftsleute über ihre Müllentsorgung Gedanken machen.

Bauwirtschaft liefert viel an

Weniger als die Hälfte des in Geiselbullach verbrannten Restmülls kommt von Firmen, der Rest aus privaten Haushalten. „Vor allem die Bauwirtschaft hier vor Ort liefert jede Menge Abfall an“, erklärt König. „Das wird wohl bei dem Bauboom in der Region auch nicht so schnell aufhören.“

Einen anderen Müll-Kreislauf ist die GfA schon vor einiger Zeit mit dem Biomüll-Entsorger Högl aus der Holledau eingegangen. Dorthin werden die Bio-Abfälle aus dem Kreis zur Kompostierung gerbacht. Die nicht verwertbaren Rückstände bringen die Mülllaster dann wieder zurück nach Geiselbullach, wo sie verbrannt werden.

Die Allianz-Arena hat ihren Restmüll bisher von der Münchner Recyclingfirma Rohprog abholen lassen, die ihn wiederum in verschiedene Müllverbrennungsbetriebe transportierte – zum Teil bis nach Augsburg. Ein Vertrag zwischen der Abteilung Betrieb der Allianz GmbH und der Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach ist laut Uli Riegel von der GfA nicht erforderlich. Abgerechnet werde nach Anlieferung. Riegel kann sich sogar eine Ausweitung des dauerhaften Geschäfts vorstellen, weil die Müllentsorgung in München schwierig sei.

Inzwischen zieht man in Bergkirchen ganz allgemein eine sehr positive Bilanz der Fernwärme-Nutzung. Es wurden unterm Strick bereits 76 678 Tonnen CO2 eingespart. Die Menge setzt sich folgendermaßen zusammen: Fernwärme Bergkirchen GmbH, Gada-Gewerbegebiet 53 884 Tonnen und EWG Bergkirchen-Bergkirchen, Feldgeding, Günding mit 22 794 Tonnen. (Ingrid Koch)

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