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Olching will Steinwüsten und Schottergärten verbieten

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Von: Kathrin Böhmer

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Schottergarten Icking Nähe Bahnhof
Schottergärten soll es nicht mehr geben. © Beispielfoto: Andrea Kästle

Die Stadt soll ergrünen, insbesondere wenn immer weiter nachverdichtet wird. Der Olchinger Stadtentwicklungsausschuss hat sich mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, per Satzung Steinwüsten und Schottergärten zu verbieten.

Olching – Unbebaute Flächen auf Grundstücken, die nicht etwa als Stellplätze dienen und keinen anderen baurechtlichen Regelungen unterliegen, sollen begrünt werden. Zudem soll es eine Baumquote geben: Je nach Größe des Areals müssen soundsoviele Bäume gepflanzt werden.

Gestaltung des Straßenbildes

Dahinter stecken laut Bauamt vor allem ökologische Gründe, aber auch die Gestaltung des Straßenbildes. Außerdem könne nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019 nicht nur die Landwirtschaft in die Pflicht genommen werden.

Für Ingrid Jaschke (Grüne) nichts Neues. Ihre Fraktion hätte bereits vor zwei, drei Jahren einen entsprechenden Antrag formuliert. Damals hätte es geheißen, dass das sowieso geregelt sei. Sie begrüßt den Vorstoß: „Grün und Bäume in der Stadt sind immer wichtiger.“

Blick nach Gröbenzell

Ulrike Girtner (ÖDP) zog einen Vergleich. Die Leute in Olching würden sich nicht an das Gesetz zur Begrünung unbebauter Flächen halten, ganz im Gegensatz zu Gröbenzell, wo eine Baumschutzverordnung gilt. „Radel doch mal durch Olching und durch Gröbenzell. Da kriegst du die Krise.“ Es brauche also eine Satzung, die das exakt vorschreibt.

Da war Tomas Bauer von der CSU-Fraktion völlig anderer Meinung. „Diese Verordnung ist zu zwei Dritteln überflüssig.“ In der Bayerischen Bauordnung ist bereits geregelt, dass die unbebauten Flächen von bebauten Grundstücken wasseraufnahmefähig bleiben und bepflanzt werden müssen. „Wir beschließen nicht besser als der Landtag“, erklärte Bauer.

Und wer kontrolliert?

Das Problem sei doch eben die Umsetzung. „Frau Kulosa vom Bauamt wird nicht herumlaufen und kontrollieren können.“ Sprich: Man kann immer mehr regeln, aber allein deshalb hält sich noch niemand daran. Er warnte zudem vor einer „Erziehungsdiktatur“, die schrittweise nach China führe. „Am Ende bekommt jeder für einen Baum einen Bonuspunkt.“

Das sah Josef Gigl von den Freien Wählern Olching ebenso. Er sei zwar auch gegen Steingärten. „Man sollte den Leuten trotzdem die Freiheit lassen, was sie mit ihren Grünflächen machen.“ Außerdem müsse man nicht alles regeln, sondern könne auch auf die Vernunft der Menschen setzen. Und wenn man die Satzung kontrolliere, dann bitte auch andere Dinge: zum Beispiel, ob wirklich jeder Hundesteuer zahle.

Ob die Satzung, die nur für Neubauten gilt, in Kraft tritt, entscheidet der Stadtrat. Der tagt wieder am 24. Juni.

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