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Braungebrannt und immer in Bewegung: So kannte man Gerhard Niedermayr. 

Nachruf

Der Wassermeister liebte die Amper über alles

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Die Amper spielte eine wichtige Rolle im Leben von Gerhard Niedermayr. Seine Johanna, die er liebevoll Weibi nannte, lernte er einst an der Amperschleuse in Olching kennen.

Olching –  Und als Wassermeister des Zweckverbands Amper verdiente er jahrzehntelang den Lebensunterhalt für seine Familie.

Das Leben am Fluss war dem 1943 geborenen Niedermayr quasi in die Wiege gelegt. Er kam im baden-württembergischen Giengen an der Brenz zur Welt. Wenige Monate später zog die Familie nach Olching, wo der junge Gerhard nach der Schule eine Lehre als Schmied absolvierte. Später wechselte er als Metallarbeiter zu Mannesmann in Fürstenfeldbruck, bevor er 1977 die Stelle als Wassermeister bekam – und bis zur Rente behielt.

Niedermayr war ein Naturmensch, wie er im Buche steht. Mit seiner Frau ging es jedes Wochenende zum Bergwandern. Zu Hause kümmerte er sich unermüdlich um den Garten, der mit seinen 2000 Quadratmetern das Normalmaß an Arbeit bei Weitem überschritt. Lohn der Mühe war eine jährlich wiederkehrende Blumenpracht.

Mit Strohhut und braungebrannt, immer in Bewegung – so kannte man Gerhard Niedermayr. Treue Begleiter auf langen Spaziergängen waren seine Hunde. Er liebte Zwergschnauzer – drei Exemplare dieser Rasse hatte er in den letzten 30 Jahren. Mit ihnen legte er zu Fuß oder auf dem Fahrrad kilometerlange Strecken zurück – solange seine Gesundheit es zuließ.

Herzprobleme und eine Krebsoperation 2015 forderten in den letzten Jahren ihren Tribut. Auch wenn er motorisiert unterwegs war, ließ sich der zweifache Vater und zweifache Großvater gern den Wind um die Nase wehen. Eines seiner letzten Fotos zeigt ihn strahlend auf einem Moped – wie damals, als er seine Frau kennenlernte. „Ich fuhr Fahrrad, er fuhr Moped“, erinnert sich Johanna Niedermayr.

19 Jahre waren sie damals alt. 1964 wurde geheiratet, im Jahr darauf kam Sohn Gerd zur Welt. Tochter Manuela folgte 1971. Diesen Herbst hätte Gerhard Niedermayr seinen 76. Geburtstag und seinen 55. Hochzeitstag gefeiert. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Im Schlaf erlitt er einen Herzinfarkt, von dem er nicht mehr erwachte. 

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