Das Rathaus in Olching. (Archivfoto)
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Das Rathaus in Olching. (Archivfoto)

Aus dem Ferienausschuss

Olching will Gastgeberstadt für Special Olympics werden

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Olching will Gastgeberstadt für die Special Olympics in zwei Jahren werden. Das hat der Ferienausschuss einstimmig beschlossen. Großes Lob gab es für Manuela Brehmer, Vorsitzende des Vereins Eltern behinderter Kinder (EBK), die die Bewerbung initiiert hatte. „Die größte Vorarbeit lag bei ihr “, erklärte Vize-Bürgermeister Maximilian Gigl, der die Sitzung leitete.

Olching – Brehmer hatte einen Entwurf ausgearbeitet. Es geht darum, dass Olching eine der 170 Kommunen („Hosts“) wird, die Sportler empfangen und ihnen ein Kulturprogramm anbieten sowie für deren Unterkunft sorgen. Die Idee ist, Olympia über den Austragungsort Berlin hinaus in ganz Deutschland stattfinden zu lassen. Angesichts der Größe von Olching will man sich für die kleinste Gruppe von bis zu 25 Gast-Athleten (mit Begleitpersonen) bewerben. Die Frist endet bereits Ende nächsten Monats, eine Entscheidung des Veranstalters fällt bis zum Ende des Jahres. Deshalb ist nun große Eile geboten.

Brehmer, die sich im Landesverband der Special Olympics engagiert, rechnet sich gute Chancen aus. „Wir haben die Athleten vorab gefragt, was sie in Deutschland sehen wollen. An erster Stelle stand die Allianz-Arena. Davon sind wir nicht weit weg.“

„Es ist wichtig, dass solche Initiativen aus der Bürgerschaft kommen“, Stefan Eibl, Freie Wähler Olching.

Die Olchinger Sportler sollten bei der Organisation eingebunden werden. „Echte Inklusion“, nannte das Brehmer in der Sitzung. Sie macht sich auch Hoffnungen auf eine Teilnahme bei den Weltspielen in Berlin selbst. „Olching hat die einzige inklusive Gruppe für Rhythmische Sportgymnastik in Deutschland. Ich gehe also davon aus, dass wir dabei sein werden.“ Die Qualifikation laufe ähnlich wie bei den Olympischen Spielen. Brehmer appellierte: „Es wäre toll, wenn sich die Stadt dazu durchringen könnte.“ Für noch „etwas mehr Inklusion“.

Dabei lief sie offene Türen ein. Die CSU-Fraktion habe sich schon vor längerem mit dem Thema Inklusion beschäftigt, erläuterte Vize-Fraktionsvorsitzende Maria Hartl. „Ein Inklusionsfest war angedacht, doch dann kam Corona dazwischen.“ Deswegen habe man sich sehr über Brehmers Vorstoß gefreut. Als Schwachpunkt sah sie allerdings die kalkulierten Kosten von 10 000 Euro an. Das sei zu wenig. Mit dieser Sorge war Hartl nicht allein, andere Fraktionen schlossen sich an.

Vize-Bürgermeister Gigl betonte allerdings: „Das ist lediglich ein Merkposten im Haushalt.“ Zum jetzigen Zeitpunkt können man die Kosten noch gar nicht genau kalkulieren, es würde aber wohl sicherlich teurer werden.

Da klinkte sich die EBK-Vorsitzende Brehmer wieder ein: „Es soll nicht an den zweiten 10 000 Euro scheitern. Die kriegen wir auch noch zusammen.“ Man würde noch mehr ehrenamtliche Überstunden dafür aufbringen.

Sozialreferent Stefan Eibl (Freie Wähler Olching) lobte das Engagement. „Es ist wichtig, dass solche Initiativen aus der Bürgerschaft kommen.“ An 5000 Euro hin oder her soll es wirklich nicht scheitern. Er hätte bereits mit Alfons Keim vom Beirat für Menschen mit Behinderung gesprochen. „Das sei alles eine super Sache.“

Fritz Botzenhardt (SPD) macht sich in seiner Rolle als Finanzreferent wenig Sorgen um die Kosten. Es gebe die Stadtstiftung, engagierte Bürger und Vereine. „Ich sehe das sehr entspannt.“ Grünen-Sprecherin Ingrid Jaschke war sehr angetan von der Idee, dass Olching sich als Olympia-Gastgeberstadt bewirbt. Allerdings hielt sie den bisher genannten Betrag für zu niedrig, selbst wenn es nur um eine Vorab-Planung gehe. „Man sollte von vorn herein höher gehen, wenn man das weiß.“

Peter Söllinger, zuständiger Sachbearbeiter im Rathaus, beruhigte. „Die 10 000 Euro werden 2022 ja noch nicht wirksam im Haushalt.“ Es ist noch ein Jahr Zeit und bis dahin könne man gut kalkulieren. Er scherzte: „Dann wissen wir, ob wir die Sportler mit einer Blaskapelle abholen können.“ Das sei laut Brehmer das geringste Problem: „Da wird sowieso irgendeine Blaskapelle am Flughafen stehen.“ gar

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