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Olching soll grüner werden.

Naturschutz

Olching zahlt 250 Euro für jeden gepflanzten Baum - unter bestimmten Bedingungen

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Während Experten gerade darüber streiten, in welchem Maße die massenhafte Aufforstung der Erde wirklich nützt, schafft die Stadt Olching Fakten.

Olching –  Bürger, die dabei helfen, den Baumbestand und somit die Anzahl natürlicher CO2-Katalysatoren zu vergrößern, werden finanziell belohnt: Die Kosten werden zu 50 Prozent übernommen, der Maximalbetrag liegt bei 250 Euro. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag einstimmig beschlossen.

Der Baum muss bestimmte Kriterien erfüllen

Allerdings: Der neu gepflanzte Baum muss bestimmten Kriterien entsprechen. Er soll einen Stammumfang von mindestens 16  Zentimetern aufweisen. „Der Katalogpreis beträgt für die Pflanzware um die 400 Euro“, erklärte Thomas Neubert vom Bauamt.

Außerdem muss der Standort geeignet sein dafür, dass sich der Wurzel- und Kronenraum entfalten und die Pflanze über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren gedeihen kann. Ein junger Baum benötigt nämlich laut Verwaltung Jahrzehnte, um etwa genau soviel Sauerstoff zu produzieren und Feinstaub zu filtern wie große, alte Bäume. Wichtig ist auch der kühlende Effekt – die Sommerhitze macht den einheimischen Pflanzen zu schaffen.

Hintergrund: Immer weniger Gärten sind grün

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erklärte den Hintergrund des Förderprogramms: „Wir stellen fest, dass die Gärten immer weniger grün sind.“ Das ist vor allem ein klimatechnisches Problem. Man arbeite schon seit Jahren daran, dem entgegenzuwirken – etwa mit einem Gartenmerkblatt, das Tipps gibt, welche Baumpflanzungen sinnvoll sind. „Doch es sind keine Anreize vorhanden, bei großen Grundstücken Bäume zu pflanzen.“

Die Stadt hat jenseits von Bebauungsplänen keine Handhabe. Die Zielgruppe für den Baum-Bonus sind aber nicht nur Besitzer von großen Grundstücken etwa an Goethe- und Schillerstraße oder an der westlichen Roggensteinerstraße. Auch in kleineren Gärten soll wieder mehr Grün sprießen.

Keine Baumschutzverordnung

Darüber war sich auch das Gremium einig. Ingrid Jaschke (Grüne) betonte: „Ich halte grundsätzlich alles für sinnvoll, was Menschen dazu bringen soll, eigene Bäume zu pflanzen.“ Allerdings äußerte sie Unverständnis darüber, dass eine Baumschutzverordnung wegen des hohen Verwaltungsaufwandes immer abgelehnt wurde, das Förderprogramm aber nicht. „Jetzt muss auch geprüft werden, bevor das Geld ausgezahlt wird.“ Jaschke beantragte zudem, den Bindungszeitraum von 20 auf 30 Jahre zu erhöhen – erfolglos.

Bürgermeister Magg betonte, dass man nichts überregulieren wolle. „Es gibt eine Rechnung und eine Bestätigung, dass der Baum gepflanzt ist, fertig.“ Es sei nicht sinnvoll, Mitarbeiter damit zu beschäftigen, nachzusehen, ob der Baum noch steht.

Eine Änderung gab es dann aber auf Anregung von Maximilian Gigl (CSU) und Alfred Münch (SPD) doch. Zunächst war ein Pauschalbeitrag von 250 Euro vorgeschlagen worden – das wurde umgeändert in 50 Prozent beziehungsweise maximal 250 Euro. „Das ist kein Zusatzaufwand, sondern Kopfrechnen“, sagte Münch.

Bauamtsleiter Markus Brunnhuber betonte in diesem Zusammenhang: „Die Zielgruppe sind Überzeugungstäter.“ Da ginge es nicht darum, 250 Euro abzugreifen. Es soll ein Belohnungssystem sein. Dem stimmte Ewald Zachmann (Freie Wähler) zu. Sein Fraktionskollege Bernhard Nickel sprach von einem „sehr überschaubaren Betrag“. Trotzdem regte Brunnhuber an, den Zuschuss zu limitieren: auf einen Baum pro 400 Quadratmeter. 

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