Das Rathaus in Olching.
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Olching

Zu hoch und zu wenig Parkplätze – Bauprojekt ausgebremst

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Ein Bauunternehmer will auf einem Grundstück, das an Hauptstraße, Pfarrstraße und Pfarrer-Handwerker-Straße grenzt, einen neuen Komplex errichten.

Olching – Darin sollen Geschäfte, Ärzte und Wohnungen unterkommen. Die Tiefgarage wird von der Pfarrer-Handwerker-Straße aus erschlossen. Das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans „Hauptstraße“ läuft bereits seit 2018. Nun lagen die Pläne erneut dem Stadtentwicklungsausschuss vor. Dieser lehnte sie ab, weshalb es noch nicht in die frühzeitige Beteiligung geht. Vorher muss der Bauherr nachbessern. Zwei wesentliche Gründe: Laut Bauamtsleiter Markus Brunnhuber ist das Haus um ein Stockwerk zu hoch (insgesamt vier Vollgeschosse inklusive Dach) und Parkplätze stehen nur halb so viele wie vorgeschrieben (44 statt 89) zur Verfügung.

Für CSU-Fraktionsvorsitzenden Tomas Bauer gibt es da wenig Verhandlungsspielraum. Er verwies darauf, dass es sich bei Bebauungsplan und Stellplatzsatzung um Normen handle. Man habe gerade über letztere lange debattiert. Und man sollte sich dran halten. „Wie soll man ansonsten im nächsten Fall argumentieren? Es geht da um eine Gleichbehandlung gegenüber Bauwerbern.“

Dritte Bürgermeisterin Ingrid Jaschke (Grüne) sagte, dass es grundsätzlich sinnvoll sei, nachzuverdichten und in die Höhe zu bauen. Aber: „Die höchstzulässige Zahl sollte nicht massiv überschritten werden.“ Wie sie auf Nachfrage erfuhr, liegt der Grenzwert der zulässigen Bebauung bei 1,2 Geschossflächenzahl – die Planung sieht 1,9 vor.

Entspannter sah Jaschke die Pflicht zur Erfüllung der Stellplatzvorgaben: „Um die 50 Prozent ist sportlich, aber auch sinnvoll, wo es eine gute Anbindung an den ÖPNV gibt.“ Sie warnte davor, dass die starre Stellplatzsatzung auf Dauer die Nachverdichtung verhindere.

Jaschke beantragte, das Projekt nicht wie vorgesehen in einem beschleunigten Verfahren durchzuführen. So würde es keine Chance mehr geben, noch Ausgleichsflächen zu schaffen für die etwaige Überschreitung der vorgeschriebenen Flächennutzung. Das stieß bei Stadtentwicklungsreferentin Michaela Andersch-Steer (SPD) auf Wohlwollen. Ebenso erfolgreich regte Jaschke an, Fernwärme als bevorzugte Energiequelle in den Bebauungsplan aufzunehmen.

Ulrike Girtner (ÖDP) forderte, sich für innovative Konzepte zu öffnen: „Man könnte dort nachhaltige Quartiere einrichten.“ Dabei stehe der Klimaschutz im Fokus. „Ich habe mit dem Bauwerber geredet, er zeigt sich offen.“ Im Gremium stieß der Vorschlag auf gar keine Resonanz.

Weiterer Punkt: Der Bauunternehmer tritt ein Stück Gehweg ab als Ausgleich für die notwendige Verbreiterung der Pfarrstraße. Zudem ist ein öffentlicher Spielplatz auf dem Zwickel vorgesehen, wo die Pfarrer-Handwerker-Straße in die Pfarrstraße mündet. Der Ausschuss war sich jedoch einig, dass dieser Platz durch die Nähe zu den Straßen zu gefährlich sei. Am Ende stimmten alle dagegen (11:0), ebenso wie gegen die Dimensionierung des Komplexes. Grüne und ÖPD sprachen sich gegen die Anpassung der Stellplätze aus.

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