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Heruntergekommen und nicht gerade einladend: So präsentiert sich der Olchinger Bahnhof. 

Serie: Unsere Bahnhöfe im Osten

Der Olchinger Bahnhof: „Augen zu und durch“

Bahnhöfe sind in der Regel keine Schmuckstücke oder Oasen der Beschaulichkeit. Beim Olchinger Bahnhof allerdings gäbe es sehr viel zu tun, um die Aufenthaltsqualität zumindest ein wenig zu verbessern. 

Pendler Georgios Tataris findet es zu schmutzig. „Die Bahnsteige gehören mal richtig dampfgestrahlt.“ 

OlchingGenerell lässt am Bahnhof die Sauberkeit zu wünschen übrig. Das Gebäude ist heruntergekommen, der Durchgang zu den Gleisen wirkt nicht gerade einladend. Alles ist recht dunkel. Überkommt einen ein dringendes Bedürfnis, sucht man am Olchinger Bahnhof vergeblich nach Toiletten. Es gibt zwar welche, die sind aber bereits seit Jahren nicht mehr offen.

Aber dafür gibt es immerhin einen Aufzug, sodass der Bahnsteig barrierefrei erreicht werden kann. Und der Lift hat am Tag, als sich die Tagblatt-Reporterin ein Bild vor Ort machte, auch funktioniert. Dafür lag am von Unkraut überwucherten Radlständer (links vom Haupteingang) ein besonders unappetitlicher Haufen im Weg: die Hinterlassenschaft eines Fahrgastes.

„Ich steige hier nur um, und man gewöhnt sich daran“, sagt Pendler Wolfgang Krause aus Dachau. Die Bahn halte zwar ihre Aushängeschilder, die großen Bahnhöfe in Schuss, lasse es aber bei den Kleinen schleifen und diese mehr oder weniger verkommen. Dass die Sauberkeit auf dem DB-Gelände zu wünschen übrig lässt, sei seiner Meinung nach auch einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet. Er nimmt’s halbwegs locker, nach dem Motto: „Augen zu und durch.“

„Es müsste viel mehr auf Sauberkeit geachtet wed“

An den Radlständern wuchert das Unkraut. 

Ganz anders sieht das S-Bahn-Fahrgast Georgios Tataris: „Hier müsste viel mehr auf Sauberkeit geachtet werden – der Bahnsteig gehört echt mal dampfgestrahlt“, meint er. Schließlich bezahle man ordentlich für die Bahntickets. Die Automaten allerdings seien noch dazu oft kaputt. Und ihn stört auch noch etwas: „Am Automaten kann man nur mit kleinen Scheinen zahlen (fünf und zehn Euro, Anm. d. Redaktion), und im Kiosk gibt’s keine Streifen- und Tageskarten zu kaufen.“

Manfred Markwardt kauft im DB-Store eine Zeitung. Er sagt: „Der Eichenauer Bahnhof ist viel gepflegter.“ 

Solche Beschwerden muss sich Kioskverkäuferin Rosemarie Hermannsdörfer oft mehrmals am Tag anhören. Den DB-Servicestore, wie der Kiosk offiziell heißt, betreibt die Hamburger Firma Valora. Hermannsdörfer hat ihre Anweisungen: „Ich darf keine großen Scheine wechseln, die Kunden müssen etwas kaufen, damit sie Wechselgeld für die Automaten bekommen.“

Im Kiosk gibt es das Übliche: Zigaretten, Zeitschriften, Erfrischungsgetränke, Snacks, Kaffee und Gebäck. Die Backwaren werden vor Ort aufgebacken. Es herrschen gefühlte 40 Grad im DB-Store. „Das ist schon anstrengend fürs Personal“, sagt Hermannsdörfer.

Eben bedient sie Manfred Markwardt, er kauft eine Zeitung. „Ich bin heute quasi ein Fremdgänger“, erzählt er. Wegen einer Sperrung musste er nach Olching ausweichen, und er sagt: „Der Eichenauer Bahnhof gefällt mir entschieden besser, hier in Olching ist es doch recht ungepflegt, dieser Bahnhof macht keinen guten Eindruck auf mich.“

Auch bei den Parkplätzen gibt es Verbesserungsbedarf. Denn oft muss man am Olchinger Bahnhof ganz schön lange suchen, bis man einen findet – wenn überhaupt. Nach Auskunft der Stadt gibt es insgesamt 425, 118 an der Bahnhofstraße und an der Nordseite 307. Zu der Anzahl der Radlständer konnte die Verwaltung keine Angaben machen.

von Angi Kiener 

Bahnhof und Paulusgrube: So soll‘s weitergehen

Seit Jahren gibt es Beschwerden über den Zustand des Olchinger Bahnhofs. Denn dort wurde einfach kaum mehr etwas gemacht. Grund dafür ist die Paulusgrube. Dieses Areal sollte stets gemeinsam mit dem Bahnhof und dessen Umgebung entwickelt werden. Viele Gespräche haben Stadt und Bahn deshalb geführt. Vor kurzem nun hat der Stadtentwicklungsausschuss den Vorentwurf zur Entwicklung des Areals gebilligt. 

Ziel ist es, den Bereich entlang der Gleise, der jetzt größtenteils als Parkplatz und Buswendeschleife fungiert, zu beleben. Es sollen Wohnhäuser, Geschäfte und Grünflächen entstehen. Für den Bahnhof sieht die Planung vor, dass das alte Bahnhofsgebäude und die Radlständer an dessen Südseite aberissen werden. Stattdessen soll am Zugang zur S-Bahn ein großer Turm entstehen mit einem Einkaufszentrum. Darin sollen Fahrkartenautomaten, Toiletten und ein Servicestore integriert werden. Im Untergeschoss sind Radlabstellplätze geplant. Auch oberirdisch soll es weitere Fahrradstellplätze geben, zum Beispiel im Eingangsbereich der Wohnhäuser, Cafés oder Läden.

Parkplätze sollen unter einer Landschaftsbrücke im Bereich der heutigen Bahnmeisterei entstehen. Wie viele Stellplätze es genau geben wird, steht noch nicht fest. Die Park-and-Ride-Anlage nördlich der Bahn bleibt bestehen. Die Pläne zur Entwicklung der Paulusgrube und des Bahnhofs stellt die Stadt am Montag, 19. Juni, um 19 Uhr im KOM vor. Bürgermeister Andreas Magg, Bauamtsleiter Markus Brunnhuber und Stadtplaner Stefan Strohmayr werden an diesem Abend auch für Fragen zur Verfügung stehen.  (es)

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