Sommergespräch

CSU kritisiert Genossenschafts-Bauvorhaben am Großen Berg

Die Olchinger CSU übt bei ihrem diesjährigen Sommergespräch heftige Kritik am Vorhaben der Genossenschaft Wohngut. Diese will im Bereich des „Großen Bergs“ Wohnhäuser bauen.

Olching„Der Große Berg scheint schön“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer. Er gesteht dem Projekt durchaus eine baulich ordentliche und inhaltlich vielversprechende Konzeption zu. Doch er sagte auch: „Das bisherige Verfahren ist zwielichtig.“

Bauer macht das unter anderem daran fest, dass sich die Stadt bisher ausschließlich mit der Genossenschaft abgestimmt hat. „Bislang hat man nur mit dieser Gruppe über mögliche Grundstücke gesprochen.“ Die CSU spricht von einer Monopolstellung, die eine wirtschaftliche Nutzung verhindere.

Ebenso sieht die CSU die Ziele der Genossenschaft eher als soziale Imagepflege an. Laut deren Aussage sollen die sozialen Dienste durch gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe entlastet werden. Auf Nachfrage seien die Ziele aber nicht konkretisiert worden, kritisierte Bauer. Der Vorstand habe vielmehr jede Verpflichtung zu nachbarschaftlicher Unterstützung zurückgewiesen, so der Fraktionsvorsitzende.

Tomas Bauer: „Bei der CSU würde man von Amigos sprechen.“

Zudem mahnte die CSU an, dass die Subventionen, die das Projekt erhält, nicht nur Haushalten mit geringem Einkommen zugute kämen. Aus dem zum Pressegespräch überreichten Papier der CSU geht hervor, dass ein Subventionsmix geplant sei. Dies führe letztlich zu einer Einheitsmiete von elf Euro je Quadratmeter. „Für die Haushalte mit geringem Einkommen und für die Wohlhabenden“, betonte Bauer.

Bei der CSU sieht man zudem persönlich-politische Befindlichkeiten. Wohngut-Sprecherin Christina Claus sitzt für die Grünen im Kreistag, ihr Mann, Reinhart Claus, im Aufsichtsrat der Genossenschaft. Ebenfalls dort vertreten ist Uwe Münch, Sohn des SPD-Stadtrates und Stadtentwicklungsreferenten Alfred Münch. „Bei der CSU würde man von Amigos sprechen“, so der Fraktionsvorsitzende.

Auch einem eigenem Stadtmarketing, das der Gewerbeverband vorgeschlagen hat, steht die CSU kritisch gegenüber. Mit einem städtischen Finanzbeitrag von 120 000 Euro soll ein positives Image der Stadt geschaffen und auch eine Geschäftsstelle installiert werden. „Schwammig und überflüssig“, lautet das Urteil der CSU.

Politisch sei keine Zielsetzung zu erkennen. Auch das Argument des Gewerbeverbandes, mit Marketing könne Lebensqualität gesteigert werden, sei an den Haaren herbei gezogen. „Das ist Aufgabe der Stadtverwaltung, das schaffen Vereine und Einrichtungen nicht“, so Bauer.

von Hans Kürzl

Rubriklistenbild: © dpa

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