Kongo

Olchinger sammeln für Krankenstation

Seit fast 40 Jahren lebt Josef Aicher schon im Kongo. Dort hat der Olchinger Ehrenbürger bereits einiges bewirkt. Nun baut er vor Ort mit Freiwilligen eine Krankenstation auf.

OlchingNoch sieht es auf der Baustelle wenig nach der Krankenstation aus, die ab 2019 für die Patienten des kongolesischen Yaloya bereitstehen soll. Das Fundament ist planiert, die Wände haben die Hälfte ihrer Endhöhe erreicht. Vor September muss das Dach fertig werden: Sonst könnte das Fundament in der Regenzeit weggeschwemmt werden.

Dass sich alle Beteiligten gerade nur über das Wetter Sorgen machen, ist vor allem Pfarrer Josef Aicher (85) zu verdanken. Er ist der zentrale Mann hinter dem Bauprojekt, das von der Kolpingfamilie und der Stadt Olching unterstützt wird. Planung und Finanzierung sind so weitgehend gesichert. Diese heute produktive Zusammenarbeit hatte einen tragischen Anlass. Aicher bat Ende 2014 in der Hochphase der Malaria-Epidemie in der Republik Kongo die Stadt um Hilfe, um den Erkrankten seiner Gemeinde helfen zu können. Durch den damaligen Spendenaufruf kamen über 30 000 Euro zusammen, mit denen Medikamente und Prävention finanziert wurden – und die Epidemie letztlich eingedämmt werden konnte.

Nach dieser Zeit entstand auch durch die Spendefreudigkeit der Olchinger die Idee, die medizinische Situation vor Ort weiter zu verbessern. Seit Jahresbeginn wird nun an einer Krankenstation gebaut, die in der Region mitten im Regenwald dringend benötigt wird.

Rainer Widmann, der als Vermessungsingenieur das Bauvorhaben betreut, ist mit dem Baufortschritt zufrieden: „Es geht voran. Die Bedingungen sind natürlich ganz andere als in Deutschland. Vor allem die Transportkosten nehmen einen großen Teil des Budgets ein.“ Und dieser Transport braucht dann auch seine Zeit. Nur alle drei Monate können Baustoffe und Material mit dem Schiff aus der Hauptstadt Kinshasa angeliefert werden. Geht ein Reifen an einem Baufahrzeug kaputt, wie eben erst geschehen, muss ein neuer von weit her angeliefert werden, was den Bau erheblich verzögert.

75 000 Euro soll die Station kosten und Platz für zwei Krankenzimmer mit vier Behandlungsräumen bieten. Rund 260 Freiwillige helfen beim Bau mit. Das sei ein wichtiger Teil des Prozesses, sagt Karl Schwojer, der das Projekt für die Kolpingfamilie betreut. „Die Menschen bauen an ihrem Projekt. Wir helfen nur bei der Finanzierung.“

Auch die Stadt versteht ihre Hilfe als Hilfe zur Selbsthilfe. Bürgermeister Andreas Magg ist es besonders wichtig, dass die Kongolesen die Krankenstation als ihr Werk begreifen. Er bezeichnet das Projekt mit dem ehemaligen Kaplan als „Entwicklungsprojekt aus dem Lehrbuch“.

Die Leitung der Einrichtung soll an die kongolesischen Behörden übergeben werden, die für Betriebskosten und Personal aufkommen wollen. Pfarrer Aicher wird der Station und seiner Gemeinde aber natürlich auch weiterhin zur Seite stehen.

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