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Der Herr der Kronkorken: Klaus Elgaß. Der Olchinger sammelt die Flaschenverschlüsse. Für ihn sind es kleine Kunstwerke.

Für ihn sind sie kleine Kunstwerke

Olchinger sammelt 35 000 Kronkorken aus 137 Ländern

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Für viele sind sie einfach nur ein Flaschenverschluss. Für Klaus Elgaß sind sie kleine Kunstwerke. Der Olchinger sammelt Kronkorken. 35 000 Stück hat er bereits – aus aller Herren Länder und mit den verschiedensten Motiven.

Kronkorken über Kronkorken: Einen Kellerraum hat der Olchinger komplett zum Sammellager umfunktioniert.

OlchingWenn Elgaß eine Flasche öffnet, schaut er, dass der Kronkorken keinen Knick bekommt. „Es gibt richtige Mörder-Flaschenöffner“, sagt der 72-jährige Olchinger und schmunzelt selbst ein wenig über diesen Ausdruck. „Die verstümmeln die Kronkorken regelrecht.“ Elgaß biegt diese dann wieder gerade – zumindest, wenn es sich um besondere Kronkorken für seine umfangreiche Sammlung handelt.

Tochter Simone hat die Sammelleidenschaft bei Elgaß geweckt. Die heute 41-Jährige hatte als Kind begonnen, die Flaschenverschlüsse zu sammeln. Als selbstständiger Regeltechniker war Elgaß viel unterwegs und brachte seiner Tochter Kronkorken von seinen Berufsreisen mit. „Mit 16 hat meine Tochter dann aber andere Interessen entwickelt“, erinnert sich der gebürtige Niederbayer, der seit 49 Jahren mit Frau Gabi (69) in Olching lebt.

Tochter Simone weckte bei ihrem Vater die Sammelleidenschaft. Zum 60. Geburtstag backte sie ihm einen Kuchen in Form eines Kronkorkens.

Die bis dahin gesammelten 1086 Verschlüsse wollte er aber nicht wegwerfen. Zunächst hat Elgaß die kleine Sammlung nur aufgehoben. „Vor 20 oder 21 Jahren habe ich im Internet andere Sammler gefunden und begonnen, mit ihnen zu tauschen.“ Dabei hatte Elgaß ein Pfund, mit dem er wuchern konnte: Denn unter den 1086 Kronkorken waren viele sehr alte, die es bereits nicht mehr gab. Letztlich endeten die ersten Täusche damit, dass Elgaß selbst zum Sammler wurde.

Aus aller Welt hat der Olchinger mittlerweile die Flaschenverschlüsse zusammengetragen: aus Holland ebenso wie aus Polen, Tschechien, Australien Brasilien, Myanmar und verschiedenen afrikanischen Ländern wie Kenia oder Nigeria. „Vor Kurzem habe ich meinen ersten Kronkorken aus Afghanistan bekommen.“ Ein blaues Stück mit weißen arabischen Schriftzeichen. „Insgesamt habe ich Kronkorken aus 137 Ländern“, erzählt er.

Zum Teil bekommt er die Verschlüsse von Sohn Martin (46) oder Freunden. „Die habe ich geimpft, dass sie von ihren Reisen immer Kronkorken mitbringen.“ Oder aber Elgaß tauscht die Stücke bei Sammlertreffen in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland. Und schließlich gibt es noch die Möglichkeit, Kronkorken über das Internet zu kaufen oder zu ersteigern. „Die Preise liegen je nach Kronkorken im Schnitt bei 30 bis 50 Euro“, sagt Elgaß. Für besondere Stücke werden aber auch mal über 60 Euro aufgerufen.

Um alle Kronkorken unterzubringen, hat Elgaß einen Kellerraum komplett zum Sammelraum umfunktioniert. In zahlreichen Regalen und Schränken finden sich dort Kronkorken über Kronkorken – neben Sammlungen einzelner Brauereien wie Tuborg oder von Softdrinks wie Coca Cola auch Sondereditionen. Aus England stammt zum Beispiel eine Reihe von Kronkorken mit „Eddie“, dem Maskottchen der Heavy Metal Band „Iron Maiden“, als Motiv. Aber auch von den Olympischen Spielen 1972 in München hat Elgaß eine Sammlung mit den Piktogrammen aller Sportarten.

Ein ganz besonderes Stück findet sich allerdings nicht in der Sammlung, sondern nur auf einem Foto. Bei diesem handelt es sich nämlich um einen Kuchen in Form eines Kronkorkens. „Den hatte meine Tochter für mich zu meinem 60. Geburtstag gebacken.“ Um die Sammelleidenschaft zu würdigen, die sie selbst vor Jahren bei ihrem Papa ausgelöst hat.

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