Die Umrundung des Olchinger Sees ist nur noch in einer Laufrichtung möglich.
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Die Umrundung des Olchinger Sees ist nur noch in einer Laufrichtung möglich.

Schilder weisen den Weg

Wegen Corona: Spaziergänger dürfen beliebten See nur noch im Uhrzeigersinn umrunden - Beschwerden als Auslöser

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Scheinbar zu viele Menschen tummeln sich bei schönen Wetter am Olchinger See. Die Stadt reagierte auf Beschwerden und führte eine Einbahnregelung um den See ein.

Olching – Gerade bei schönem Wetter ist der Olchinger See ein beliebtes Ziel. Doch scheinbar sind es zu viele Menschen, um die derzeit geltenden Abstandsregeln einhalten zu können. Bei der Stadt trudelten einige Beschwerden ein. Das Rathaus reagierte mit einer Einbahnregelung. Der Spott folgte prompt.

Das hätte wohl vor einem Jahr niemand geglaubt: Am Olchinger See gibt es nun eine Einbahnregelung. Sprich: Wer das Gewässer umrunden will, was die meisten aufgrund der geringen Größe des Sees tun, kann dies nur im Uhrzeigersinn. Damit man sich das besser vorstellen kann: „Wenn man aus der Villa Romantica kommt, sollte man links laufen“, erklärt Rathaus-Sprecherin Julia Henderichs.

Olchinger See: Schilder weisen den Weg um Ausflugsziel

Entsprechende Schilder seien bereits aufgestellt worden. Es handle sich dabei um eine Handlungsempfehlung. Wenn Abstand halten gar nicht möglich ist, wird außerdem auf die Maskenpflicht verwiesen. Henderichs betont aber: „Wir werden das nicht kontrollieren.“ Niemand müsse nun fürchten, dass er deshalb ein Bußgeld bezahlen müsse.

Die Stadt hat mit dieser Maßnahme auf die Beschwerden einer Handvoll Bürger reagiert, die regelmäßig am Olchinger See unterwegs sind. „Bei schönem Wetter ist hier relativ viel los. Die Leute haben berichtet, dass Abstände beim Überholen nicht eingehalten werden können.“ Man halte die Gefahr an der frischen Luft zwar für gering, wolle sie allerdings nicht einfach ignorieren.

Engstelle an Olchinger See führte zu Einbahnregelung

Es geht dabei laut Henderichs vor allem um eine Engstelle am See oben an der Neufeldstraße. Der Weg ist durch Hecke und Zaun sehr schmal. „Wir wollten die Stelle nicht komplett sperren. Dann müssten die Leute ja wieder umdrehen und können den See nicht mehr umrunden“, sagt Henderichs. Die Einbahnregelung gilt ausdrücklich eigentlich nur für diesen kleinen Bereich. Tatsächlich bedeutet dies jedoch: Wer um den kompletten See laufen will, muss die vorgegebene Richtung einhalten – oder wieder umkehren, wenn er in der falschen unterwegs ist.

Da geht’s lang: Eines der Schilder der Stadt.

Fotos von den Schildern kursierten schnell im sozialen Netzwerk Facebook. In der Gruppe „Du kommst aus Olching, wenn...“ folgte prompt der Spott in Hunderten Kommentaren. Manch einer hielt es für einen Aprilscherz, andere witzelten: „Als Nächstes wird ein Überholverbot ausgesprochen.“

Einbahnregelung an Olchinger See: „Man kann es nie allen recht machen.“

Es gab aber auch Stimmen mit einer gegensätzlichen Stoßrichtung: „Besser als das Teilstück zu sperren“ oder „Schade, dass sich die Leute offenbar einfach nicht an die geltenden Regeln halten und sowas notwendig ist“.

Sprecherin Henderichs kennt die Diskussion. Auch im Rathaus trudelten E-Mails ein, die die neue Regelung als „Schmarrn“ bezeichneten. Henderichs: „Man kann es eben nie allen recht machen.“

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