Olchinger Senioren seit 50 Jahren aktiv

Olching – Gemeinsam malen, tanzen, Ausflüge unternehmen und einfach nur ratschen: Das alles ist bei den Olchinger Aktivsenioren möglich. Seit nunmehr 50 Jahren bereichert der Club das Leben der Rentner in der Stadt – und kämpft damit auch gegen die Vereinsamung.

 Für viele Ältere sind die Treffen ein fixer Termin im Kalender: Regelmäßig am Donnerstag kommen die Aktivsenioren zusammen. Dann gibt es Kaffee und Kuchen im Untergeschoss des Rathauses. Und immer wieder können die Senioren auch Vorträgen lauschen. 60 Frauen und Männer nutzen das Angebot des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) – auch „um unter den Leuten zu bleiben“, wie es Rosina Schwojer ausdrückt. Die 52-Jährige leitet den Club seit Juli diesen Jahres.

Ins Leben gerufen wurden die Aktivsenioren 1966 von Berta Höchendorfer, die von 1965 bis 1981 Sozialdienstleiterin und Ersthelferin beim BRK war. Ihr Ziel war es, Abwechslung in den Alltag der Rentner zu bringen. Unterstützt wurde sie von Edeltraud Leiss.

Schnell war für den Altenclub, wie er damals noch hieß, ein Domizil gefunden: das Kolpingheim. 22 Frauen kamen zum ersten Treffen am 22. September 1966, ein knappes Jahr später hatte sich die Zahl bereits verdoppelt. Der Altenclub hatte offenbar eine Lücke geschlossen.

In den Anfangszeiten war vor allem Improvisationstalent gefragt, da der Club im Kolpingheim ja keinen eigenen Raum hatte. In der Festschrift heißt es dazu: „Die Bedingungen waren nicht einfach. Geschirr bei jedem Wetter über den Hof vom Waschhaus holen, den Herd mit mitgebrachtem Holz befeuern, eiskalte Porzellankannen und am Ende alles wieder verräumen.“

Auch deshalb wuchs der Wunsch nach einer festen Heimat Anfang der 1970er-Jahre. Dank der Überzeugungskraft von Höchendorfer und der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Franz Haidacher sowie des BRK-Kreisverbandleiters Anton Kolbhaus wurde ein Raum im Rathaus gefunden. Dieser wurde damals gerade gebaut.

1973 zogen die Aktivsenioren dort ein. Nun waren auch zwei wöchentliche Treffen möglich. Nach und nach entstanden weitere Gruppen, in denen gebastelt, getanzt oder gemalt wurde. Und auch erst nach dem Einzug, wurden Zuschüsse aus dem „Landesplan für Altenhilfe“ gwährt. Eine Einbauküche konnte endlich angeschafft werden und fast noch wichtiger: „Endlich kein kaltes Geschirr mehr und kein Schleppen von Brennholz“, wie in der Chronik zu lesen ist. Dem Leben, das im Altenclub herrschte, trug schließlich die Namensänderung zum 1. März 1988 in Aktivsenioren Rechnung.

Mit ein Grund für den Erfolg der Gruppe war ebenso die Beständigkeit in der Leitung. 31 Jahre lang war Berta Höchendorfer für den Club verantwortlich. Danach übernahm Berta Huber – 19 Jahre lang. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich aber etwas schwierig. Schließlich stellten sich Monika Hartdegen und Gudrung Reichlmayr für das Amt zur Verfügung. Im Juli übernahm dann Rosina Schwojer die Leitung.

„Die Arbeit mit den Senioren macht Spaß. Es kommt so viel zurück“, sagt die 52-Jährige. Da brauche es dann keine besondere Motivation. „Für die Menschen da sein ist einfach wichtig.“

Die 52-Jährige stellt fest, dass sich den 50 Jahren zwar Mode und Musik stark verändert haben, aber nicht die Lebendigkeit der Aktivsenioren. „Fasching ist immer gefeiert worden“, nennt Schwojer ein Beispiel. All das ginge natürlich nicht ohne die ehrenamtlichen Helferinnen, die die Tische decken, die Nachmittage vorbereiten und auch Besuchsdienste im Altenheim übernehmen. Die älteste der Helferinnen ist die 88-jährige Maria Lemle. Seit 1988 packt sie mit an.

Zum Jubiläum hat Rosina Schwojer vor allem einen Wunsch: „Das Helferteam könnte Verstärkung gebrauchen.“ Gerne dürfen auch Männer darunter sein. (hk)

Mehr Informationen

zu den Aktivsenioren gibt es im Internet unter www.brk-ffb.de/angebote/seniorenclubs/olching.

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