Weil sich kein Vorstand findet

Olchinger Verein muss aufgeben

Einige Olchinger Vereine kämpfen ums Überleben. Die alten Vorstandsmitglieder hören auf, neue sind nur schwer zu finden. Nun hat es den Verein für Sport, Gymnastik und Rehabilitation (VSG) getroffen. Er löst sich zum Jahresende auf.

Olching– Das hat VSG, der frühere Versehrtensportverein, bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, wie Bürgermeister Andreas Magg (SPD) im Hauptausschuss mitteilte. Das von dem Verein genutzte Grundstück in den Amperauen wird künftig von Kindertagesstätten und Schulen für Spiele oder Naturerkundungen genutzt werden. Der Grund für die Auflösung des VSG: Es gibt keine Nachfolger für Vorsitzende Manfred Michitsch und andere Vorstandsmitglieder.

Bereits vor fünf Jahren hatte Michitsch, der den Verein seit 28 Jahren führt, angekündigt, das Amt abgeben zu wollen. Mittlerweile ist er 77 Jahre und gesundheitlich sehr angeschlagen, wie er selbst erklärt.

Und auch weitere Vorstandsmitglieder sind nicht länger bereit, ihr Amt auszuüben. Zwar hat der Verein 140 Mitglieder, doch das Durchschnittsalter ist hoch. Es liegt bei über 70 Jahren. „Und von denen wollte es niemand machen“, so Michitsch.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Der SV Esting wird die Angebote des VSG übernehmen – und auch die Übungsleiter. So wird der Verein, der 1958 von Kriegsversehrten als Versehrtensportgruppe gegründet worden und später in VSG umbenannt worden ist, irgendwie weiter leben. Fest steht bereits, dass die Lungensportgruppe montags von 19.45 bis 21 Uhr in der Sporthalle an der Heckenstraße fortgeführt wird. Der SV Esting will zudem Rehasport für Erkrankungen im orthopädischen Bereich, wie Wirbelsäulen und Wassergymnastik anbieten.

„Der Verein kann die notwendigen Trainer stellen und auch mit den Krankenkassen abrechnen, was beim Rehabilitationssport Voraussetzung ist“, freut sich der Vereinsreferent der Stadt Tomas Bauer (CSU). Er weiß auch, dass der VSG nicht der einzige Verein ist, der mit dem Problem, Vorstandsmitglieder zu finden, zu kämpfen hat. Auch die Olchinger Veteranen und die Estinger Gartler hoffen darauf, im kommenden Frühjahr Ehrenamtliche zu finden, die dazu bereit sind, die Ämter zu übernehmen.

Bauer kann sich vorstellen, dass so mancher Verein dieses Problem durch mehr Professionalität lösen könnte. Als positives Beispiel nennt er den SV Esting mit seinen 4500 Mitgliedern. Dieser habe eine hauptamtliche Geschäftsleitung und mehrere hauptamtliche Trainer. Solch ein Modell wäre auch etwas für andere Olchinger Vereine, möglicherweise auch im Zusammenschluss, so Bauer.

Bei einer professionellen Geschäftsleitung mit Geschäftsstelle wären Mitarbeiter häufiger erreichbar und Vorstandsmitglieder eher zu gewinnen, da sie durch eine professionelle Geschäftsleitung entlastet würden, ist er überzeugt. (sus)

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