Mit Fahnen und in Festtracht rücken die Veteranen an Gedenktagen aus

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Olchings ältester Verein vor dem Aus

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Seit über 140 Jahren kümmert sich der Olchinger Veteranen- und Kameradschaftsverein um Brauchtum und Geselligkeit im Ort. Doch das könnte bald vorbei sein: Olchings ältestem Verein droht die Auflösung. Denn es findet sich niemand, der das Amt des Vorsitzenden übernehmen möchte.

Olching– Katerstimmung beim Veteranen- und Kameradschaftsverein: Seit knapp einem Jahr sucht man schon nach einem neuen Chef, doch es findet sich keiner. Deshalb hatte Vorsitzender Hans-Günter Arndt vor ein paar Tagen eine Krisensitzung anberaumt. Das Ergebnis war ernüchternd. „Alle würden zwar aushelfen, wenn Not am Mann ist, also zum Beispiel mal die Fahne tragen oder so, aber ein Amt übernehmen will keiner“, sagt Arndt.

Der 68-Jährige ist seit über 20 Jahren bei den Veteranen, die vergangenen fünf Jahre als Vorsitzender. Davor war er Vize. Bereits im Oktober 2016 hatte er angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. „Ich höre aus familiären und gesundheitlichen Gründen auf“, erklärt er. Mit dem Verein habe das nichts zu tun.

Arndt ist leidenschaftlicher Veteran. „Es macht einfach Spaß, dabei zu sein“, sagte er etwa anlässlich des 140. Jubiläums des Vereins vor zwei Jahren. Dabei meinte er vor allem die Teilnahme an den Umzügen. Denn an Fronleichnam und anderen Gedenktagen rücken die Veteranen mit Fahnenabordnungen aus. Und auch verstorbenen Mitgliedern geben sie das letzte Geleit. „Da stellen sich mir die Haare auf, wenn ich daran denke, dass wir aufhören müssten“, sagt Arndt.

Doch ganz so weit ist es noch nicht. „Wir hoffen und beten, dass sich vielleicht doch noch jemand findet bis zur Jahreshauptversammlung am 15. Oktober“, so der Vorsitzende. Er würde seinem Nachfolger auch helfen, sich einzuarbeiten.

Rund 130 Mitglieder hat der Veteranen- und Kameradschaftsverein derzeit. Gut über die Hälfte seien bereits über 70, so Arndt. „Sie sind gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr so drauf.“ Ein Drittel der Mitglieder sei aber auch jünger – zwischen 24 und 40. „Aber die sind entweder berufstätig oder haben Familie. Und unter der Woche hat da keiner Zeit.“

Sollte sich bei der Jahreshauptversammlung kein neuer Chef finden, dann müsste eine Übergangslösung her, ein kommissarischer Vorstand bis zur nächsten Hauptversammlung im März, erklärt Arndt. Das Amt des Vorsitzenden müsse der Vize übernehmen. Und dann müsse man schauen, wie es weitergeht. Eine Vereinsauflösung wäre gar nicht so einfach. Und das nicht nur, weil die Veteranen laut Arndt finanziell gut dastehen. „Das Vermögen würde laut unserer Satzung an die Stadt gehen für soziale Zwecke.

Noch hoffen Arndt und seine Veteranen, dass dieser Weg nicht gegangen werden muss – und der älteste Verein Olchings überleben wird.

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