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Anstoßen mit neuem Pächter: (v.l.) Karlheinz Frey, Heiner Deml, Josef Schalk und Eugen Sollinger . 

Nach Problemen

Pächterwechsel: Neustart im Olchinger Kolpingheim

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Die Pächternachfolge im Kolpingheim Olching gestaltete sich schwieriger als geplant. Ein potentieller Kandidat sprang kurzfristig ab. Jetzt hat der Germeringer Heiner Deml die Traditionsgaststätte übernommen.

Olching – Mit schwerem Gepäck reiste der erfahrene Gastronom Heiner Deml aus Germering nach Olching an. Hier führt er nun die Traditionsgaststätte im Kolpingheim in der Wolfstraße 9. Ein Schild, auf dem „Deml’s Restaurant“ steht, ist am Eingang angebracht. „Ich habe einige Geräte aus meinem vorherigen Betrieb mitgebracht“, sagt der gelernte Automechaniker, der aber bereits seit 1985 in der Gastronomie arbeitet. Sein handwerkliches Geschick hat sich der 61-Jährige beibehalten. Vieles hat Deml bei der Küchensanierung selbst gemacht, auch die Geräte hat er selbst eingebaut. „Es ist immer gut, einen Pächter zu haben, der selbst Hand anlegen kann“, meint Eugen Sollinger von der Olchinger Kolpingsfamilie.

Überhaupt ist Deml ein so genannter Selfmademan. Nach Stationen in Österreich, USA, Spanien und Italien leitete er die vergangenen acht Jahre eine Kantine in Baierbrunn. In den ganzen Jahren musste er sich vieles selbst aneignen. Dabei prägten ihn auch Wegbegleiter: So war etwa auch sein Ausbilder bei seiner Umschulung 1993 zum Koch ein Quereinsteiger wie er. „Er war ursprünglich Chemiker, aber da wir beide lange Haare hatten und Cowboystiefel trugen, verstanden wir uns auf Anhieb“, erinnert sich Deml.

In Olching wird der 61-Jährige nun größtenteils auf sich gestellt sein, denn kochen will er nur allein. „Natürlich brauche ich Servicekräfte und Küchenhilfen. Das geht gar nicht anders, vor allem wenn man große Veranstaltungen hat.“ Aber vom Schnitzel bis zum Kaiserschmarrn geht alles auf Demls Ideen zurück. Er stellt sogar seine Gewürze selber her. Rezepte gibt es bei ihm auch nicht, er macht alles aus dem Kopf.

Der Stil des Restaurants wird vorrangig bayerisch, aber auch international sein, meint der neue Küchenchef. International sind Cordon Bleu und Spareribs. „Würde ich nur traditionell bayerisch kochen, gäb es bei uns nur Knödel mit Kraut und Schmalz. Fleisch war nämlich viel zu teuer für den einfachen Mann.“ Neben der Bewirtung der vielen Olchinger Vereine, die das Kolpinghaus als Vereinsheim nutzen, will Deml auch für Veranstaltungen wie Hochzeiten und Geburtstage kochen. Dazu kommen abends die À-la-carte-Gäste, die er bekochen will. Das reicht ihm jedoch noch nicht. „Geplant ist, dass, wenn ich mich eingelebt habe, ich noch einen Mittagstisch anbiete. Da gibt es dann jeden Tag ein anderes Gericht im Angebot für die Betriebe in der Gegend, ähnlich wie in einer Kantine.“

Die Verantwortlichen der Kolpingsfamilie sind auf jeden Fall glücklich, für ihr seit April pächterloses Haus eine Nachfolge gefunden zu haben. „Beim Heiner hat es einfach gepasst“, sagt Sprecher Karlheinz Frey. Um den Neustart zu feiern, serviert Deml Steaks und Entrecôte aus seiner neuesten Errungenschaft – einem Beefer. Am 15. September kann sich jeder nach Voranmeldung – telefonisch unter (0151) 43 16 56 66 – von der Kochkunst des Germeringers überzeugen.

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