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Info-Veranstaltung

Paulusgrube Olching: Die wichtigsten Fragen zum Bahnhofsviertel

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Das Interesse an der Info-Veranstaltung zum aktuellen Stand der Pläne für das Bahnhofsviertel (Paulusgrube) war riesig. Kein Wunder: Hier wird nicht weniger als Olchings neue Mitte erschaffen – ein städtebauliches Jahrhundertprojekt. Das sind die zentralen Punkte, die die Bürger bewegen.

Olching – Da sieht jede Bürgerversammlung in Olching alt dagegen aus: Das Kulturzentrum am Olchinger Mühlbach (KOM) war proppenvoll, einige mussten stehen. Ganz klar: Die Menschen – und es waren nicht nur die direkten Anwohner – wollen wissen, was mit dem Viertel rund um den Bahnhof in Zukunft passieren wird. Die Veranstaltung fand im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens statt. Die Stadt hatte dazu eingeladen, auch die jeweiligen Experten waren da.

Was ist der aktuelle Stand?

Das Projekt nähert sich der Zielgeraden – zumindest was den Bebauungsplan für das Areal betrifft, das man Paulusgrube nennt. Seit 2011 wird daran gearbeitet, wie die Grundstücke, die zum großen Teil der Stadt, aber eben auch der Bahn gehören, bebaut und genutzt werden. Mehrere Entwürfe standen zur Debatte, es gab eine frühzeitige öffentliche Beteiligung und Gespräche mit Nachbarn (zum Beispiel dem Kolpingheim).

Komplizierter war es, die Bahn mit ins Boot zu holen –aber auch das ist mittlerweile geglückt. Der Stadtrat wird im Januar über einen Entwurf abstimmen, der zwei große Türme nahe der Hauptstraße vorsieht, im hinteren Teil können zum Beispiel Geschäfte einziehen, außerdem ist ein Wohnblock vorgesehen. (Wichtig: Die Grafik oben zeigt nur die Flächennutzung und noch nicht die endgültige Architektur). Nach der Entscheidung des Stadtrates liegen die Pläne öffentlich aus. „Dann sind Sie gefragt“, sagte Bürgermeister Andreas Magg (SPD).

Zieht das Rathaus ebenfalls hierher?

Kersten Raisch, den man vom Ortsverband der Freien Wähler (FW) kennt, sagte: „Es ist die Mitte von Olching. Aber eine Sache vermisse ich: das Rathaus.“ Er dürfte damit Alt-Bürgermeister Ewald Zachmann (FW) aus der Seele gesprochen haben, der diesen Missstand in den Vorberatungen moniert hatte. Magg erklärte jedoch, dass die Bedeutung des Rathauses als Frequenzbringer überbewertet werde. Eine Ausnahme stelle lediglich das Bürgerbüro dar. „Es ist durchaus möglich, dass das als eine Art Satellit ins Zentrum zieht“, erklärte Magg. Es sei durchaus Platz für eine öffentliche Nutzung vorgesehen.

Warum braucht es dort einen Supermarkt?

Während das Kino momentan noch eher Vision als Wirklichkeit ist, steht eines laut Bürgermeister Magg definitiv fest: ein großer Supermarkt (Vollsortimenter) muss her. „Weil wir im Zentrum, was den Lebensmittelbereich angeht, nicht so stark besetzt sind.“ Und weil man nie wisse, ob nicht die Zentrale in Köln von einem Tag auf den anderen beschließe, den Rewe in der Hauptstraße dicht zu machen. So sei auch die fußläufige Versorgung garantiert. Magg: „Es ist kein Magnet, der über Olching hinaus angefahren wird“.

„Die Leute fahren aber mit dem Auto zum Wocheneinkauf“, merkte dazu jemand aus der Bürgerschaft an. Das würde wiederum die Verkehrsbelastung erhöhen.

Wie hoch wird die Verkehrsbelastung?

Dass noch mehr Autos und Lastwagen durch die umliegenden Wohngebiete fahren, ist die größte Sorge der Anwohner, etwa von Wolf-, Jahn- und Feldstraße. Das wurde auch schon öffentlich kundgetan – inklusive Zweifel am Gutachten während des Planungsprozesses.

Im KOM meldete sich nun ein Unternehmer zu diesem Thema zu Wort: Hubert Widmann von Holz Widmann an der Bahnhofstraße. Er sagte ganz klar: „Eure Zahlen passen einfach nicht. Wer weiß, zu welchen Zeiten der Verkehrszähler unterwegs war.“ Allein durch seine Firma würden etwa 22 Lastwagen pro Tag fahren. Er kritisierte, dass sämtliche Planungen zu Lasten der Jahnstraße gehen.

Die Kritik an falschen Zahlen wies Eva Heller von der Verkehrsplanung zurück. „Die Verkehrszählung lief 24 Stunden mittels Videoüberwachung an verschiedenen Stellen.“ Der Verkehr werde im Vergleich zu jetzt zunehmen. Sie sprach von 2900 Fahrten pro Tag, Magg nannte einen Durchschnittswert von 18 Fahrzeugen pro Stunde. Ein kleiner Teil der Jahnstraße müsse mit deutlich mehr Verkehr rechnen. Aber: „Großer Nutznießer ist die Wolfstraße.“ Dort sei ein Rückgang aufgrund der neuen Verkehrsführung zu erwarten.

Wo führt der Verkehr entlang?

Das Ziel der Verkehrsführung: „Die Bahnhofstraße soll ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich werden wie in der Landsberger Altstadt“, erklärte Stadtplaner Stefan Strohmayr. Im Bereich der Paulusgrube wird sie eine Einbahnstraße und außerdem soll die Fahrbahn verschwenkt werden, sodass es keinen Durchschuss zur Schillerstraße gibt. Busse fahren zwischen dem Neubaugebiet durch zum Busbahnhof direkt an den S-Bahn-Gleisen und durch „die Türme“ wieder aus. Der Verkehr soll bereits weit vorne durch eine Tiefgarage abgefangen werden.

Wo kann man überall parken?

Zu den Plänen für die Paulusgrube gehört auch eine Grünbrücke, die den Mühlbach mit dem Bahnhofsquartier verbinden soll. Hier ist ein besonderer Clou vorgesehen: ein „verstecktes“ Parkhaus unter der Brücke.

Auf dem Areal selbst sollen zwei Tiefgaragen (für Geschäfte, Reisende und Wohnen) einen Großteil des Verkehrs unter die Erde ziehen. „Es soll aber nicht dieses eine große Tiefgaragenmaul wie in der Buchenau geben, das wäre hier fatal“, sagte Magg. Der P&R-Parkplatz im Norden bleibt. Für die Wohnungen gilt laut Bauamtsleiter Markus Brunnhuber voraussichtlich die normale Stellplatzregelung – möglicherweise kann die direkte Anbindung an den ÖPNV den Schlüssel aber senken.

Geht das Areal an einen Investor?

Ingrid Kertner, die seit 55 Jahren in Olching lebt, stellte schließlich die Frage der Fragen: „Wird alles an einen Investor verkauft? Was ist das Interesse, das die Stadt daran hat?“ Auch der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Stefan Eibl wollte darüber mehr wissen. Man dürfe nicht alle Grundstücke aus der Hand geben. „Ein Investor will auch nur Geld verdienen.“

Ein klares Ja oder Nein gab es auf die Kernfrage nicht. Es ist noch nichts abschließend entschieden. Magg sagte aber: „Es handelt sich um eine Investition von über 100 Millionen Euro.“ Er ließ (wiederholt) durchklingen, dass die Stadt das nicht allein stemmen könne. Sie müsse selbst Gelder für Kitas, Wohnungen und Schulen aufbringen. Dafür sei auch Kapital nötig.

Außerdem warnte er davor, einen Investor gleich mit einer „Heuschrecke“ gleichzusetzen. Es gibt vernünftige Modelle, wo beide profitieren. Die Stadt könnte auch Teile der Grundstücke für kommunalen Wohnungsbau behalten oder mit Sozialer Bodennutzung (Sobon) arbeiten, damit die Mieten bezahlbar bleiben. Außerdem könne man vertraglich klar festlegen, was wie erlaubt ist – sogar bis zur Architektur.

Wann rücken die Bagger an?

Wenn alles gut läuft, könnte es in zwei Jahren losgehen, erklärte Bauamtsleiter Brunnhuber. Nächste Woche steht noch einmal ein Termin mit der Bahn an. Ansonsten wollte Brunnhuber aber nicht mehr ins Detail gehen. „Jede Zahl, die ich Ihnen hier nenne, kann nur falsch sein.“

Auch interessant: Daher hat die Paulusgrube ihren Namen

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