Schicker Sitzungssaal: Hier tagt in normalen Zeiten der Stadtrat. Ein Problem macht sich auch hier bemerkbar: die Wärmedämmung ist nicht zeitgemäß.
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Schicker Sitzungssaal: Hier tagt in normalen Zeiten der Stadtrat. Ein Problem macht sich auch hier bemerkbar: die Wärmedämmung ist nicht zeitgemäß.

Sanierung kostet 8,6 Millionen Euro

Rathaus weist gravierende Mängel auf - Gutachten für Olchinger Gebäude verheerend

  • Andreas Schwarzbauer
    VonAndreas Schwarzbauer
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Das Olchinger Rathaus wurde von einem Experten analysiert – mit ziemlich ernüchterndem Ergebnis. Das Gebäude aus den Siebziger Jahren weist zahlreiche Mängel auf.

Olching – Eine Sanierung würde 8,6 Millionen Euro kosten. Diese Zahl wurde dem Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung vorgelegt.

Das Gutachten besagt außerdem, dass die Standsicherheit tragender Bauteile beeinträchtigt ist, da der Beton an vielen Stellen abgeplatzt ist und sich der darunterliegende Stahl durch den Sauerstoff zersetzt. Das Rathaus verfüge über keine zeitgemäße Wärmedämmung und das Flachdach sowie die Fenster seien undicht, sodass der Energieverbrauch zu hoch ist. Im Winter sei es zu kalt, im Sommer zu warm.

Der Sachverständige geht zudem davon aus, dass die Wasser- und Heizungsrohre verrostet sind. „Eine Prognose, wie lange welches Rohrstück noch dicht bleibt, kann nicht abgegeben werden.“ Zudem gebe es sogenannte Totleitungen, in denen das Wasser steht. Sie seien Brutstätten für Mikroorganismen wie Legionellen.

Nachbesserungsbedarf auch beim Brandschutz

Auch beim Brandschutz sieht die Analyse Nachbesserungsbedarf. Unter anderem müssten Brandschutzdecken und Fluchtwege geschaffen werden. Darüber hinaus enthielten einige Bauteile Asbest und krebserzeugende Mikrofasern. Zwar bestehe derzeit keine Gefährdung für Mensch und Umwelt, aber eine Sanierung wäre mit einem erhöhten Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Diese würde etwa zwei Jahre dauern. Währenddessen könnte das Gebäude nicht genutzt werden, die Verwaltung müsste umziehen. Diese Kosten kämen noch hinzu.

Bauamtsleiter Markus Brunnhuber gab zudem zu bedenken, dass es bei einer Sanierung keinen räumlichen Zuwachs gebe – im Gegensatz zu einem kompletten Neubau. Der Stadtrat muss sich nun in den nächsten Monaten Gedanken machen, wie es mit dem Rathaus weitergehen soll.

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