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Raubfische für mehr Wasserqualität im Olchinger See

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Idylle am Olchinger See: Die Wasserqualität muss gepflegt werden. © Archiv

Um die Zusammenhänge zwischen Naturkreislauf, menschlichem Verhalten und Wasserqualität einmal genau kennenzulernen, wurde 2017 der Olchinger See von einem externen Gutachterteam untersucht.

Olching – Die Ergebnisse wurden vor Kurzem in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses präsentiert.

Der Experte stellte dem See eine insgesamt gute Qualität aus. So stelle auch die Sichttiefe von vier bis sechs Metern einen guten Wert dar. An der tiefsten Stelle sind es von der Wasseroberfläche bis zum Grund sieben Meter. Das saubere Wasser macht den See bei Badegästen sehr beliebt – das wiederum hat eine Kehrseite.

Denn gerade im Flachwasser würde zum Beispiel die natürliche Fortpflanzung der Tiere gestört. Die Fütterung der Wasservögel sei dagegen vergleichsweise unbedeutend. Um das Öko-System aufrecht zu erhalten, sollte man sie dennoch untersagen.

Der Graskarpfen stellt hingegen ein weitaus größeres Problem dar. Der eigentlich aus China stammende Fisch war vor etlichen Jahren in den Olchinger See gesetzt worden, um dem Grün im See Herr zu werden. Wie sich aber herausstellte, bewirkte dies eine Stärkung des Algensystems – ein unerwünschter Effekt. Zur Sicherheit, so riet der Experte, solle man versuchen, den asiatischen Fisch „vollkommen aus dem See herauszubringen“.

Eine der Maßnahmen könne sein, mehr Raubfische einzusetzen – auch, um so genannte „Friedfische“ einzubremsen, die zu viel des für den ökologischen Kreislauf wichtigen Zooplanktons fressen. Bei diesem handelt es sich um mikroskopisch kleine tierische Teilchen.

Jedoch werden in den Ergebnissen der Untersuchungen auch veränderte Verhaltensweisen beim Menschen – speziell Landwirten – angemahnt. So sei eine auf das unbedingte Maß angepasste Düngung notwendig. Denn bei stärkerem Regen würden zu viele Nährstoffe aus dem umliegenden Ackerland in den Zulauf gelangen.

Abgesehen von einer maßvollen Düngung könnte ein Auffangbecken eine Verbesserung herbeiführen. „Das Becken würde aber eine größere Fläche in Anspruch nehmen“, sagte der Experte. An dieser Stelle wehrte sich Josef Neumeier (CSU) dagegen, „nicht nur die Landwirte an den Pranger zu stellen“.

Von dem Gutachter wurde noch darauf hingewiesen, dass sich das Wasser des Olchinger Sees bei einer durchschnittlich mittleren Abflusszeit in etwa einem halben Jahr rechnerisch vollkommen erneuere. Dies sei allerdings ein eher theoretischer Wert. Strömungsberuhigte Ebenen des 14,7 Hektar großen Gewässers würden sich kaum oder gar nicht austauschen.

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