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Bei königlich weiß-blauem Himmel genossen 25 000 Zuschauer den Olchinger Gaudiwurm wie dieses royale Paar.

Bilder und Impressionen

Rekordverdächtig: So war der Faschingszug in Olching

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25 000 Besucher dicht an dicht, über 50 Wagen und Fußgruppen, bestes Wetter – der 65. Faschingszug in Olching ist rekordverdächtig. Allerdings gab es auch eine Problemzone. 

Olching – Ein herausragendes Merkmal des Olchinger Faschingszuges bleibt, dass zumindest die einheimischen Teilnehmer mit geradezu liebenswerter Zuverlässigkeit die Stadtpolitik mit dem Spott der Narren versehen. Auch die Jury, in der heuer unter anderem Bürgermeister Andreas Magg, seine Stellvertreterin Maria Hartl und Mitglieder des Faschingszugkomitees vertreten waren, belohnt solch große Kreativität mit hoher Punktzahl.

So war es kein Wunder, dass der MSC Olching mit seinem Motto, das sich der Stadtentwicklung widmete, auf dem ersten Platz einkroch. „Im Schneckentempo geht’s voran bei Olchings Stadtentwicklungsplan.“ Dies war am Wagen optisch perfekt betont durch eine Schnecke, die den Gaudiwurm entlangzukriechen schien.

Einem höchst aktuellen Reizthema hatten sich die Faschingsfreunde von der Spechtranch mit der Südwestumfahrung angenommen. Ein Amper-Starzelbach-Kanal wurde da als Alternative zur Entlastung vorgeschlagen – und mit dem dritten Platz bei den einheimischen Wagen belohnt. Ebenfalls viel Fantasie bewies die Faschingsgilde Olching mit ihrem bis zuletzt streng geheim gehaltenen Motto, das sich dem kürzlich neu gegründeten Stadtmarketing widmete.

Oberbayerns größter Faschingszug: Die besten Bilder aus Olching

Bei den „Zuagroasten“, die rund zwei Drittel der Teilnehmer ausmachten, fand die Feuerwehr aus Gernlinden mit „Air Berlin“ in den Reihen der Jury die meisten Bewunderer. Überhaupt waren knapp die Hälfte der Teilnehmer aus dem Maisacher Ortsteil bereits am Sonntag beim eigenen Gaudiwurm auf der Piste. Die Verbindung zwischen beiden Faschingszügen gilt als gut gepflegt.

Von der guten Laune in Gernlinden hatten die Veranstalter in Olching eine Menge herübergerettet. Dazu trugen auch die vom Sonnenschein erwärmten null Grad bei. „Das ideale Wetter, um Fasching zu feiern“, strahlte Johann Krämer, erster Vorsitzender des Faschingszugkomitees. 50 Teilnehmer hatten er und sein Team auf die Liste setzen können. Darunter waren viele, die die Koalitionsverhandlungen in Berlin bissig, aber nicht verletzend unter die Lupe nahmen.

An der Bahnunterführung gab es kritische Szenen

„Mit 50 Wagen und Fußgruppen ist  nicht mehr viel Luft nach oben“, deutete der zweite Zugkomitee-Vorsitzende Jürgen Müller vorsichtig an, dass eine gewisse Kapazitätsgrenze für den Olchinger Faschingszug erreicht sei. Dennoch habe es nach seinem Eindruck bei der Anfahrt der Teilnehmer kaum Probleme gegeben. Bewährt hatte sich auch die im Vorfeld angekündigte Maßnahme, den Teilnehmern von vornherein feste Standplätze zuzuweisen.

Die Zugteilnehmer bewiesen außerdem Disziplin. In der Bahnunterführung hielten sie sich weitgehend an das Verbot, Pyrotechnik zu verwenden. Zudem hielt sich die Lautstärke der Musik in faschingsüblichen Grenzen. Auch die vorgegebenen Abmessungen wie Höhe, Länge und Breite wurden beachtet, so dass es zumindest wegen der Wagen keine Staus gab.

Für die sorgten vor allem im Bereich der Bahnunterführung Zuschauer, die trotz präsenter Security immer wieder in die Fahrbahn drängten – entweder aus einer Feierlaune heraus oder auf der Jagd nach Süßigkeiten. In vielen Fällen hatte das Begleitpersonal der Wagen erhebliche Mühe, die Besucher von den Wagen und insbesondere von den Zugmaschinen – meist Traktoren – fernzuhalten.

Olchings zweite Bürgermeisterin Hartl sprach von der Unterführung als einer Problemzone, die erkannt ist. „Da wird sich im nächsten Jahr etwas ändern müssen“, erklärte Hartl gegenüber unserer Zeitung. Eine Möglichkeit sieht Hartl darin, eine Zone auf beiden Seiten der Unterführung von Zuschauern freizuhalten.

Am Rande des Faschingszugs wurde ein Feuerwehrmann angefahren

Ein Vorfall am Rande des Faschingszugs sorgte indessen für Fassungslosigkeit bei den Einsatzkräften: Ein Olchinger hat einen Feuerwehrmann angefahren, als er unerlaubterweise durch eine Absperrung fuhr. 

Alles rund um den Olchinger Faschingszug lesen Sie auch hier

Hans Kürzl

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