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Für die Natur eine Katastrophe: Ariane Zuber in einem Feld von Pflanzen der Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt.

Rasante Ausbreitung

Riesenbärenklau hat überlebt und wuchert am kleinen Olchinger See

Der Riesenbärenklau nahe des kleinen Olchinger Sees wurde offenbar im vergangenen Jahr nur dilettantisch bekämpft. Die Samen verbreiten sich rasant und stellen eine Gefahr dar.

Olching – Totgesagte leben länger: Der Riesenbärenklau in Olching wächst und wächst, er gedeiht prächtig. Wie ein Urwald präsentiert sich die Natur entlang des Zitzstaudengrabens von Olching kommend in Richtung kleiner Olchinger See. So schön das Grün erscheinen mag, ist es für Naturschützer dennoch alarmierend: Die Herkulesstaude, bekannt als Riesenbärenklau, wuchert – trotz aller Bemühungen, das Wachstum einzudämmen. Das kann schlimme Konsequenzen für Mensch und Natur haben.

Berührt man mit nackter Haut Stängel oder Blüte der Pflanze sind schwer heilbare Verbrennungs- und Verätzungserscheinungen die Folge. Dort, wo der Riesenbärenklau wächst, haben heimische Pflanzen kaum eine Chance zu überleben. Bienen lieben sie allerdings, da ihre Blüten ausreichend Nahrung bieten. Deshalb wurde Imkern zunächst empfohlen, die Stauden mit den großen Blütendolden zu pflanzen – und somit auch zu verbreiten.

Die Samen verbreiten sich rasant über das Wasser

Bereits im Sommer vergangen Jahres war das Problem am kleinen Olchinger See aufgetreten. Ingrid Jaschke, Grünen-Stadträtin und stellvertretende Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, und Ariane Zuber, Vorsitzende des Bund Naturschutz in Gröbenzell, hatten sich damals bei der Stadt dafür stark gemacht, dass die Pflanzen entfernt werden. Dies ist teilweise auch geschehen – allerdings größtenteils zu einer Zeit, als die Stauden bereits in voller Blüte standen und entlang des Zitzstaudengrabens. „Ein wahnsinnig gefährlicher Standort“, erläutert Zuber. Denn die Samen des Bärenklaus fallen in das Wasser und können sich so kilometerweit verbreiten. Eine einzige Pflanze kann bis zu 5000 Samen tragen, der auch im Wasser überlebt. Sie fürchtet daher, dass es eines Tages auch am kleinen Olchinger See wuchert.

Probleme bei der Bekämpfung wegen Eigentumsverhältnissen

Die Stauden wurden laut Zuber zudem nicht fachmännisch bearbeitet. Sie sollen vor der Blüte und mitsamt ihrer Wurzel entfernt und anschließend verbrannt werden. Im vergangenen Jahr aber wurden sie großteils untergepflügt. Die Pflanzen treiben aufgrund der feuchtwarmen Witterung bereits jetzt aus. Wochen früher als eigentlich üblich steht so manche Staude in voller Blüte. Es besteht also dringend Handlungsbedarf, betont Zuber.

Die Stadtverwaltung ist schon aktiv geworden. Auf ihrer Internetseite warnt sie vor der Herkulesstaude und gibt Tipps, wie diese zu entfernen ist. Bestände auf städtischen Flächen würden umgehend bekämpft, erläutert Rathaus-Sprecherin Julia Henderichs. Doch an anderen Stellen gestalte sich „eine rechtzeitige, koordinierte Bekämpfung aufgrund der Eigentumsverhältnisse schwierig“. Eigentümer des Zitzstaudengrabens sei der Wasserverband Zitzstaudengraben, der damit auch für den Unterhalt verantwortlich sei. Zudem seien Privatgrundstücke betroffen. Sowohl mit Verantwortlichen des Wasserverbandes als auch mit den Privatleuten stehe die Stadt in Kontakt. Diese zeigten auch Bereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen. Rechtliche Mittel, dies durchzusetzen, sehe die Stadt Olching aber nicht, hieß es.

Von Susanne Schwind

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