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So könnten Paulusgrube und Bahnhof aussehen. Prunkstücke der Planung sind der Turm, über den der Zugang zu den Gleisen erfolgen soll, und die Landschaftsbrücke, welche die ehemalige Bahnmeisterei mit der Bahnhofsgegend verbindet. Das Interesse der Olchinger an der Zukunft des Areals war riesig. Eng gedrängt standen sie im KOM, sahen sich Pläne sowie Modell an und hörten den Ausführungen zu. Nach der öffentlichen Diskussion konnten Interessierte noch mit Vertretern der Stadt ins Gespräch kommen und individuelle Fragen stellen.

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Riesiges Interesse an Paulusgrube

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Die Neugestaltung der Paulusgrube und des Bahnhofs wird Olching verändern. Dementsprechend groß ist das Interesse der Bürger. Trotz Hitze strömten sie ins KOM, wo die Stadt die Pläne vorstellte. Dabei gibt es aus Sicht der Olchinger aber einen Knackpunkt: die Erschließung. Sie fürchten mehr Verkehr.

Olching – Die Luft steht, es ist heiß. Dicht an dicht drängen sich die Olchinger im Gretl-Bauer-Saal des KOM. Diejenigen, die einen Stuhl ergattern konnten, sitzen. Der Rest steht. Manche haben sich auch auf Fensterbänken und Treppe niedergelassen. Sie alle hat die Neugestaltung der Paulusgrube gelockt – trotz besten Biergartenwetters. Neugierig lauschen sie den Worten von Bürgermeister Andreas Magg und dem zuständigen Planer.

Bereits seit Jahrzehnten wird über die Paulusgrube diskutiert. Einen Bebauungsplan gibt es seit 1991. Doch die Realisierung scheiterte stets an den fehlenden Grundstücken. Mittlerweile hat die Stadt aber alle Flächen von der Bahn gekauft – mit Ausnahme des Bahnhofs selbst. „Den versuchen wir aber auch noch zu erwerben, damit die Planung funktioniert“, sagt Magg. Gespräche mit der Bahn würden geführt.

Ziel der Neugestaltung ist es, den Bereich entlang der S-Bahn-Gleise zu beleben. Dort sollen Wohnhäuser, Geschäfte und Grünflächen entstehen. Das Bahnhofsgebäude soll einem Turm samt Einkaufspasage weichen. „Wir reden hier aber nicht von den Pasing Arcaden“, stellte Magg klar. Schließlich wolle man den Geschäften in der Hauptstraße keine Konkurrenz machen. Zudem soll eine Landschaftsbrücke über die Hauptstraße die ehemalige Bahnmeisterei mit der Bahnhofsgegend verbinden.

Die Planung bringt eine wesentliche Veränderung für die Bahnhofstraße mit sich. Diese geht in einer Art Platzfläche auf und wird zum verkehrsberuhigten Bereich. Dadurch erfahren Kolpingheim, evangelische Kirche und Kindergarten eine Öffnung zu dem neuen Viertel.

„Das ist keine fertige Planung, wir sind ganz am Anfang“, betont Magg immer wieder. Einiges könne sich noch ändern. Das hänge davon ab, welche Nutzungen wo realisiert werden. Grob geschätzt rechnet die Stadt durch das neue Viertel mit rund 240 Einwohnern mehr.

Die Kosten für die Neugestaltung schätzt der Bürgermeister auf rund 100 Millionen Euro, was die Anwesenden mit einem Raunen quittierten. Bei der Finanzierung hofft die Stadt auf einen Investor. Sollte alles nach Plan laufen, so könne noch in dieser Legislaturperiode, also vor 2020, mit der Umsetzung begonnen werden, so Magg. „Der politische Wille ist da.“

Erschlossen werden soll das neue Viertel über den vorderen Bereich der Bahnhofstraße, sprich von der Hauptstraße aus. Dort sind auch die Zufahrten zu Tiefgarage und Radlabstellplätzen vorgesehen. Die Bahnhof- und die Wolfstraße sollen zu Einbahnstraßen werden.

Doch das Erschließungskonzept kann die Anwesenden nicht überzeugen. Teilweise warfen sie der Stadt vor, überhaupt keines zu haben, vor allem für die Nebenstraßen. Zudem befürchteten sie eine weitere Belastung für die Hauptstraße.

Ein Bürger bezweifelt, ob es überhaupt sinnvoll sei, bei dem schon jetzt hohen Verkehrsaufkommen dort noch ein Wohngebiet zu bauen. Eine Anwohnerin der Wolfstraße befürchtet mehr Verkehr, da diese zur Bahnhofstraße hin geöffnet wird. Magg entgegnet ihr, dass dann aber keine Busse mehr durch die Wolfstraße fahren würden.

„Warum wird der Verkehr nicht an der Bahn entlang geführt?“, fragt eine Olchingerin, wofür sie spontanen Beifall erhielt. Der zuständige Planer antwortet ihr, dass man den Verkehr, der durch die neuen Nutzungen entsteht, vor allem vorne abfangen wolle. „Im hinteren Bereich funktioniert es nicht.“ Das habe man geprüft. Und Magg ergänzt, dass es fatal wäre, einen Durchschuss von der Feldstraße zur Hauptstraße zu machen. „Damit würde man einen Bypass für die Hauptstraße aufmachen.“

Der Inhaber der Holzhandlung Widmann, die in der Bahnhofstraße ansässig ist, sorgt sich wegen der Zufahrt. „Wir bekommen oft 25 bis 30 40er-Tonner, teilweise in Überlänge“, sagt er. „Sollen die dann über die Wolfstraße kommen?“ Magg antwortet ihm, dass die Zufahrt weiterhin über die Bahnhofstraße erfolgen könne. „Die Bahnhofstraße wird keine reine Autostraße sein“, so der Bürgermeister. Radler und Fußgänger bekämen ihre gesicherten Bereiche.

Eine Bürgerin regt an, an einen Treffpunkt für Jugendliche zu denken. Und eine Erzieherin vom evangelischen Kindergarten weist darauf hin, dass durch die Neugestaltung die Spielfläche in der Paulusgrube verschwinde. Seit Jahren gibt es mit der Stadt eine Vereinbarung, dass der Kindergarten die Paulusgrube nutzen kann – so lange bis das Areal entwickelt wird. (es)

Pläne und Modell

zur Neugestaltung der Paulusgrube und des Bahnhofs liegen bis zum 19. Juli im Foyer des Rathauses aus. Mitarbeiter stehen für Fragen zur Verfügung, wie Rathaus-Geschäftsleiter Jürgen Koller sagt. Zudem sind die Pläne auf der Homepage der Stadt unter www.olching.de zu finden.

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