Verwaltungsgericht

Schwarzbau im Graßlfinger Moos muss weg

Bauen im Graßlfinger Moos ist schwierig. Daher entstehen dort ab und zu Schwarzbauten. Einer davon muss nun abgerissen werden. Das entschied das Verwaltungsgericht.

Graßlfing – Das Moos gehört planungsrechtlich zum Außenbereich, große Teile sind zudem Landschaftsgebiet. „Für alles ab der Größe eines Hasenstalls braucht es eine Genehmigung“, wie es Bauamtsleiter Markus Brunnhuber einmal ausgedrückt hat. Anwohner der Birkenhofstraße haben das aber nicht beachtet. 2014 haben sie ein 9000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Darauf standen zwei Hütten, die beide nicht genehmigt, sondern lediglich geduldet sind. Eine der beiden nutzt das Paar als Wohnhaus. Zudem befinden sich auf dem Areal drei Teiche, umgeben von gepflegten englischen Rasen.

2016 hatte ein Baukontrolleur des Landratsamtes dann einen Neubau auf dem Grundstück entdeckt. An eine der beiden Hütten war angebaut worden – und zwar ein rundum geschlossenes, zwölf mal sechs Meter großes Gebäude. Darin sind ein Traktor, kleinere Maschinen und Stroh, das das Paar für seine Tiere benötigt, untergebracht. Doch für dieses Gebäude gibt es keine Genehmigung.

Paar wollte Schuppen nicht abreißen und reichte Klage ein

Deshalb forderte das Landratsamt das Paar auf, den Schuppen zu beseitigen. Dagegen reichte das Paar Klage beim Verwaltungsgericht ein. Die Rechtsanwältin des Klägers begründete dies nicht nur damit, dass die Hütte zum Unterstellen der Gartengeräte benötigt werde. Sie argumentierte auch mit der Willkür der Kreisbehörde. Denn in der näheren Umgebung stünde so mancher ungenehmigte Bau, gegen den nichts unternommen werde.

Dem widersprach Irmgard Zach vom Bauamt des Landratsamts. Sämtliche vom Kläger angegebenen Schwarzbauten würden derzeit auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft.

Für Richter Johann Oswald von der 11. Kammer des Verwaltungsgerichts stand nach der Besichtigung des Grundstücks und Beratung mit seinen Kollegen letztlich fest: „Das Gebäude ist nicht genehmigungsfähig.“ Zwar bot die Rechtsanwältin des Klägers an, die Hütte zu verkleinern und an einer Seite zu öffnen. Sie hoffte, das würde das Landratsamt dann dulden. Doch Zach lehnte das ab.

Der Anbau im Graßlfinger Moos muss abgerissen werden

Auch Richter Oswald wies den Vorschlag der Rechtsanwältin zurück. Hier eine Duldung, dort eine Duldung, dann gehe es immer so weiter, sagte er. Zumal auch das Wohnhaus nicht genehmigt, sondern lediglich geduldet sei. Insgesamt zeigte Richter Oswald wenig Verständnis dafür, wie das Grundstück gestaltet ist. „ Es ist nicht Zweck der Landschaftsverordnung, einen Garten anzulegen.“

Letztendlich zog der Kläger seine Klage zurück. Der Anbau muss also abgerissen werden. Und auch die Hütte selbst ist nun in Gefahr. Denn Zach und ihre zwei Begleiter entdeckten bei der Begehung, dass die Hütte, an der der Anbau steht, nicht mehr als Schafstall genutzt wird. Allein dafür ist sie aber geduldet. Sollte die Nutzung nicht mehr stattfinden, ist das Gebäude abzureißen, so Zach. Das sei in einem Vertrag festgehalten worden. Derzeit nächtigen die Hasen des Paares in der Hütte.

Zach und ihre Kollegen entdeckten aber auch noch, dass ein weiterer Schwarzbau entstanden ist, wo die Hühner nachts untergebracht sind. Und, dass so mancher ungenehmigte Zaun auf dem Grundstück steht, wovon sie bislang nichts wussten.

von Susanne Schwind

Rubriklistenbild: © dpa

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