Müssen seit Jahren mit wechselnden Baustellen in der Schwojerstraße zurecht kommen: Waltraud Stahl, Gerhard Beer und Marion Stülten (v.l.).
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Müssen seit Jahren mit wechselnden Baustellen in der Schwojerstraße zurecht kommen: Waltraud Stahl, Gerhard Beer und Marion Stülten (v.l.).

Olching

Sie ärgern sich über immer neue Baustellen

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Seit fast drei Jahren leben die Menschen an der Olchinger Schwojerstraße mit Baustellen vor ihren Türen. Die Anwohner haben längst die Nase voll von Lärm und Dreck. Jetzt kommt noch der Ausweichverkehr einer Baustelle auf der nahen Münchner Straße hinzu.

Olching – Eigentlich ist es eine ruhige Ecke im Süden der Amperstadt. Die Straßen sind gesäumt von Einfamilienhäusern und viel Grün. Bis zum Stadtrand sind es nur wenige Meter. Doch seit Juli 2018 ist es vorbei mit der Idylle, sagt Gerhard Beer. Es werde gegraben, gehämmert, gesägt und geschweißt. Generell habe er ja Verständnis dafür, dass an der Infrastruktur gearbeitet werden muss. Was der 75-Jährige kritisiert, ist die Koordination der Arbeiten.

„Müssen diese alle nacheinander stattfinden?“ Das fragt sich der Olchinger. Denn immer wieder sei die Straße aufgegraben und im Anschluss an die jeweiligen Arbeiten wieder zugeschüttet worden. Wie Beer berichtet, seien so nach und nach Wasserleitungen, Gasrohre, Systeme zur Entwässerung und Fernwärmeleitungen verlegt worden.

Auch an der Ausführung der einzelnen Baumaßnahmen übt der Diplom-Ingenieur Kritik. Einmal sei so gebaut worden, dass manche Anwohner gar nicht mehr mit dem Auto weggekommen seien. „Ich habe dann mit dem Bauleiter gesprochen“, sagt Beer. So habe zumindest dieses Problem gelöst werden können.

Doch Beer und seine Nachbarn sehen schon das nächste. In der nahen und viel befahrenen Münchner Straße wird derzeit ebenfalls gebaut. Der Verkehr wird von einer Behelfsampel geregelt. Ist diese rot, würden viele von Gröbenzell kommende Autofahrer kurzerhand nach rechts in die Schwojerstraße ausweichen.

Diese ist mittlerweile wieder asphaltiert. In den Nebenstraßen wird aber noch immer gearbeitet. In diesen Tagen werden nach Auskunft der Stadt die Fernwärmeleitungen der Schwojer- und der Rebhuhnstraße verbunden. Bis Juni erfolgt dann die Verlegung der Fernwärme zum Neubaugebiet „Großer Berg“. Gleichzeitig wird voraussichtlich bis September die Fernwärmeleitung in der Futapaßstraße bis zur Albrecht-Dürer-Straße Ecke Pfarrstraße verlegt.

Bei der Koordination der einzelnen Maßnahmen habe die Stadt nur begrenzte Möglichkeiten zur Koordination, so die Sprecherin. „Bei der Verlegung von unterschiedlichen Versorgern beziehungsweise Netzbetreibern ist jede Institution für sich.“ Jede Partei habe zudem einen vorgegebenen Bereich zur Verlegung der jeweiligen Leitung. „Einfach ausgedrückt, kann man nicht einfach aufgraben und alles reinschmeißen“, so die Sprecherin. Sie weist zudem darauf hin, dass die Stadt selbst in der Schwojerstraße in den vergangenen zweieinhalb Jahren rund 300 000 Euro investiert habe – und das ohne finanzielle Beteiligung der Anlieger.

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