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Sind nicht die „Pasing-Arcaden-Shopping-Queen-Typen“: Das frauensachen-Team (v. l.) Claudia Reich, Carola Cremer, Patricia Utz-Mühlmann, Sevim Prechtl, Julia Traxel, Anja Eikenberg Daniela Oswald, Barbara Burke und Ayshea Jennert. Nicht auf dem Foto ist Teammitglied Petra Karger.  

Aktuelles Interview

Sie wollen mit gutem Gewissen shoppen

Zehn Olchingerinnen hatten keine Lust mehr auf die üblichen Shoppingmeilen und haben sich etwas Besonderes überlegt: Sie veranstalten einen Flohmarkt nur für Frauen. Dabei geht es um weit mehr als nur einkaufen.

Olching – Zehn Olchinger Frauen, von denen sich einige seit Jugendtagen kennen, haben sich unter dem Namen „frauensachen“ zusammengeschlossen. Eine davon ist Daniela Oswald (42). Im Interview spricht sie über das Projekt Frauen-Flohmarkt.

-Wie entstand die Idee zu einem Flohmarkt nur für Frauen?

Aus unserer Gruppe gehört niemand zum klassischen Typ „Pasing-Arcaden-Shopping-Queen“. Wir haben Spaß daran, den Kleiderschrank auf ressourcenschonende Weise aufzuhübschen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir nicht einverstanden sind mit einer Gesellschaft, die in großen Mengen konsumiert und schnell wieder wegwirft. Außerdem gibt es in Olching zwar viele Secondhandmärkte für Kinder und allgemeine Flohmärkte, aber bis jetzt noch keinen reinen Flohmarkt für Frauen.

-Sie legen viel Wert auf die soziale Komponente. Quasi Ausmisten und Gutes tun?

Genau. Im Grunde ist allen damit geholfen: Die Verkäuferinnen entschlacken ihren Kleiderschrank und verdienen ein wenig Geld. Die Käuferinnen können tolle Schnäppchen zu günstigen Preisen machen. Und dann sind dann ja noch die gemeinnützigen Einrichtungen in und um Olching zu nennen, denen der übrig bleibende Reinerlös des Flohmarktes in Form einer Spende zugute kommt.

-Inwiefern dürfen sich die Besucherinnen denn auf ein ungewöhnliches Einkaufserlebnis freuen?

Normalerweise gehen Frauen allein oder nur mit einer Freundin zum Shoppen und sind ansonsten in den Geschäften recht anonym unterwegs. Wir wollen uns davon abheben. Wir hoffen, dass sich neben dem Stöbern nach schönen Stücken auch die eine oder andere Begegnung mit netten Bekannten ergibt. Im Anschluss an den Einkauf besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Prosecco gemütlich zu ratschen.

-Auf welche Schnäppchen dürfen sich die Frauen freuen?

Wir nehmen Ware an, die man ganzjährig tragen kann. Die Bekleidung ist für Frauen aller Altersgruppen (die jüngste Verkäuferin ist erst 19 Jahre alt und die älteste etwa 70). Sowohl bei den Größen – es geht von Größe 36 bis etwa 48 – als auch bei den Kleidungsstilen, von elegant bis sportlich, kann jede Frau bei uns etwas Passendes finden. Neben Kleidung gibt es auch Schuhe, Accessoires und Taschen.

-Dürfen auch Männer kommen oder wollen die Frauen unter sich bleiben?

Selbstverständlich dürfen auch Männer vorbeikommen, um einzukaufen oder ihrer Liebsten beim Einkauf unterstützend zur Seite zu stehen. Mein Mann hatte sogar die Idee, unseren Flohmarkt mit einem Bier- und Grillstand für die „armen wartenden Männer“ zu bereichern. Aber der Vorschlag wurde aus unerfindlichen Gründen nicht weiterverfolgt.

-Können Sie sich vorstellen, dass es Wiederholungen gibt?

So viel Spaß, wie wir mit der Vorbereitung hatten: Auf jeden Fall! Allerdings sollte sich der enorme und komplett ehrenamtliche Aufwand auch lohnen. Das heißt wir wünschen uns natürlich eine möglichst große Summe an Reinerlös, die wir dann spenden können. Wir können auch nur dann weitermachen, wenn wir genügend zusätzliche Helferinnen finden, die uns dabei unterstützen.

-Wie war die Zeit der Planung?

Für uns alle war es eine tolle Erfahrung, sich gemeinsam für dieses Projekt zu entscheiden und somit Teil von etwas Neuem zu sein, das nur durch unsere Eigeninitiative entstanden ist. Jedes Teammitglied konnte seine Stärken und Interessen einbringen. Wir profitierten von einer Grafikdesignerin, einer ehemaligen Secondhandladen-Besitzerin, einer Agenda-21-Mitarbeiterin, vielen erfahrenen Flohmarkthelferinnen, einigen notorischen Wortklauberinnen und begeisterten Netzwerkerinnen. Auch die Unerfahrenen unter uns haben bei der monatelangen Zusammenarbeit ungeahnte eigene Talente entdeckt – zum Beispiel die beneidenswerte Gabe, in einer Rüffel-E-Mail genau den richtigen Ton zu treffen.

Das Interview führte Angi Kiener.

Der Frauenflohmarkt

findet am Samstag, 17. März, von 18 bis 22 Uhr im evangelischen Kindergarten, Wolfstraße 7, in Olching statt. Listen können angefordert werden per E-Mail an frauensachen-olching@gmx.de. Annahme ist am Samstag von 8.30 bis 10 Uhr. Abholung am Sonntag, 18. März, von 15 bis 16 Uhr.

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