Grasbahnrennen in Graßlfing

Kult-Maschinen im Rennmodus

Heulende Motoren, rasante Kurven und Fahrer, die sich wagemutig in die Kurven legen: Das alles gibt’s beim Grasbahnrennen am Samstag in Graßlfing. Die tollkühnen Piloten steuern ausschließlich historische Kult-Maschinen.

Graßling Der Clou beim Cup: An den Start gehen nur Motorräder der Marke Simson, einer ehemaligen DDR-Produktion, deren Bau 2003 nach über 106 Jahren endgültig eingestellt wurde. Die heißen Öfen sind zum Teil bis zu 50 Jahre alt.

Beim Seitenwagenrennen ist auch Marcel Kunze von den Motorrad-Simsonfreunden Graßlfing dabei. Zum Seitenwagenrennen kam der in Giebing bei Vierkirchen (Kreis Dachau) lebende Kunze über einen Bekannten, mit dem er etliche Jahre als Beifahrer übers Grasnarben-Oval düste. Als der dann nicht mehr aktiv fahren wollte, kaufte Kunze ihm das Motorrad ab.

„Momentan hakt die Zündung noch“, erzählt der 39-Jährige. Er arbeitet fieberhaft daran, sein Fahrzeug bis Samstag fit fürs Rennen zu bekommen. Basteln muss man als Besitzer eines solchen alten DDR-Gefährts ohnehin können. „Da ist nur noch der Rahmen original, und sogar der ist verlängert“, erzählt Kunze. Der Motor wird ersetzt, auch der Seitenwagen ist selbst angebaut. „Die Motorräder sind praktisch alle Marke Eigenbau.“

Einmal im Jahr checkt Kunze sein Motorrad auf Herz und Nieren durch. Ein bisschen Kapital muss er für sein Hobby natürlich aufbringen, wobei er versucht, den finanziellen Aufwand in Grenzen zu halten. „Ich stecke etwa 300 Euro im Jahr rein, bei anderen ist es aber oft weit mehr.“

Motorsport ist für die Olchinger freilich alles andere als ein Fremdwort. Schließlich wird am Volkfestfestplatz seit Jahren Speedway gefahren, und mit Martin Smolinksi hat die Stadt in dieser Disziplin auch einen inzwischen weltweit bekannten Fahrer hervorgebracht. Die Grasbahnrennen des Simson Cup stehen da natürlich etwas im Schatten des Speedway. Dabei sind die Rennen durchaus vergleichbar.

„Statt auf Sand fahren wir eben auf einer Grasbahn“, sagt Kunze. Die Strecke ist ca. 200 Meter lang. Wie beim Speedway muss sie viermal umrundet werden, ja nach Platzierung gibt’s drei, zwei, einen oder null Punkte.

Am Samstag treffen sich die Fahrer bereits um 10 Uhr zum Training. die Siegerehrung ist etwa gegen 17 Uhr geplant. Danach folgt ein gemütliches Beisammensein mit einem Live-Auftritt des Alleinunterhalters Richard Stern.

Auf der Grasbahn am Marienweg beim Gut Graßlfing kämpfen Solo- und Seitenwagenfahrer am Samstag ab 13 Uhr um die Siegerpokale.

Andreas Daschner

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