Gehört bald der Vergangenheit an: die Rail auf dem alten Skatepark am Volksfestplatz.
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Gehört bald der Vergangenheit an: die Rail auf dem alten Skatepark am Volksfestplatz.

Olching

Vorstoß der Jugend hat sich gelohnt: Skatepark wird besser und schöner

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Der Vorstoß einiger junger Olchinger hat sich gelohnt: Sie werden einen neuen Skatepark am Volksfestplatz bekommen, der sicherer und schöner ist. Die alte Anlage hat bereits über 20 Jahre auf dem Buckel. Die Stadt hat nun den Turbo eingelegt. Das ist aber auch viel Eigeninitiative zu verdanken.

Olching – Dass sich die Skater für ihr Anliegen einsetzen, haben sie allein durch eine Sache bewiesen: In großer Anzahl kamen sie mitsamt Tretrollern zu allen Sitzungen, die ihr Thema behandelten, und nahmen auf der Tribüne in der Turnhalle an der Heckenstraße Platz. Auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses war das der Fall.

Immerhin ging es nun um die entscheidende Frage: Hat sich all die Mühe der beiden Initiatoren Alexander Mütze und Nils Veltrup gelohnt? So viel sei verraten: Ja. Die Skateanlange am Volksfestplatz wird umgebaut. Dafür gab es einstimmig grünes Licht. Die Kosten werden aktuell auf 30 000 Euro geschätzt. Heuer soll schon möglichst viel umgesetzt werden, die nächsten Schritte folgen 2022

Skatepark Olching: So fing alles an

Bauamtsmitarbeiter Peter Eisele hielt eingangs eine kleine Geschichtsstunde ab. Der Skatepark wurde 1998 gebaut und richtete sich vorwiegend an jugendliche Skateboard- und Rollschuhfahrer. Auch damals ging der Wunsch von den jungen Sportlern aus, Gelder kamen aus Spenden.

Nach zehn Jahren gab es dann aber einen Vorfall. „Unbekannte haben große Teile der Geräte umgebaut und neu positioniert.“ Man könnte auch von Vandalismus sprechen. Doch laut Bauamt war die Motivation damals weniger Zerstörungswut als der Wunsch nach Veränderung. Da nun jedoch die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war, wurden die Geräte entfernt und durch feste Betonteile ersetzt. Die befestigte Fläche wurde außerdem um 2,50 Meter verbreitert.

Initiative Skatepark Olching

Doch mit den Jahren wurde deutlich, dass die Hindernisse nicht mehr zeitgemäß sind, aus Inlineskatern wurden Tretrollerfahrer. Außerdem machten sich die Nutzer über die Sicherheit Gedanken. Das wurde ganz deutlich, als sich die Skatepark Initiative Olching (SPIO) gründete und die Zustände bezüglich des Unfallrisikos öffentlich monierte. Die SPD-Fraktion trug schließlich Anfang des Jahres einen entsprechenden Antrag an den Bürgermeister Andreas Magg (SPD) heran, mitsamt einer Unterschriftensammlung der SPIO, die von 230 Unterstützern zeugte.

Karl Haschke (SPD) erklärte jetzt, dass die Skater bereits ein vorläufiges Konzept vorbereitet hatten. Um Geld zu sparen, war die Wiederverwendung bestehender Elemente eingeplant. Ein Lob richtete er aber auch an die Stadtverwaltung: „Für eine deutsche Behörde wurde hier ein geradezu sensationelles Tempo vorgelegt.“ Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem Antrag wurde das Vorhaben beschlussreif.

Und Haschke machte Peter Eisele ein Kompliment, in dem er ein Dankesschreiben der Skater vorlas: Der Bauamtsmitarbeiter sei nämlich sogar in seiner Freizeit diverse Skateparks abgefahren, um sich ein Bild zu machen. Robert Meier (CSU) kramte auch kurz in der Vergangenheit. Er erinnerte daran, dass das Areal bei Hochwasser völlig überschwemmt ist. Und dass man die Problematik berücksichtigen müsse. Das ist laut Bauamt aber der Fall.

Die Skateranlage werde bei einem 100-jährigen Hochwasser bis zu 30 Zentimeter geflutet. Der Ausgleich wird über die Retentionsfläche geschaffen, die bei der Sanierung des Volksfestplatzes hergestellt wurde. Das sei auch alles mit dem Landrats- und Wasserwirtschaftsamt abgestimmt worden.

Funbox & Co.: Das ist geplant 

Auf der neuen Anlage sollen Pyramide und Funbox auch künftig die zentralen Elemente darstellen. Die Rail (ein im Boden eingelassenes Geländer) wird entfernt, der große zweiteilige sogenannte Quarter wird verschoben, auch andere Elemente werden einen neuen Standort bekommen, für mehr Platz, bessere Aufteilung und somit auch mehr Sicherheit. Auch Kinder ab sechs Jahren sollen zukünftig hier ihren Spaß haben.

Neu hinzukommen wird eine Funbox mit angepasstem Absprungwinkel, ein „Roll-In“, ein kleiner Quarter und ein Hindernis, das sich „Wave“ nennt. Der Asphalt wird für bessere Fahrbarkeit abgeschliffen.

Problem Baumaterialmangel: Debattiert wurde darüber, ob Holz oder Beton verwendet werden soll. Die Tendenz ging zu Holz, da die Skater das Material bevorzugen und es eigentlich günstiger ist. Josef Gigl warnte allerdings: „Die Holzpreise gehen gerade durch die Decke.“ Das Bauamt führt allerdings noch ein Argument für die Holzständerbauweise an, die für die Einhausung der Geräte vorgesehen ist: Die Skater-Initiative hat sich bereit erklärt, beim Aufbau zu helfen.

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