Mit schwerem Gerät kommen die Brückenprüfer nach Esting, um dort die Fußgängerbrücke an der Amper zu kontrollieren. Mit einem Hammer klopfen sie den Stahlbeton ab, um den Zustand einzuschätzen.

Noten bewerten den Zustand

So arbeiten die Brückenprüfer

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Schlaglöcher oder Risse im Beton gehören fast schon zum alltäglichen Straßenbild. Doch bei Brücken können solche Schäden sehr gefährlich werden. Alle sechs Jahre kontrollieren Brückenprüfer den Zustand mit Kran und Hammer. Jetzt war es in Olching so weit.

Olching – Nur wenige Meter über der Wasseroberfläche schwebt die Plattform, auf der die Brückenprüfer stehen. Über ihren Köpfen der Stahlbeton der Brücke, unter ihnen fließt die Amper träge dahin. Jetzt heißt es, Zentimeter für Zentimeter zu kontrollieren, während sich oben auf der Brücke langsam das Zugfahrzeug vorwärts schiebt, an dem die Hebebühne hängt. Ab jetzt muss sich Ingenieur Thomas Lesch auf seine Augen und Ohren verlassen, damit ihm nicht die geringsten Schäden entgehen. Denn wenn zu viel beschädigt ist, dann „haben wir sogar die Verpflichtung, die Bauwerke zu sperren“, sagt Lesch.

Bevor die letzte Prüfung an diesem Tag losgehen kann, muss ein Tieflader das Raupenfahrzeug mit dem komplizierten Namen MBI 50-1/S den schmalen Weg zwischen der Amperlust-Gaststätte in Esting und dem Heidewegspielplatz zur Fußgängerbrücke manövrieren. Das drei Tonnen schwere Ungetüm, das auf der Ladefläche steht, ist besonders für die Prüfung kleinerer Brücken geeignet. Abgeladen und in die richtige Position gebracht, klappt die kleine Raupe ihren überlangen Metallarm aus, der, voll ausgefahren, die Brücke in einer U-Form umschließt.

Nun kommt Thomas Leschs Einsatz. Gesichert mit einem Gurtgeschirr klettert er auf die kleine Plattform unterhalb der Brücke. „Bei einer Hauptprüfung, die alle sechs Jahre stattfindet, muss man schon handnah prüfen“, erklärt der Olchinger Ingenieur. Das heißt, mit einem Hammer wird auf den Beton geschlagen, um zum einen zu sehen, ob die Oberfläche schon porös ist, zum anderen, um zu hören, ob in tieferen Schichten Schäden vorliegen.

Bei Fußgängerbrücke in Esting ist alles in Ordnung. Das ist nicht immer so, weiß Lesch zu berichten. „Das Schlimmste, was ich erlebt habe, war, dass uns nach dem Klopfen mit dem Hammer quadratmeterweise der Beton entgegenkam. Und darunter, wo eigentlich der Stahl sein sollte, waren nur noch rostige Flecken. Wir mussten dann natürlich sofort die Brücke sperren.“

Generell haben fast alle Überführungen ein paar kleine Risse, erklärt der 38-jährige Bauingenieur. Das liegt an der Eigenschaft von Beton, sich während der Härtung noch ein wenig zu verziehen. Es ist auch nicht schlimm, wenn da mal Regen hinein läuft. „Doch in Kombination mit dem Streusalz im Winter ist das der Tod einer jeden Stahlkonstruktion“, so Lesch.

Wenn dann alle Schäden begutachtet sind, werden sie in einem Art Schulnotensystem von eins bis vier bewertet. „Note vier heißt sofortige Sperrung. Aber das kommt eher selten vor“, erklärt der Bauingenieur. Gut für die Amperstadt, dass ihre Brücken im oberen Bereich der Notenskala rangieren.

Im Laufe des nächsten Monats kommen die restlichen Übergänge in Olching dran. Bei manchen ist besonderer Einsatz gefragt. So kommen bei sehr tief liegenden Überführungen Boote zum Einsatz, um vom Wasser aus zu prüfen. Oder es müssen, wie im Falle der Fußgängerbrücke beim Hotel Schiller, Kletterer abgeseilt werden, da die Konstruktion das Gewicht der Raupe nicht aushalten würde.

Eine relativ neue Methode, um sich schon mal einen Überblick zu verschaffen, ist das Abfliegen der Bauwerke mit Kameradrohnen. „Diese können jedoch keine handnahe Prüfung ersetzen“, betont Lesch.

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