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Amazon-Pressesprecher Stephan Eichenseher und Standortleiter Alexander Glabiszewski (r.)

So entzerrt Amazon den Olchinger Lieferwagen-Stau

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Die Zeiten, in denen die Amazon-Autos den Gewerbepark Geiselbullach verstopft haben, sind offenbar vorbei. Stadt und Unternehmen haben ausgeklügelte Strategien entwickelt, um das Problem zu lösen. Das klappt auch – bis auf wenige Ausnahmen.

Olching– Zu Beginn des vergangenen Jahres sahen sich noch alle Kritiker der Ansiedlung des Online-Händlers Amazon im Gewerbegebiet an der Bundesstraße bestätigt: Der enorme Lieferverkehr verstopfte sowohl die Auffahrt auf die B 471 als auch die Autobahn. Außerdem waren die Straßenränder am Gewerbering und im Kapellenweg zugeparkt mit Kleintransportern. Die Situation war angespannt und es gingen viele Beschwerden bei der Stadt Olching ein.

Diese reagierte prompt und führte weiträumige Parkverbote im Gewerbegebiet ein, berichtet Sonja Weyland von der Wirtschaftsförderung. Seitdem sind die Beschwerden über Falschparker stark zurückgegangen, sagt sie. Auch überprüfe das Ordnungsamt regelmäßig die Einhaltung dieser Verbote. Dennoch lässt es sich wohl nicht vermeiden, dass es zu Stoßzeiten oder etwa vor Weihnachten, wenn die Anzahl der Bestellungen drastisch zunimmt, vermehrt zu Beschwerden kommt.

Auch die Olchinger Amazon-Niederlassung selbst reagierte auf die Problematik beim morgendlichen Lieferverkehr. So werden nun die rund 200 Lieferfahrzeuge, die täglich die Bestellungen abholen, auf die Zeit zwischen 8 und 11 Uhr aufgeteilt und dadurch entstehe kein Rückstau mehr. Auch die Anlieferung der Pakete aus den Logistikzentren – das nächste ist in Graben bei Augsburg – findet in der Nacht zwischen 22 und 5 Uhr statt, so dass auch hier die Verkehrsbelastung gering gehalten wird, erklärt Standortleiter Alexander Glabiszewski. Amazon hat im Gegensatz zu anderen Auftraggebern ein Vergütungssystem, das auf Stunden basiert. Denn: Werden Kuriere per Paket bezahlt, führe dies dazu,  dass jeder Fahrer in der Früh der erste sein wollte, um sich damit die lukrativste Tour aussuchen zu können. 

Drohnen bleiben Nischenprodukt

Wenn die bis zu zwanzig 40-Tonner pro Nacht entladen sind, beginnt die Arbeit der Kommissionierer. Sie verteilen die Bestellungen nach ihrem Bestimmungsort und so entstehen die einzelnen Auslieferungs-Routen. Damit das auch möglichst effektiv stattfindet, hat Amazon ein selbstlernendes Programm entwickelt, das täglich die beste Route für jeden Fahrer ermittelt. „Die Kuriere können selbst Informationen in das System eingeben – zum Beispiel, wenn irgendwo eine Baustelle entstanden ist – und das Programm wird daraufhin eine neue Tour berechnen“, erklärt der Standortleiter. Auf diese Weise können unnötige Wege vermieden werden.

Alexander Glabiszewski verspricht ebenfalls, dass man auch weiterhin in engem Kontakt zur Stadt stehen will, damit zukünftige Probleme schnell angegangen werden können. Auch ein regelmäßiges Treffen unter den einzelnen Unternehmen findet jetzt statt. „Man will ja gut mit seinen Nachbarn auskommen“, sagt Glabiszewksi. So ganz verschwinden wird der Verkehr aber wohl nicht. Denn medienwirksame Transportmittel wie Drohnen werden weiterhin ein Nischenprodukt sein, sagt Pressesprecher Stephan Eichenseher. Aber über Lieferungen abseits der Transporter und Lastwagen wird fleißig nachgedacht. Im Verteilerzentrum im Osten Münchens werden beispielsweise schon jetzt Elektrolieferfahrzeuge erfolgreich getestet.

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