Generalprobe am Freitag: Das Stadion in Melbourne wartet nun auf Martin Smolinski und seine Mechaniker Lukas Ziegler, Marcel Gerhard und Stefan Kurz.

Speedway in Australien: Das Grand-Prix-Tagebuch von Martin Smolinski

Jetlag, Losglück und viel Nostalgie

Am Samstag gilt es für Martin Smolinski. Vor dem Grand-Prix-Finale in Melbourne hat der Olchinger Speedway-Profi noch einen weiteren Tagebuch-Eintrag an seine Fans geschickt. Das Rennen wird ab 10 Uhr unter www.speedwaygp.com übertragen (im bewirtschafteten Olchinger Boxenstopp an der Toni-März-Straße auf einer Großbildleinwand).

Melbourne/Olching – Mein Plan, dass ich am Freitag gemeinsam mit dem Team um 8.30 Uhr frühstücke, ließ der Jetlag nicht zu. Nachts um 3 Uhr stand ich hellwach im Bett. Als am Morgen der Wecker klingelte, war ich fix und fertig, hundemüde. Ich legte mich noch mal hin. Gegen Mittag war ich froh, ein paar Stunden Schlaf gehabt zu haben. Noch 30 Stunden bis zum Rennen.

Schnell gegenüber im Supermarkt noch Kaffee holen und ab auf die Bahn. Meine Crew war schon sehr fleißig. Die vor drei Wochen in Amsterdam abgegebene Transportkiste mit den Bikes ist komplett entleert, die Maschinen bereits montiert, die Box aufgebaut. Ich höre, dass es so geschäftig wie hier in Down Under auch daheim in Olching zugeht, wo gerade diverse Stemmarbeiten und Estrichverlegung in der neuen Werkstatt stattfinden.

Hier in Australien werden eine Stunde vor Trainingsbeginn die Startplätze ausgelost. Ich hatte Glück. Mit zweimal Rot für die günstige Innenbahn schaut es ganz gut aus. Wir waren erst in der zweiten Trainingsgruppe dran. Somit konnte ich die Zeit noch zum Ratsch mit ein paar alten Fahrerkollegen nutzen. Ich bin fasziniert und erfreut, wie lang ich eigentlich schon im Geschäft bin. Der australische Ex-Weltmeister Leigh Adams kam mit einer ganzen Schar von Nachwuchsfahrern für Autogramme vorbei. Wir sind 2005 noch gegeneinander in der englischen Liga gefahren. Leider sitzt Adams nach einem Motocross-Unfall im Rollstuhl. Auch Jason Crump, einer der Top-Aussie-Boys, kam vorbei. Mit ihm gab es 2006 oft coole Kämpfe, als ich für Stockholm in der schwedischen Elite-Liga am Start war. Und dann kam noch mein alter Freund Steve „Johno“ Johnston vorbei, mit dem ich für Coventry 2005 die englische Liga gewann. Ist schon fast wie Nostalgie.

Aber zurück zum Wesentlichen. Um 14.30 Uhr gab es dann den finalen Trackwalk mit dem Team, wo die Bahn genau inspiziert wurde. Gruppe eins ging pünktlich 15 Uhr auf die Strecke. Gespannt verfolgten wir die Konkurrenz. Ich war angetan von dem Radius der Bahn. Unser erster Turn hat gut funktioniert. Das zweite Bike war noch nicht auf dem richtigen Nenner, weil wir in zwei Richtungen arbeiten, um das Beste schnellstmöglich raus zu finden. Womit ich heute mal wieder zu kämpfen hatte waren meine Starts. Fast alle Proben unter aller Sau. Aber mal schauen.

Nach dem Training gab’s eine Dusche in den Katakomben. Meine Jungs zerlegten derweil die Bikes schon zur Rennkontrolle. Zurück im Hotel. Kurzer Aufenthalt, bevor es zum Team-Abendessen ging. Und auch hier kam unser Freund, der Jetlag, zurück. Eigentlich sind wir alle extrem pünktlich, anders funktioniert das nicht, wenn man gemeinsam unterwegs ist. Doch Lucki und Marcel waren nicht erreichbar. Stefan und ich donnerten an die Hoteltür. Und schau an: Sie standen parat, sind aber bei ein klein wenig eingenickt. Am Samstag beim Rennen sind wir hellwach – versprochen.

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