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Mit Krawatte unterm Renn-Overall: So erledigte Martin Smolinski seinen Job als Eintagsfliege.

Motorsport

Speedway-Star fährt Rennen im Kommunion-Anzug

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So etwas hat es auf der ruhmreichen Olchinger Speedway-Piste auch noch nie gegeben: Hauptdarsteller Martin Smolinski kam zum Rennen direkt von einer Kommunion, entledigte sich gerade mal der Festtagsjacke und schlüpfte im weißen Smoking-Hemd eiligst ins Renn-Overall.

Olching - Nach dem Rennen durfte Kommunionkind Mona – die Tochter von Smolinskis Lebensgefährtin Veronika – zum krönenden Abschluss ihres Festtages noch mit auf die Maschine. Warum bei Deutschlands erfolgreichstem Speedway-Profi alles so schnell gehen musste?

Kommunionkind Mona durfte aufs Bike.

Zur Vorgeschichte: Er kam, sah, siegte und verlor – der Arbeitstag von Martin Smolinski (32) auf dem heimischen Speedway-Oval in Olching war kurz und schmerzlos. Zwei Stunden lang hatten sich die rund 1000 Besucher beim zweiten Teamcup-Wettbewerb der Saison (vergleichbar mit der 2. Bundesliga) bei idealen Pisten- und perfekten äußeren Bedingungen prächtig unterhalten. Doch als es zum großen Showdown kommen sollte, brach eine Sturzflut aus den Wolken.Zuvor hatte es für die beim Auftaktrennen in Diedenbergen noch siegreichen, vom überragenden Michael Härtel angeführten Olchinger beim Heimspiel nur für Platz zwei gereicht. Besser als die Favoriten waren die Jungstars vom Landshuter Bundesliga-Verein. Auch, weil sich Härtels Kollege Renè Deddens einen Ausrutscher mit harmlosen Sturzfolgen leistete und Speedway-Amazone Celina Liebmann einen Motorschaden an ihrer Maschine hatte und keinen Punkt einfuhr. Die Plätze drei und vier gingen an Diedenbergen und Güstrow. Nach dem Teamcup hätte eigentlich noch das sonst im Herbst ausgetragene Goldene-Band-Rennen der Olchinger Sponsor-Brauerei ausgetragen werden sollen. Lokalmatador Martin Smolinski war nur für diese beiden Auftritte vorgesehen und hätte seinen Vorjahressieg gegen die Teamcup-Besten Valentin Grobauer, Sandro Wassermann und Härtel verteidigen sollen. 

Urplötzlich öffneten sich die Regenschleusen.

Auf den letzten Drücker war Smolinski von einer Kommunionfeier in die Arena geeilt und in sein blütenweißes Renn-Overall geschlüpft. Das blieb auch nach seinem ersten und (wie sich später herausstellte) einzigen Rennen an diesem Tag genauso blütenweiß wie das darunter getragene Smokinghemd. Bahnarbeiter hatten die zuvor staubtrockene rote Sandpiste noch einmal mit Wasser abgespritzt, um ideale Rennbedingungen zu schaffen. Doch die Arbeit war umsonst.

Denn unmittelbar vor dem finalen Rennen hatte ein Wolkenbruch samt Hagel die Strecke in eine unbefahrbare Schlammpiste verwandelt. Per Losentscheid verlor Minijobber Smolinski das Goldene Band an Michael Härtel, der sich die Sonderprämie allerdings nach seinem voran gegangenen Teamcup-Auftritt auch redlich verdient hatte. Das sah der glücklose Titelverteidiger ähnlich, hakte den Kurzeinsatz dahoam ab (der nächste ist am 15. Juni der große Grand Prix mit internationaler Konkurrenz) und konzentriert sich nun auf Kroatien. Dort steigt in Gorican am Samstag der nächste Europameisterschaftslauf. Smolinski ist der einzige deutsche Teilnehmer und muss unter den Top-Sieben landen, um ins EM-Finale zu kommen.

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